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Sylvester Stallone

Sylvester Stallone
Regie, Drehbuch, Mitarbeit, Darsteller, Produzent

* 06. Juli 1946
New York (New York)
USA

SYLVESTER STALLONE • Biographie Seite 1/1

Mit Rocky Balboa und John Rambo hat Sylvester Stallone Figuren für die Ewigkeit geschaffen, die offenbar kein Verfallsdatum besitzen – so wie Sly offenbar selber. Seit mehreren Jahrzehnten ist er als Schauspieler, Regisseur, Produzent und Autor im Filmgeschäft erfolgreich.

Geboren wird Michael Sylvester Gardenzio Stallone am 06. Juli 1946 in New York City, wo er die ersten Jahre seines Lebens mit seinen Eltern und seinem Bruder Frank Stallone verbringt. Sein Vater Frank Stallone senior, ein in Italien geborener und als Kind in die USA emigrierter Frisör, und seine Mutter Jackie Stallone lassen sich jedoch schon bald scheiden, Sylvester Stallone wächst in einem Vorort von Philadelphia auf. Seine Grundschulzeit ist schwierig, was nicht nur an seinem familiären Hintergrund liegt, sondern auch an seinem Nervenleiden, das eine Gesichtslähmung bedeutet, die ihn kaum sprechen lässt. Sylvester Stallone kompensiert seine offensichtlichen Defizite durch hohes Engagement im Sport. Vor allem im American Football zeigen sich seine Stärken und bringen ihm nach der High School ein Stipendium am American College of Switzerland in Leysin im Kanton Waadt ein.

Die zwei Jahre, die er dort verbringt, sind für Sylvester Stallone äußerst fruchtbar, denn dort belegt er Kurse im Schauspiel. Schon in der Grundschule begeistert er sich für diese Kunst, in der Schweiz kann Sylvester Stallone sich dann in "Tod eines Handlungsreisenden" beweisen. Nach seiner Rückkehr in die USA 1967 schreibt er sich an der Universität von Miami ein, um Drama zu studieren, verlässt die Hochschule allerdings vor seinem Abschluss Richtung New York.

Seine Karriere verläuft zunächst jedoch holprig, weshalb er 1970 für gerade einmal 200 Dollar im Erotikfilm RANDY unter der Regie von Morton Lewis mitwirkt. Laut späteren Angaben von Sylvester Stallone ist dieser Auftritt notwendig, da er zu diesem Zeitpunkt vollkommen pleite ist. Ein paar kleine Nebenrollen in beispielsweise BANANAS (1971) von Woody Allen oder KLUTE (1971) von Alan J. Pakula kann sich Sylvester Stallone in der Folge zwar sichern, diese sind allerdings nicht der Rede wert. Die von Roger Corman produzierten Filme CAPONE (1975), bei dem Steve Carver Regie führt, und FRANKENSTEINS TODESRENNEN (1975) von Paul Bartel bringen Sylvester Stallone die ersten größeren Rollen ein.

Während dieser Zeit sieht Sylvester Stallone den Boxkampf zwischen dem Sportstar Muhammad Ali und dem unbekannten Herausforderer Chuck Wepner. Diese David gegen Goliath Geschichte inspiriert Sylvester Stallone zum Drehbuch zu ROCKY (1976), das er innerhalb kurzer Zeit schreibt. Die Produzenten Irwin Winkler und Robert Chartoff, die es in die Hände bekommen, wollen zunächst nicht auf die Bedingung Sylvester Stallones, selbst die Hauptrolle zu spielen, eingehen, stimmen dann nach einigen Verhandlungen und Drehbuchänderungen aber doch zu. Vor allem das niedrige Budget des Films lässt die beiden Produzenten umdenken, da das Risiko, einen unbekannten Schauspieler die Figur des Rocky Balboa verkörpern zu lassen, dadurch minimal erscheint. Unter der Regie von John G. Avildsen wird ROCKY ein Riesenerfolg, der mit drei Oscars ausgezeichnet wird. Für Sylvester Stallone, der in den Kategorien Bester Hauptdarsteller und Bestes Originaldrehbuch nominiert wird, aber leer ausgeht, ist ROCKY der große Durchbruch.

Es folgt die Hauptrolle des zum Gewerkschaftsboss aufsteigenden Johnny Kovak in Norman Jewisons Drama F.I.S.T. - EIN MANN GEHT SEINEN WEG (1978). Im Anschluss widmet Sylvester Stallone sich wieder der Rolle seines Lebens. ROCKY II (1979) entsteht wiederum nach seinem eigenen Skript und mit ihm als Boxer, der mit seinen Fäusten und seinem Willen den Aufstieg schafft. Diesmal übernimmt Sylvester Stallone sogar noch zusätzlich die Regie.

An die Erfolge der beiden Boxerfilme können seine weiteren Arbeiten NACHTFALKEN (1981) von Bruce Malmuth und FLUCHT ODER SIEG (1981) von John Huston jedoch nicht anschließen, sodass er 1982 in ROCKY III - DASAUGE DES TIGERS zum dritten Mal die Boxhandschuhe überstreift und in den Ring steigt. Auch das zweite Sequel entsteht nach seinem Drehbuch und unter seiner Regie. Im selben Jahr gelingt es Sylvester Stallone, eine weitere Filmfigur so zu verkörpern, dass sie untrennbar mit ihm in Verbindung gebracht wird: RAMBO (1982). Das von Ted Kotcheff gedrehte Actiondrama, das auf dem Buch "First Blood" von David Morrell beruht, wird für Sylvester Stallone neben Rocky Balboa zur zweiten Figur seines Lebens.

1985 lässt er beide auch wieder antreten, den Vietnamveteranen John Rambo in RAMBO II - DER AUFTRAG, der von George Pan Cosmatos gedreht wird, und Rocky Balboa in ROCKY IV - DER KAMPF DES JAHRHUNDERTS, für den er wieder das Drehbuch schreibt und noch mal auf dem Regiestuhl Platz nimmt. Diese Filme orientieren sich stärker als die jeweiligen Vorgänger am Actiongenre, für das der muskulöse Sylvester Stallone sowieso prädestiniert scheint. Mit DIE CITY COBRA (1986) von Regisseur George P. Cosmatos und vor allem RAMBO III (1988) von Peter MacDonald verfestigt sich der Ruf von Sylvester Stallone als Actionstar.

Zu Beginn der 1990er kann der Italoamerikaner noch einige Erfolge feiern. ROCKY V (1990), bei dem John G. Avildsen nach Teil 1 wieder die Regie inne hat und Sylvester Stallone zusammen mit seinem Sohn Sage Stallone spielt, lockt die Zuschauer wieder ins Kino, CLIFFHANGER (1993) von Renny Harlin wird für drei Oscars nominiert und DEMOLITION MAN (1993) von Marco Brambilla, in dem Wesley Snipes den Widersacher von Sylvester Stallone gibt, lässt die Kassen ebenso klingeln. Außerdem versucht Sylvester Stallone sich in dieser Zeit in Filmen wie OSCAR - VOM REGEN IN DIE TRAUFE (1991), Regie John Landis, und STOP! ODER MEINE MAMI SCHIESST (1992) von Roger Spottiswoode im komischen Fach, allerdings mit durchwachsenem Erfolg.

Ab Mitte der 1990er erhält die steile Karriere von Sylvester Stallone jedoch einen Dämpfer, denn Filme wie JUDGE DREDD (1995) von Danny Cannon, DRIVEN (2001) von Renny Harlin oder D-TOX - IM AUGE DER ANGST (2002) von Jim Gillespie sind keine weiteren Hits in der Laufbahn von Sylvester Stallone. Für die Darstellung des Sheriff Freddy Heflin in COP LAND (1997) von James Mangold erhält er jedoch viel Lob, da er sich entgegen der allgemeinen Erwartungshaltung gegenüber Charaktermimen wie Robert De Niro oder Harvey Keitel schauspielerisch behaupten kann.

Das große Comeback an den Kinokassen glückt Sylvester Stallone allerdings erst wieder mit der Figur, der er seine Karriere zu verdanken hat. Nach 16 Jahren lässt er in ROCKY BALBOA (1996) ein letztes Mal die Fäuste sprechen. Die melancholische Rückkehr zu den Wurzeln der Reihe, die Sylvester Stallone selber inszeniert, wird unisono als würdiger Abschluss betrachtet. Zwei Jahre später, im Jahr 2008, lässt er JOHN RAMBO (JOHN RAMBO Trailer) wieder auferstehen. Das knallharte Werk, bei dem er ebenso Regie führt, wird wegen seines hohen Gewaltanteils zwar kritisiert, füllt aber dennoch die Kinosäle. Für Sylvester Stallone sind diese Erfolge offenbar ein großer Anreiz, die guten alten Actionfilmzeiten wieder aufleben zu lassen. Zusammen mit Dave Callaham schreibt er das Drehbuch zu THE EXPENDABLES (THE EXPENDABLES Trailer), den er selber dreht und der 2010 den Zuschauern in den Lichtspielhäusern einheizt. Gemeinsam mit Stars wie Dolph Lundgren, Jet Li und Jason Statham schafft Sylvester Stallone es, einen der Filmhits des Jahres abzuliefern. Einen nicht unwesentlichen Anteil am Erfolg des Films hat die Begegnung von Sylvester Stallone mit den beiden Actionhelden früherer Tage, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis, die in der Fortsetzung EXPENDABLES 2, die derzeit gedreht und 2012 starten wird, ausgebaut werden soll.

1974 heiratet Sylvester Stallone Sasha Czack. Von ihr hat er die beiden Söhne Sage Moonblood Stallone, geboren 1976, und Seargeoh, der 1979 zur Welt kommt. Das Paar lässt sich 1985 scheiden, Sylvester Stallone nimmt im selben Jahr Schauspielerin Brigitte Nielsen zur Frau. Die Ehe hält zwei Jahre und bleibt kinderlos. 1997 ehelicht der Actionstar Jennifer Flavin, mit der er die Töchter Sophia Rose, Sistine Rose und Scarlet Rose hat.

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Autor: Nils Pape
Stand: Oktober 2011

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