Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Stanley Kubrick

Stanley Kubrick
Regie, Drehbuch, Kamera, Special Effects, Ton, Schnitt, Produzent

* 26. Juli 1928
New York (New York)
USA
† 07. März 1999
St. Albans (England)
Großbritannien

STANLEY KUBRICK • Biographie Seite 1/1

"Er hatte es bestimmt schwer, mit seinem eigenen Verstand Schritt zu halten", sagt ein Mitarbeiter in einer Fernsehdokumentation über den Regisseur Stanley Kubrick. Für viele Cineasten ist er das Genie, der Größte, vielem um Jahre voraus. Dabei ist Stanley Kubrick ein Autodidakt. Außerdem hat er relativ wenig Filme gedreht, aber dafür sind sie alle die besten ihres Genres.

Stanley Kubrick ist am 26. Juli 1928 in New York geboren. Sein Vater ist der Arzt Jacques Kubrick. Seine Mutter Gertrude Perveler stammt aus einer jüdischen Familie mit Wurzeln in Österreich-Ungarn. Die Familie ist gut situiert. Er wächst in der Bronx auf und bricht mit 16 Jahren die Schule ab. Er will Fotograf werden. Bereits 1945 hat er sein erstes Foto veröffentlicht. Am Tag des Todes des Präsidenten Franklin D. Roosevelt fotografiert er einen Zeitungsjungen, der beim Austragen dieser Nachricht selbst zusammenbricht. Das Magazin Look kauft das Foto sofort, dort verdient er auch in der Folge sein erstes Geld. Im Auftrag des Magazins reist er nach Europa und durch die USA.

1950 dreht Stanley Kubrick seinen ersten 16-mm-Kurzfilm. Er finanziert den Film DER TAG DES KAMPFES (1950) selbst und kann ihn sogar an die Produktionsfirma RKO verkaufen. Mehrere Kurzfilme und Dokumentationen folgen. 1953 dreht er seinen ersten Spielfilm FURCHT UND BEGIERDE (1953). Er erzählt die Geschichte eines fiktiven Krieges. Der Film kostet 9000 Dollar und bringt eine sichere Finanzquelle ein: Stanley Kubrick wird bei der Fernsehserie "Omnibus" als Second-Unit-Regisseur angestellt.

Der unabhängige Produzent James B. Harris wird auf den jungen Regisseur aufmerksam und produziert seine nächsten drei Filme: das Boxerdrama DER TIGER VON NEW YORK (1955), den Krimi DIE RECHNUNG GING NICHT AUF (1956) sowie WEGE ZUM RUHM (1957) mit Kirk Douglas und Adolphe Menjou. Das Werk gilt als einer der besten Anti-Kriegsfilme. Danach arbeitet Stanley Kunrick mit Marlon Brando an dessen Film DER BESESSENE (1961). Aufgrund von Differenzen geben beide die Zusammenarbeit auf, Marlon Brando führt später selbst bei dem Western Regie. Aber es bietet sich eine andere Gelegenheit. Kirk Douglas produziert SPARTACUS (1960). Der vorgesehende Regisseur Anthony Mann steigt nach einer Woche aus dem 12-Millionen-Dollar-Projekt aus. Kirk Douglas bietet Stanley Kubrick die Regie an. Der ist zwar nicht ganz zufrieden, weil er zu wenig Kontrolle über das Produkt hat, aber der Film wird ein weltweiter Erfolg. Er gewinnt 4 Oscars: Bester Nebendarsteller (Peter Ustinov), Beste Kamera, Beste Ausstattung, Beste Kostüme. Nach dem Erfolg von SPARTACUS (1960) kann Stanley Kubrick unabhängig weiterarbeiten.

Zu Beginn der 60er Jahre kommt seine Verfilmung von Vladimir Nabokov's Erzählung LOLITA (1961) in die Kinos. Um den Film inszenieren zu können, ist Stanley Kubrick vom prüden Amerika nach England übergesiedelt. Der Film wird zwar ein finanzieller Erfolg, aber die Kritik und besonders die katholische Kirche nimmt ihn äußerst kritisch auf. England und ein Gut in der Nähe von der Studios in Hertfortchild bleibt bis zu seinem Tod sein Wohnort.

Zwei Jahre später entsteht für die Columbia Pictures DR. SELTSAM - ODER: WIE ICH LERNTE DIE BOMBE ZU LIEBEN (1963). Stanley Kubrick schafft eine nukleare Alptraumkomödie mit rabenschwarzem Humor, in der Peter Seller gleich in drei Rollen überzeugen kann. Der Film wird sogar für den Oscar nominiert, ist aber in seiner Aussage und Inszenierung zu radikal, um wirklich einen zu erhalten. Der Erfolg allerdings sichert in den kommenden Jahren die künstlerische Selbständigkeit des Regisseurs.

Fünf Jahre später bringt Stanley Kubrick seinen nächsten Film in die Kinos: 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM (1968). Viele Premierengästen verlassen das Kino vorzeitig, von der Kritik wird der Film teilweise zerrissen, aber beim Publikum hat er einen Nerv getroffen. Weil Journalisten ihm überaus dumme Fragen zu 2001 stellen, beschließt er, sich nie wieder interviewen zu lassen. Für die visuellen Effekte erhält der Film einen Oscar. 2001 kommt eine rekonstruierte Fassung in die Kinos. Das folgende Projekt "Napoleon", an dem Stanley Kubrick lange arbeitet, kommt nicht zustande, weil die Produktionsfirma das Projekt nach dem finanziellen Mißerfolg von WATERLOO (1970) aufgibt.

Anfang der 70er Jahre folgt mit UHRWERK ORANGE (1971) eine weitere Satire, die zum Publikumserfolg wird, allerdings auch zahllose Kritiken hervorbringt, die dem Regisseur Gewaltverherrlichung und Verantwortungslosigkeit vorwerfen. Weil aufgrund des Filmes angeblich zahlreiche Gewalttaten stattfinden, zieht Stanley Kubrick den Film zwei Jahre später aus den Kinos zurück.

Nach UHRWERK ORANGE (1971) arbeitet er über Jahre an dem Kostümfilm BARRY LYNDON (1975). Zwar kann der Film diesmal die Kritiker überzeugen, wird aber beim Publikum nicht besonders gut aufgenommen. An dem Filmwerk offenbart sich der Ruf, den sich der Regisseur über Jahre aufgebaut hat. Er gilt als enormer Perfektionist. 300 Tage währen die Dreharbeiten. Für den Schnitt beansprucht Stanley Kubrick Monate. Für BARRY LYNDON (1975) läßt er ein Kameraverfahren entwickeln, mit dem bei Kerzenlicht gedreht werden kann. Dadurch entsteht eine Authenzität des 18. Jahrhundert, die ihresgleichen sucht. Außerdem setzt er die erste brauchbare Steady-Cam ein. 1976 erhält der Film vier Oscars: Beste Kamera, Beste Musik, Beste Ausstattung, beste Kostüme.

Es vergeht wieder eine lange Zeit, bis der Regisseur einen neuen Film vorlegt. Er dreht mit Jack Nicholson in der Hauptrolle den Horrorfilm SHINING (1980), die Verfilmung eines Stephen King-Romans. Wieder jubelt das Publikum, aber die Kritik bemängelt mangelnde Werktreue. Der Schauspieler Jack Nicholson zeigt in SHINING (1980) eine seiner besten schauspielerischen Leistungen.

Weitere sieben Jahre vergehen, bis FULL METAL JACKET (1987) erscheint, ein weiterer Anti-Kriegsfilm. Stanley Kubrick arbeitet an verschiedenen Projekten, unter anderem an A.I. - KÜNSTLICHE INTELLIGENZ. Er gibt das Vorgaben auf, weil er einige Jahre auf neue Computertechnik warten möchte. Erst nach seinem Tod realisiert Steven Spielberg den Film.

1997 erhält der Regisseur zwei der wichtigsten Ehrungen: zum einen den D. W. Griffith-Award der "Director's Guild of America" und den Goldenen Löwen bei den 54. Internationalen Filmfestspielen in Venedig. Im selben Jahr beginnt er an seinem letzten Film zu arbeiten: eine Verfilmung der "Traumnovelle" von Arthur Schnitzler. EYES WIDE SHUT (1999) entsteht in 15 Wochen mit dem Schauspieler-Ehepaar Nicole Kidman und Tom Cruise in den Hauptrollen. Am 2. März 1999 wird der Film in New York aufgeführt.

Stanley Kubrick stirbt eine Woche nach der Uraufführung seines letzten Films am 7. März 1999 in St. Albans (Großbritannien).

Stanley Kubrick ist dreimal verheiratet. 1948 tritt er mit seiner ehemaligen Klassenkameradin Toba Metz vor den Altar. Nach seiner Scheidung heiratet er 1955 Ruth Sobotka, eine Tänzerin im New York City Ballet. Die Ehe wird ebenfalls geschieden. 1958 heiratet er die deutsche Malerin und Schauspielerin Christiane Kubrick, die er auf dem Set zu seinem Antikriegsdrama WEGE ZUM RUHM (1957) kennengelernt hat, und mit der er bis zu seinem Tod zusammenbleiben wird. Stanley Kubrick hinterläßt drei Töchter, Abigail, Anya und Vivian.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 1,36269