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Charlotte Gainsbourg

Charlotte Gainsbourg
Darsteller

* 21. Juli 1971
London
Großbritannien

CHARLOTTE GAINSBOURG • Biographie Seite 1/1

Die französische Schauspielerin Charlotte Gainsbourg ist die Tochter des Komponisten und Sängers Serge Gainsbourg und der Schauspielerin Jane Birkin. Aber sie ist nicht nur das Kind zweier berühmter Künstler, sondern viel mehr Dank ihren beliebten Eltern avanciert sie ohne klassische Schauspiel-Ausbildung zum Filmstar. Ihre Karriere als Sängerin beginnt sie fast gleichzeitig Anfang der 1980er Jahre. Im Alter von 15 Jahren erhält sie ihren ersten Filmpreis und wird von der "großen Familie" des Kinos adoptiert, schafft es aus eigener Kraft, aus dem Schatten ihrer Eltern herauszutreten und gehört aktuell zu den Stars des Autorenkinos.

Charlotte Gainsbourg wird am 21. Juli 1971 in London geboren. Ihr Vater ist der legendäre französische Komponist und Sänger Serge Gainsbourg, ihre Mutter die englische Schauspielerin Jane Birkin. Charlotte Gainsbourg hat fünf Halbgeschwister. Sie wird in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Auch ihre Großmutter Judy Campbell ist Schauspielerin, ihr Onkel Andrew Birkin arbeitet Regisseur und Drehbuchautor. Zudem ist sie ein Patenkind des amerikanischen Schauspielers Yul Brynner. Ihre Kindheit verbringt sie mit ihren Eltern in Paris.

Schon als Jugendliche ist Charlotte Gainsbourg in der Musikszene und im Kino keine Unbekannte. Sie beginnt ihre Künstlerkarriere im Alter von 12 Jahren mit einem Skandal in der Musikwelt. 1983, ein Jahr vor ihrer ersten Filmrolle, ist sie im Duett mit ihrem Vater im Song "Lemon Incest" zu hören. Im dazugehörigen Video wälzt sich Serge Gainsbourg mit seiner Tochter halbnackt im Bett. Zwei Jahre später komponiert er für sie das Album "Charlotte for ever" und hebt sie im Alter von 15 Jahren in den Rang einer ganz Großen. Der Film gleichen Namens aus dem Jahre 1986 provoziert das Publikum; hier findet ein heruntergekommener Drehbuchautor nur zu sich durch die geliebte Tochter. Vater und Tochter stehen hier erstmals vor der Kamera.

Mit 13 Jahren dreht Charlotte Gainsbourg ihren ersten Film, den musikalischen Liebesfilm DUETT ZU DRITT (1984) unter der Regie von Elie Chouraqui an der Seite von Catherine Deneuve gibt sie deren aufmüpfige Tochter. Schon mit ihrem zweiten Werk feiert sie ihren Durchbruch. In DAS FRECHE MÄDCHEN (1985) von Claude Miller verkörpert sie eine rebellische und träumerische Jugendliche. Für den Film erhält sie ihren ersten César, den Französischen Filmpreis als Beste Nachwuchsschauspielerin. Die gleiche Ehre wird ihr 2000 für ihre Darstellung in LA BUCHE (1999) von Danièle Thompson zuteilt – diesmal für die Beste weibliche Nebenrolle.

Regisseur Claude Miller besetzt sie noch einmal in der Titelrolle der Tragikomödie DIE KLEINE DIEBIN (1988), die er nach einem Drehbuch von Francois Truffaut inszeniert. Als minderjährige kleine Diebin kommt sie aus dem Dorf in das große Paris, verliebt sich in einen verheirateten Mann, beklaut ihre Hausherren, wird in die Besserungsanstalt geworfen, bricht aus und steht am Ende allein und schwanger vor einer ungewissen Zukunft. Ihre Darstellung bringt ihr eine César-Nominierung ein. Französische Kritiker wie Zuschauer sind von dem wilden Charme und der Zerbrechlichkeit der kleinen Charlotte Gainsbourg begeistert.

Charlotte Gainsbourg dreht einen Film nach dem anderen, nicht nur in ihrer Heimat Frankreich, auch in Italien, England und in Amerika. Sie arbeitet viel mit ihrer Familie. In DIE ZEIT MIT JULIEN (1987) von Agnès Varda spielt sie neben ihrer Mutter Jane Birkin. Die Regisseurin befragt die Tochter auch in dem Dokumentarfilm JANE B. ... WIE BIRKIN, den sie im gleichen Jahr über ihre Freundin und Weggefährtin dreht. Die Schauspielerin ist auch in AMOUREUSE (1991) unter der Regie von Jacques Doillon, dem späteren Mann ihrer Mutter, und bei ihrem Onkel Andrew Birkin im Inzest-Drama DER ZEMENTGARTEN (1993) zu sehen. Mit dem Regisseur Yvan Attal, ihrem Ehemann, arbeitet sie bei den Filmen MEINE FRAU, DIE SCHAUSPIELERIN (2002) und HAPPY END MIT HINDERNISSE (2004) zusammen.

Kultstatus erlangt Charlotte Gainsbourg Anfang der 1990er Jahre mit Bertrand Bliers MERCI LA VIE (1991). Sie verkörpert die naive Schülerin Camille, die sich auf eine Affäre mit einem viel älteren Mann einlässt. Danach arbeitet Charlotte Gainsbourg mit bekannten Filmemachern wie Patrice Chéreau, Bertrand Blier und Jacques Doillon. Doch nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1991 fällt sie in tiefe Verzweiflung. Als das französische Publikum sie einige Jahre später wieder entdeckt, ist es von ihrer Reife begeistert sowie von der neuen Selbstsicherheit dieser Frau, die sie geworden war. Dabei ist es immer ihre Traurigkeit, ihre Melancholie, die sich in ihrer Mimik und Gestik wiederfindet. Sie ist eine Frau, wirkt aber mädchenhaft, sie wirkt scheu und schwach, verbirgt aber im Inneren eine wunderbare Leichtigkeit gepaart mit femininen Zauber.

Ganz nebenbei gibt sie auch noch ihr Bühnendebüt 1994 in David Mamets "Oleanna". Aber Vorrang hat das Kino und die große Leinwand. Als Jane überzeugt sie in JANE EYRE (1995) unter der Regie von Franco Zeffirelli. Die Verfilmung des Stoffes von Charlotte Brontë ist besonders sehenswert, weil Charlotte Gainsbourg hier von einer naiven jungen Frau zur selbstbewussten Erwachsenen heranwächst. Für ihre Darstellung in der Liebeskomödie LOVE ETC. (1996) von Marion Vernoux erhält sie eine weitere César-Nominierung; sie ist hier das Objekt der Begierde für zwei Freunde. Der Film zeigt das Scheitern einer Liebe zu dritt. Sie singt zudem den Titelsong zum Film. In David Baileys Mystery-Thriller THE INTRUDER (1999) spielt sie mit Nastassja Kinski, mit der sie bereits in Paolo Tavianis Melodram NACHTSONNE (1990) zu sehen ist.

2000 steht Charlotte Gainsbourg neben Gérard Depardieu und John Malkovich in der Neuverfilmung des Victor Hugo-Romans LES MISÉRABLES - GEFANGENE DES SCHICKSALS (2000) vor der Kamera. Yves Simoneau besetzt sie darüber hinaus in dem Drama NÜRNBERG - IM NAMEN DER MENSCHLICHKEIT (2000). 2003 ist sie in dem Drama 21 GRAMM (2003) von Alejandro González Inárritu an der Seite von Sean Penn zu sehen. Der Film erhält mehrere Oscar-Nominierung. In Dominik Molls Thriller LEMMING (2005) verkörpert sie die verliebte Bénédicte Getty. Die anfängliche Geduld und Harmlosigkeit ihrer Figur paart sie mit ihrer eigenen, unendlich unschuldigen Ausstrahlung.

2005 singt Charlotte Gainsbourg die Titelmelodie zum Film L'UN RESTE, L'AUTRE PART (2005) von Claude Berri, wo sie auch als Schauspielerin zu sehen ist. 2000 sampelt Madonna ihre Stimme für den Hit "What It Feels Like For A Girl". Auch ihre Karriere als Sängerin steht nicht still und wird immer erfolgreicher. 2006 erscheint ihr zweites Album "5.55", das sofort auf Platz eins der französischen Charts springt. Zahlreiche Stars der internationalen Musikszene wirken an dieser Platte mit. Das Album wird einheitlich von der Kritik gelobt und steht seit seinem Erscheinen mehrere Monate an der Spitze der meist verkauften Alben. Nach Europa wird das Album auch in den USA und Asien erscheinen.

Fast zeitgleich spielt Charlotte Gainsbourg in der wunderbaren Komödie THE SCIENCE OF SLEEP (2006) von Michel Gondry. Als Wohnungsnachbarin Stéphanie wird sie für einen skurrilen Erfinder und Tüftler (Gael García Bernal) zur Seelenverwandten. In dem italienischen Drama GOLDEN DOOR (2006) (GOLDEN DOOR (2006) Trailer) unter der Regie von Emanuele Crialese ist sie eine Immigrantin auf dem Weg ins Traumland Amerika. Ein Jahr später gehört sie zum Cast der Filmbiographie I´M NOT THERE (2007) (I´M NOT THERE (2007) Trailer) von Todd Haynes, welches das Leben von Bob Dylan erzählt. Sie spielt an der Seite von Heath Ledger die Rolle der Malerin Claire - dieser Teil des Films erzählt die Geschichte einer gescheiterten Liebe, vom ersten, romantischen Treffen zwischen den beiden bis zur Scheidung.

Charlotte Gainsbourg sollte die Hauptrolle im Film ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN (2007) (ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN (2007) Trailer) von Claude Berri übernehmen. Wegen Verletzung während der Dreharbeiten, springt für sie Audrey Tautou ein. Im Herbst 2008 dreht sie an der Seite von Willem Dafoe unter der Regie von Lars von Trier den Horrorthriller ANTICHRIST in Deutschland.

Charlotte Gainsbourg lebt mit dem französischen Schauspieler und Regisseur Yvan Attal im Paris zusammen. Gemeinsam haben sie zwei Kinder.

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Autorin: Cveta Dobreva
Stand: November 2008

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