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Paul Leni

Paul Leni
Regie, Drehbuch, Architektur, Kostüm, Requisite, Darsteller

* 08. Juli 1885
Stuttgart
Deutschland
† 02. September 1929
Hollywood (Kalifornien)
USA

PAUL LENI • Biographie Seite 1/1

Paul Leni ist in vielen Bereichen tätig. Er beginnt als Grafiker und Bühnenbildner, entwirft Bauten für Theater und Film. Mitte der 20er Jahre setzt er sich auch auf den Regiestuhl. Mit DAS WACHSFIGURENKABINETT (1924) legt er einen der richtungweisenden Filme des Horrorgenres vor. 1926 geht er nach Hollywood. Dort inszeniert er zwar nur vier Horrorfilme, aber alle geben wichtige Koordinaten für das Genre vor. Vielen Historikern gilt Paul Leni neben Tod Browning als eigentlicher Begründer des Genre.

Paul Leni wird am 08. Juli 1885 als Paul Josef Levi in Stuttgart geboren. Sein Vater ist ein jüdischer Bankier. Nach dem Besuch des Gymnasiums beginnt er eine Ausbildung in einer Kunstschlosserei. Er liebt das Zeichnen, will das Hobby zum Beruf machen. In Berlin der Jahrhundertwende absolviert er einige Semester an der Akademie der Bildenden Künste. Bald macht sich der junge Künstler einen Namen als Karikaturist, Grafiker und Kunstmaler.

Er arbeitet für das Theater, entwirft Bühnenbilder für Stücke von Henrik Ibsen und August Strindberg. Um 1908 kommt Paul Leni mit dem Film in Kontakt. Zunächst entwirft er Plakate für Filme, für Ausstellungen oder dekorierte die Kino-Luxuspaläste in Berlin. Frühe Auftragsgeber sind die Produktionsfirmen des Alfred Duskes oder die Vitascope. Mit seinen Plakaten zählt er bald zu den erfolgreichste Künstlern der Branche, in seiner Heimatstadt findet während des I. Weltkrieges seine erste Einzelausstellung statt. Um 1915 wird er eingezogen. Für das Bild- und Filmamt dreht er seinen ersten Film, den Dokumentarfilm DAS TAGEBUCH DES DR. HART (1916). Der Film wirbt für das Feld-Sanitätswesen.

Bereits um 1913 engagiert sich Paul Leni stärker beim Film . Er arbeitet als Filmarchitekt bei Joe May, Max Mack und Ernst Lubitsch. Er baut unter anderem für solch erfolgreiche Filme wie VERITAS VINCIT (1919) oder DIE GEIERWALLY (1921) unter der Regie von Ewald André Dupont die Kulissen. Als Architekt ist er von 1919 bis 1921 bei der Gloria Film GmbH beschäftigt. Hier entstehen einige seiner künstlerisch ambitionierten Werke. Unter anderem inszeniert er HINTERTREPPE (1921) mit Henny Porten, Fritz Kortner und Wilhelm Dieterle in den Hauptrollen. Der Film gilt als ein wichtiger Beitrag des expressionistischen Films, der Elemente des Kammerspiels einbaut.

Paul Leni setzt sich auch erfolgreich auf den Regiestuhl. Prinz Kuckuck (1919) mit Conrad Veidt und Niels Prien zählt zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres. Er inszeniert durch alle Genre hindurch, dreht Märchenfilme, Komödie und Abenteuerfilme. 1922 gründet er die Paul Leni-Film GmbH. Seine geplanten Filme kommen allerdings mit dieser Firma nicht zustande. Erst für die Neptun-Film legt er als Regisseur und Szenenbildner den erfolgreichen Film DAS WACHSFIGURENKABINETT (1924) vor. Mit den damaligen Stars Emil Jannings, Conrad Veidt und Werner Krauss werden drei Episoden mit einer Rahmenhandlung versehen. Der Film gilt als einer der frühen, wichtigen Horrorfilme.

Mitte der 20er Jahre ist Paul Leni wieder vorrangig als Szenenbilder beschäftigt. Er arbeitet mit Regisseuren wie Henrik Galeen, Richard Oswald und Michael Curtiz zusammen. Für die Rebus Film GmbH, die er gemeinsam mit dem Kameramann Guido Seeber gründet, dreht er Kurzfilme. Das Handlungsschema ist wie folgt: In dem ersten Kurzfilm wird eine Frage gestellt, die in einem zweiten Film beantwortet wird. Paul Leni produziert auch Prologe für seine Regie-Kollegen.

1926 geht Paul Leni nach Amerika. Hollywood lockt mit attraktiven Angeboten. Dort trifft er unter anderem Ernst Lubitsch und Conrad Veidt wieder. In New York arrangiert er Bühnenshows, bis er in Hollywood Filme inszeniert. Der Kriminalfilm SPUK IM SCHLOß (1927) wird sein erster Erfolg. Die Experimentierfreude der Kamera, die spannende Dramaturgie der Geschichte und die passenden Szenenbilder für das Spukhaus tragen zum Erfolg des Films bei. Sein Detektivfilm DER CHINESEN-PAPAGEI (1927) wird von der Presse ob seiner außergewöhnlichen Licht- und Bild-Effekte hoch gelobt. In Amerika arbeitet er auch wieder mit Conrad Veidt zusammen. In DER MANN, DER LACHT (1928) gibt er dem Schauspieler die Hauptrolle. Sein letzter Film wird DIE LETZTE WARNUNG (1929).

Paul Leni ist Zeit seines Lebens aktiv in Fachverbänden tätig. Außerdem ist er Mitbegründer des Künstlerkabaretts "Die Gondel". 1921 heiratet Paul Leni die Tänzerin und Schauspielerin Lore Sello.

Paul Leni erleidet im Juni 1929 eine Herzhautentzündung. Er ist zeitweise gelähmt, kann nicht sprechen. Er stirbt am 02. September 1929 in Hollywood.

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