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Barbara Dittus

Barbara Dittus
Darsteller

* 11. Juli 1939
Guben
Deutschland
† 25. Juni 2001
Berlin
Deutschland

BARBARA DITTUS • Biographie Seite 1/1

Barbara Dittus ist eine der populärsten Schauspielerinnen der DDR, die über mehrere Jahre unterschiedlichste Frauengestalten auf der Bühne, im Film und im Fernsehen verkörpert. Meist sind es genaue Frauenrollen, die sie spielt - offen und humorvoll; selbstbewußte Frauen, die Sinnlichkeit ausstrahlen. Immer wieder überzeugt die Darstellerin, auch in den kleinsten Rollen, mit authentischen Gesten und durch ihren leisen, stimmigen Witz.

Barbara Dittus wird am 11. Juli 1939 in Guben geboren. Ihre Familie zieht in den Wirren des Krieges nach Schwerin. Hier besucht sie die Schule und arbeitet bereits im Kinderfunk der Stadt. Nach ihrem Schulabschluß bewirbt sie sich mit Erfolg an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg, wo sie von 1958 bis 1961 studiert.

Im Anschluß an ihr Studium erhält sie ihr erstes Engagement am Stadttheater Greifswald, steht später in Halle auf der Bühne, bis sie 1962 von Wolfgang Langhoff ans Deutsche Theater nach Berlin geholt wird. Zunächst spielt die junge Schauspielerin zahlreiche Nebenrollen, spielt Bertolt Brecht, Peter Hacks oder Thomas Wolfe. Ab Mitte der 60er Jahre überzeugt Barbara Dittus in Hauptrollen. Sie spielt die Rolle der Herbstwonne in der berühmten Inszenierung "Der Frieden" von Aristophanes/Hacks, die Venus in der Bearbeitung der "Schönen Helena" und auch die Rolle der Bertha in der legendären Inszenierung von "Der Drache" von Jewgeni Schwarz, alle von Benno Besson in Szene gesetzt. 1968 verläßt sie das Ensemble und wird von Helene Weigel ans Berliner Ensemble engagiert. 1970 steht sie mit der Weigel in der Inszenierung der "Mutter" beim deren letzten Gastspiel in Paris auf der Bühne. Zu Beginn der 70er Jahre feiert die Darstellerin großen Erfolg als Marie in Georg Büchners "Woyzeck". In Ruth Berghaus Inszenierung von Peter Hacks "Omphale" spielt sie 1972 die Titelrolle. Im Berliner Ensemble war sie zuletzt 1992 in Werner Schwabs "Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos" zu sehen. Bis 1993 ist sie Mitglied des Theaterensembles.

Schon während ihres Schauspielstudiums übernimmt Barbara Dittus Rollen beim Film. Ihr Debüt feiert sie mit einer kleinen Rolle in dem Slatan-Dudow-Film VERWIRRUNG DER LIEBE (1959), in dem unter anderem auch Angelica Domröse ihren Einstand im DEFA-Film gibt. Zunächst spielt sie mehrfach Nebenrolle. Ihre erste größere Hauptrolle erhält sie von dem Regisseur Joachim Kunert. In der Anna Seghers-Adaption DIE TOTEN BLEIBEN JUNG (1968) stellt sie glaubhaft die Entwicklung der jungen Marie zwischen 1918 und 1945 dar. Der Film illustriert anhand von Einzelschicksalen die politischen Geschehnisse der Zeit, wird zum epischen Panorama, das durch Darsteller wie Barbara Dittus, Dieter Wien und Klaus Piontek kraftvoll getragen wird.

In den 70er Jahren wird Barbara Dittus eine gefragte Schauspielerin. Neben Jutta Hoffmann ist Barbara Dittus in dem Erfolgsfilm DER DRITTE (1971) von Egon Günther zu sehen. Hier spielt sie die junge Freundin Lucie, die trotz einer gerade erlebten herben Enttäuschung, ihrer Freundin Margit Fließer, eine verständnisvolle Hilfe in der Suche nach Liebe und Glück ist. In dem Film ANTON, DER ZAUBERER (1978) spielt sie an der Seite von Ulrich Thein die Gastwirtswitwe Sabine, die Anton umgarnt. Ihren wohl erfolgreichsten und damals populärsten Film legt die Darstellerin Ende der 70er Jahre vor. In der Komödie EINFACH BLUMEN AUFS DACH (1979) unter der Regie von Roland Oehme spielt sie die Busfahrerin Maxi Blaschke. Die Familie hat Zuwachs bekommen und sucht ein neues Auto. Dank des zufälligen Erwerbs einer ausgedienten Staatskarosse Tschaika erfährt die Familie Blaschke Segen und Fluch gestiegener sozialer Akzeptanz. Neben Martin Trettau überzeugt Barbara Dittus einmal mehr mit ihrer Komik.

Mehrfach ist die Darstellerin in DEFA-Kinder- und Jugendfilmen zu sehen. Sie spielt die 12. Fee in DORNRÖSCHEN (1970); gibt die Mütter in dem Herrmann Zschoche-Film SIEBEN SOMMERSPROSSEN (1978) sowie in DAS SCHULGESPENST (1987) von Rolf Losansky.

Seit den 60er Jahren ist die Schauspielerin vielfach im Fernsehen zu sehen. In der Live-Übertragung der Theateraufführung "Egmont" ist sie erstmals dem Fernsehpublikum bekannt geworden. In dem fünfteiligen Fernsehspiel "Geboren unter schwarzem Himmel" (1962), nach dem gleichnamigen Roman von Jutta Bartus, überzeugt sie als Gertrud. Mehrfach ist Barbara Dittus in TV-Serie wie "Polizeiruf 110" und "Der Staatsanwalt hat das Wort" zu sehen. Außerdem spielt sie historische Persönlichkeiten, gibt Clara Zetkin in dem gleichnamigen Fernseh-Dokumentarfilm (1974). In dem Fernsehfilm "Die Weihnachtsgans Auguste" (1988) unter der Regie von Bodo Fürneisen spielt die Hanna Löwenhaupt.
Nach dem Zusammenbruch der DDR bleiben für Barbara Dittus anspruchsvolle Rollen aus. Sie arbeitet unter anderem für Fernsehfolgen wie "Wolffs Revier" und "Ein Fall für zwei". Außerdem steht sie in freien Theaterproduktionen auf der Bühne.

Barbara Dittus hat eine Tochter, die 1966 geboren wird. Unter dem Namen Susanne Lüning arbeitet diese ebenfalls als Schauspielerin. Gemeinsam stehen Mutter und Tochter in dem Fernsehfilm "Molls Reisen" (1993) vor der Kamera.

Barbara Dittus stirbt am 25. Juni 2001 nach langer schwerer Krebs-Krankheit im Alter von nur 61 Jahren in Berlin.

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