Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Monte Hellman

Monte Hellman
Regie, Schnitt, Produzent

* 12. Juli 1929
New York (New York)
USA

MONTE HELLMAN • Biographie Seite 1/1

Der Filmemacher Monte Hellman ist so gut wie unbekannt. Seine Karriere ist mit den berühmteren Namen Roger Corman, Sam Peckinpah und Quentin Tarantino verbunden. Cineasten und Filmfans des unabhängigen amerikanischen Kinos und New Hollywoods verehren in Monte Hellman einen großen Filmkünstler, der als Außenseiter der Branche gilt. Drei seiner Filme erlangen Kultstatus, stehen als filmische Parabeln für die Verlorenheit des modernen Individuums.

Monte Hellman wird am 12. Juli 1929 in New York geboren. Seine Kindheit verbringt er in Albany. Nach seinem High School-Abschluß studiert er Theaterwissenschaft an der Stanford-Universität. Seinen Abschluß macht er an der University of California in Los Angeles. Schon während des Studium betätigt er sich auf der Bühne, gründet eine eigenen Theatergruppe, die mit experimentellen Stücken auf sich aufmerksam macht.

Gegen Ende der 60er Jahre beginnt Monte Hellman als Schnitt-Assistent beim Fernsehen zu arbeiten, unter anderem ist er bei der TV-Serie "Medic" dabei. Hier lernt er den Produzenten Roger Corman kennen, der viele Talente seiner Generation fördert, unter anderem Francis Ford Coppola. Für Roger Corman inszeniert er seinen ersten Film, den Horrorstreifen BEAST FROM HAUTNED CAVE (1960). Daneben ist er als Berater, Cutter und Regie-Assistent bei anderen Produktionen der Roger Corman-Produktion tätig, bei denen es nicht ungewöhnlich ist, einen Film in ein paar Tagen abzudrehen. Unter anderem ist er als Cutter bei den Film THE TERROR - SCHLOß DES SCHRECKENS (1963) dabei, wo er den Schauspieler Jack Nicholson kennenlernt.

Bei seinen zwei nächsten Filmen arbeitet der junge Künstler mit dem Schauspieler zusammen. Bei dem Film DAS SCHIEßEN (1967) fungiert Jack Nicholson als Koproduzent, bei RITT IM WIRBELWIND (1967) zudem als Koautor. DAS SCHIEßEN (1967) erzählt eine geheimnisvolle Geschichte um zwei skrupellose Westernhelden und eine Frau, die mit einer furios gestalteten Schlußszene - dem Schießen - endet. In RITT IM WIRBELWIND (1967) verfolgen Farmer, die sich zum Selbstschutz zusammengeschlossen haben, zunächst eine Verbrecherbande, jagen dann aber drei Männer, die nach eigenen Angaben unschuldig sind. Die zwei Western entstehen zur gleichen Zeit in der Wüste von Utah und gehen an den Kinokassen in Amerika völlig unter. In Europa dagegen treffen sie den Zeitgeist; beide Filme werden beim Filmfestival in Cannes präsentiert und sorgen für großes Aufsehen. Der Regisseur Monte Hellman wird als Autorenfilmer gefeiert und erlangt mit seinen Western, die mit dem Adjektiv "existentialistisch" versehen werden, Kultstatus.

Auch ASPHALTRENNEN (1971), den Monte Hellman für die Universal dreht, wird zum Kultfilm, obwohl er beim damaligen Publikum ein Mißerfolg wird. Zwei junge Männer in einem alten, frisierten Wagen liefern sich mit dem Fahrer eines teuren Sportwagens ein Wettrennen. Die Zuschauer erfahren weder, woher die drei Protagonisten kommen, noch wird ihr Ziel erreicht. Der Film wird als interessante Interpretation existentieller Verlorenheit gefeiert, in der Film-Geschichtsschreibung zusammen mit EASY RIDER (1969) und AMERICAN GRAFFITI (1973) genannt.

Danach hält sich der Filmemacher mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Er inszeniert für Roger Corman und mit dessen Idee COCKFIGHTER (1974), einen Film über Hahnenkämpfer mit Warren Oates in der Hauptrolle, der allerdings wieder an den Kinokassen flopt. Vier Jahre später legt er einen weiteren Western CHINA 9, LIBERTY 37 (1978) vor, in dem der Regisseur Sam Peckinpah einen Gastauftritt hat. Als der Regisseur Tom Gries während seiner Arbeit an dem Film THE GREATEST (1977) - der Filmbiografie über Muhammad Ali - plötzlich verstirbt, führt Monte Hellman den Film zu Ende. Anfang der 80er Jahre tritt er in der Fernsehdokumentation CHAMBRE 666 (1982) von Wim Wenders auf.

Erst Ende der 80er Jahre kommt der nächste Film des Regisseur in die Kinos. Der Piratenfilm KAMPF AUF DER TODESINSEL (1988) entsteht nach einer Geschichte von Alberti Vasquez Figueroa und erzählt von einem im Gesicht entstellten Matrosen, der sich auf sadistische Weise an Schiffbrüchigen für das ihm zeitlebens angetane Unrecht rächt.

Auch in den 90er Jahren ist der Künstler eher sporadisch an verschiedenen Filmprojekten beteiligt. Er fungiert als Produzent beim ersten Erfolg RESERVOIR DOG (1992) von Newcomer Quentin Tarantino. Er arbeitet an Dokumentationen über das New Hollywood mit, betätigt sich als Cutter und ist auch als Darsteller, unter anderm in der Komödie L.A. WITHOUT THE MAP (1998) von Mika Kaurismäki zu sehen.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,77799