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Ingmar Bergman

Ingmar Bergman
Regie, Drehbuch, Kamera

* 14. Juli 1918
Uppsala
Schweden
† 30. Juli 2007
Insel Farö
Schweden

INGMAR BERGMAN • Biographie Seite 1/1

Der Autor und Regisseur Ingmar Bergman hat mit seinen Filmen in den 50er und 60er Jahre Filmgeschichte geschrieben. Er habe die Kamera benutzt wie andere den Stift, schreibt der französische Regisseur François Truffaut über seinen Kollegen.

Ingmar Bergman wird am 14. Juli 1918 in Uppsala als Sohn eines evangelischen Pastors geboren. Die Familie lebt in bürgerlichem Wohlstand, weil die Mutter Tochter eines vermögenden Geschäftsmannes ist. Mit 19 Jahren verläßt er die Familie und studiert Literatur und Kunstgeschichte an der Universität Stockholm. Nebenbei schreibt er Kurzgeschichten und Bühnenstücke. Er interessiert sich für das Theater. 1942 beginnt er als Regieassistent zu arbeiten und führt Regie am Amateurtheater. 1944 wird er Direktor des Stadttheaters in Helsingborg. Zeit seines Lebens bleibt er dem Theater verpflichtet. Besonders in den Wintermonaten arbeitet er für verschiedene Bühnen. 1963 bis 1966 ist er Direktor des Königlichen Staatstheaters in Stockholm.

1944 kommt er mit dem Film in Berührung. Er schreibt Drehbücher für die schwedische Produktionsfirma Svensk Filmindustri und für andere Filmemacher. Sein erstes Drehbuch entsteht für den Film DIE HÖRIGE (1944) in der Regie von Alf Sjöberg. Der Film ist eine Abrechnung mit der "Hölle Schule" und erzählt die Geschichte eines sadistischen Lehrers und seiner Schikanen gegen die Schüler. Mehrere Drehbücher von Ingmar Bergman werden von Olof Molander und Alf Sjöberg verfilmt.

Bereits ein Jahr später führt Ingmar Bergman bei seinem ersten Film Regie: KRISE (1945) . Seine Drehbücher wird er selbst erarbeiten. Der schwedische Filmboom macht sich bemerkbar. In den nächsten 10 Jahren dreht Ingmar Bergman 16 Spielfilme. Nur kurz wird seine enorme Arbeitsbelastung unterbrochen. Anfang der 50er Jahren erschüttert eine Krise die schwedische Filmindustrie. Aufgrund der hohen Vergnügungssteuer - vierzig Prozent auf jede Kinokarte - kommt es zum "Filmstreik". Die schwedischen Filmstudios streiken und produzieren keine Filme. Ingmar Bergman inszeniert in dieser Zeit Werbefilme für die Seife Bris.

Seine Kinofilme werden Welterfolge. Für DAS LÄCHELN EINER SOMMERNACHT (1955) wird er mit dem Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes 1956 ausgezeichnet. Ein Jahr später erhält er den Goldenen Bären bei den Filmfestspielen in Berlin für WILDE ERDBEEREN (1957). Zweimal hält er den Oscar für den Besten ausländischen Film in der Hand: 1959 für DIE JUNGFRAUENQUELLE und 1961 für WIE IN EINEM SPIEGEL. Für das skandinavische Kino setzt er eine erfolgreiche Tradition fort. Der junge Regisseur gilt als legitimer Nachfolger großer Regisseure wie Mauritz Stiller und Victor Sjöström. Er erzählt in seiner 'religösen Phase' mit großen Bildern Geschichten über Menschen nach der Suche zu Gott und einer Orientierung im Leben. In seinen psychologisch orientierten Dramen benutzt er Träume und Halluzinationen, um das Innere seiner Protagonisten deutlich zu machen. In seinen Filmen über Frauen schildert er psychologisch genau beobachtend Mutter-Tochter-Beziehungen.

1976 verläßt Ingmar Bergman Schweden. Aufgrund einer Anzeige wegen Steuerhinterziehung durch das schwedische Finanzamt wird er verhaftet. Der Vorwurf erweist sich als haltlos. Trotzden geht Ingmar Bergman nach Deutschland. Bis zur Aufklärung der Affäre arbeitet er in München und dreht DAS SCHLANGENEI (1977), HERBSTSONATE (1978) und AUS DEM LEBEN EINER MARIONETTE (1980). Anfang der achtziger Jahren kehrt er nach Schweden zurück. Hier entsteht sein wohl erfolgreichster Film: FANNY UND ALEXANDER (1982). Der opulente Kostümfilm über das Leben einer bürgerlichen Familie trägt autobiographische Züge und erhält fünf Oscar-Nominierungen. Drei kann der Regisseur und sein Team mit nach Hause nehmen: Bester ausländischer Film, Beste Kamera, Beste Kostüme. Da Ingmar Bergman während der Dreharbeiten meistens eine Beobachterkamera mitlaufen läßt, hat er genügend Filmmaterial, um einen Dokumentarfilm zu FANNY UND ALEXANDER zu erstellen, der 1985 aufgeführt wird. Als sei damit alles erreicht, erklärt Ingmar Bergman seinen Rückzug aus der Kinoindustrie und dreht nur noch Fernsehfilme.

Ingmar Bergman arbeitet mit einem relativ festen Ensemble. Der Name des Kameramannes Sven Nykvist ist eng mit den Arbeiten von Ingmar Bergman verbunden. Beide arbeiten seit 1959 eng zusammen. Es entstehen bis 1980 über 20 Filme, die sie gemeinsam gestalten. Ihr Erfolg zeigt sich auch an dem Oscar für die Beste Kamera, den Sven Nykvist 1972 für SCHREIE UND FLÜSTERN erhält.

Zudem fördert er Schauspieltalente. Liv Ullmann (zum Beispiel in SZENEN EINER EHE) oder etwa Max von Sydow (unter anderem in DAS SIEBTE SIEGEL) haben herausragenden Darstellungen unter der Regie des schwedischen Meisters vollbracht.

Ingmar Bergman ist fünfmal verheiratet. Außerdem führt er langjährige Beziehungen mit den Schauspielerinnen Harriet Andersson, Bibi Andersson und Liv Ullmann. 1987 veröffentlicht er seine Autobiographie unter dem Titel "Laterna Magica". Über ihn und seine Familie entstehen Filme. 1991 dreht der dänische Regisseur Bille August DIE BESTEN ABSICHTEN, einen Film über das Leben seiner Eltern nach einem Drehbuch von Ingmar Bergman.

Für sein Lebenswerk erhält Ingmar Bergman zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Europäischen Filmpreis Felix 1988, beim 50. Filmfestival in Cannes den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Sein letzter Film SARABANDE wird 2004 beim Festival der Filmarchive in Bologna gezeigt. Er erzählt die Geschichte der Beziehung aus SZENEN EINER EHE (1973) nach 32 Jahren weiter.

Ingmar Bergman lebt zurückgezogen auf der Ostseeinsel Farö. Hier stirbt er in seinem Haus am 30. Juli 2007 im Alter von 89 Jahren.

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