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John Lasseter

John Lasseter
Regie, Drehbuch, Produzent, Ausführender Produzent

* 12. Januar 1957
Hollywood (Kalifornien)
USA

JOHN LASSETER • Biographie Seite 1/1

John Lasseter, der erfolgreiche Mitbegründer der Pixar Animation Studios steht mit seinem Namen als Regisseur, Produzent und Zeichner für den kontinuierlichen Erfolg des modernen, computeranimierten Trickfilmgenres. Zunächst allein und dann in der Zusammenarbeit mit den Disney-Studios produziert er Meilensteine des Animationsfilms, veröffentlicht einen Kassenhit nach dem anderen und wird weltweit für seine Arbeit gelobt und ausgezeichnet. John Lasseter gilt mit seinem künstlerischen und kreativen Schaffen als Revolutionär des Zeichentrickfilms. Er verleiht dem leicht verstaubten Genre des Zeichentricks einen modernen Glanz und passt sich mit Hilfe der modernen Computertechnik den Bedingungen seiner Zeit an. Vielen gilt er als legitimer Nachfolger von Walt Disney.

John Lasseter wird am 12. Januar 1957 in Hollywood, Kalifornien geboren und entdeckt schon sehr früh seine ausgeprägte Leidenschaft für amerikanische und japanische Cartoons. Um dieses Interesse in seine berufliche Zukunft einzubinden, entschließt er sich nach seiner obligatorischen Schulausbildung, ein von der Walt Disney-Company gesponsertes Kunststudium am "Californian Institute of the Arts" anzunehmen. Schon während des Studiums arbeitet er bei dem größten Familien-Entertainment-Konzern, nach dem Studium erhält er im Jahre 1975 eine Festanstellung und beteiligt sich als Animator an mehreren Filmproduktionen, beispielweise für den Disney-Klassiker CAP UND CAPPER (1981).

Der junge Künstler ist jedoch bestrebt, sich in seiner Arbeit von den konventionell gezeichneten Trickfilmen abzuheben und beschäftigt sich zunehmend mit den technischen Neuerungen des computergesteuerten Animationsfilms. Dafür interessiert sich Disney zu diesem Zeitpunkt gar nicht, so dass John Lasseter 1984 beim Studios kündigt. Er findet einen neuen Arbeitgeber in der Produktionsfirma "Lucasfilm" von Regisseur und Produzent George Lucas und kann dort mit neuen Computergrafiken experimentieren. Besonders viel Aufmerksamkeit und Anerkennung erhält er für die Gestaltung der computeranimierten Figur des Ritters aus Fensterglas in der Steven Spielberg-Produktion DAS GEHEIMNIS DES VERBORGENEN TEMPELS (1985).

Im Jahre 1986 werden die Pixar Animation Studios von den Unternehmern Steve Jobs (Chef von Apple Computer) und Edwin Catmull gegründet; John Lasseter ist als Gründungsmitglied dabei. Das Studio setzt bald einen neuen Standard in der computergesteuerten Animation. John Lasseter ist von Beginn an als einer der kreativen Köpfe für die Produktionsfirma tätig, die sich Modernität auf die Fahnen geschrieben hat und dem traditionellen Animationsfilm Konkurrenz machen will. Er realisiert für das Studio mehrere computeranimierte Kurzfilme, unter anderem den oscarprämierten Kurzfilm TIN TOY (1987).

Doch John Lasseters Ambitionen streben nach mehr und somit plant er einen komplett computeranimierten Langfilm zu kreieren, der seine Realisierung in dem Kassenschlager TOY STORY (1995) (TOY STORY (1995) Trailer) findet. TOY STORY (1995) (TOY STORY (1995) Trailer) ist der erste abendfüllende computergesteuerte Animationsfilm der Filmgeschichte und leitet damit eine Revolution in der Zeichentrickkunst ein. In der spannenden Abenteuergeschichte zweier Spielzeugfiguren, bei denen sich aus einer anfänglichen Rivalität eine wahre Freundschaft entwickelt, werden die neugesetzten Standards in fabelhafter Art und Weise umgesetzt. Die von John Lasseter und seinem kreativen Team eingesetzte Farbdramaturgie des Films sowie der Detailreichtum der Darstellungen erlauben eine plastische Modellierung der Bildräume und Bewegungsabläufe. Ebenso ist die neue Erzählform des Films ausschlaggebend dafür, dass TOY STORY (1995) (TOY STORY (1995) Trailer) als erster Trickfilm überhaupt, eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bestes Drehbuch erhält.

Im Pixar Studio gehen Technik und Erzählkunst eine wundervolle Verbindung ein, werden Trickfilme auf der Höhe der Zeit produziert. Es ist John Lasseter, der immer wieder darauf hinweist, dass die Story wichtiger ist als die Technik; sie dient dazu, die Geschichte gut umzusetzen. Obwohl er zur größten Konkurrenz des Disney-Konzerns wird, sieht er sich doch in direkter Nachfolge von Walt Disney, dem Begründer des Trickfilms. Mit der Produktion von weiteren Kassenschlagern bzw. Kinohits wie DAS GROSSE KRABBELN (1998), TOY STORY 2 (1999) (TOY STORY 2 (1999) Trailer), DIE MONSTER-AG (2001), FINDET NEMO (2003) (FINDET NEMO (2003) Trailer), DIE UNGLAUBLICHEN - THE INCREDIBLES (2004) und CARS (2006) (CARS (2006) Trailer) gelingt Pixar unter Mitwirkung von John Lasseter als kreativer Chef des Unternehmens ein unglaublicher Erfolg. Nicht nur die Zuschauerzahlen an den Kinokassen sind rekordverdächtig, sondern auch das positive Kritikerlob der Filmbranche, welches sich in zahlreichen Auszeichnungen widerspiegelt. Die Pixar Animation Studios erhalten allein für ihre abendfüllenden Filmproduktionen über 20 Oscars und verdrängen die konventionellen Trickfilme der Konkurrenz von den weltweiten Hitlisten der Kinos.

Der Disney-Konzern sieht die Konkurrenz mit Sorge und hat keine Möglichkeit, mit den computeranimierten Geschichten von Pixar mitzuhalten. Disney verleiht nur die Filme von Pixar; eigene Produktionen reichen nicht ansatzweise an deren Qualität heran. Die Partnerschaft droht ganz auszulaufen, doch dann entscheidet sich Steve Jobs, Pixar Animation Studios an die Konkurrenz zu verkaufen und Miteigner des Disney-Konzern zu werden. Für 7,4 Millionen Dollar wechselt auch John Lasseter seinen Arbeitgeber und kehrt an seine frühere Wirkungsstätte zurück. John Lasseter wird zum kreativen Kopf des Animationsstudios, ist "Chief Creative Officer". Er bringt als Produzent WALL-E (2008) (WALL-E (2008) Trailer) in die Kinos, der sich Hoffnungen auf den Oscar machen kann. Mit BOLT (2008) (BOLT (2008) Trailer) ist die erste wirkliche Disney-Produktion in die Kinos gekommen, die Pixar unter dem Dach des Disney-Konzerns produziert hat.

John Lasseter lebt in Sonoma, Kalifornia. Er ist verheiratet und hat fünf Söhne.

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Autorin: Ulrike Hecht
Stand: Januar 2009

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