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Alexander Payne

Alexander Payne
Regie, Drehbuch, Produzent, Ausführender Produzent

* 10. Februar 1961
Omaha (Nebraska)
USA

ALEXANDER PAYNE • Biographie Seite 1/1

Die Filme des amerikanischen Regisseurs und Drehbuchautoren Alexander Payne sind durch ein hohes Maß an Authentizität gekennzeichnet. In ihrem Mittelpunkt stehen überwiegend Durchschnittsmenschen, tragische Verlierertypen, deren fortwährendes Scheitern der Filmemacher liebevoll dokumentiert. Die Inspiration für das von Alexander Payne vertretende Kino liefern die frühen Arbeiten des tschechischen Regisseurs Milos Forman sowie die Filme der New Hollywood Filmemacher Hal Ashby und Norman Jewison.

Alexander Payne wird am 10. Februar 1961 in Omaha, Nebraska als Constantine Alexander Payne geboren. Der Filmemacher entstammt einer Familie mit griechischen Wurzeln, die ihren Nachnamen von Papopoulos in Payne ändern. Er studiert zunächst Spanisch und Englisch an der Stanford Universität, bevor er an der Filmhochschule in Los Angeles seinen Abschluss macht. Alexander Payne arbeitet in verschiedenen Funktionen beim Film und Fernsehen, bevor er die Kurzfilme CARMEN 1985) und PASSION OF CHRIST (1991) dreht. Diese Kurzfilme und die Auftragsarbeit INSIDE OUT I (1992) und INSIDE OUT III (1992) für den Playboy-Kanal entstehen unter der Mithilfe seines Mitbewohners und Co-Autoren Jim Taylor.

Fünf Jahre später erscheint sein erster Spielfilm CITIZEN RUTH (1996). Der Film erzählt die Geschichte der drogensüchtigen, schwangeren Ruth Stoops (Laura Dern), die unerwartet die Aufmerksamkeit einer Gruppe erhält, welche über die Moral und Legalität von Abtreibungen diskutiert. Der Film ist eine Satire, die den Mut aufbringt, beiden Seiten der Abtreibungsdebatte Gehör zu verschaffen. Laura Dern erhält für ihre Arbeit in dem Film auf dem Montreal World Film Festival die Auszeichnung in der Kategorie Beste Schauspielerin.

Alexander Paynes zweiter Spielfilm ELECTION (1999) entsteht nach dem gleichnamigen Roman von Tom Perotta und überträgt die Skandale und Schlammschlachten, die in Verbindung mit Präsidentschaftswahlkämpfen stehen, auf das Highschool-Milieu. Im Mittelpunkt der Spielfilmhandlung steht der Lehrer Jim McAlister (Matthew Broderick), der alles daran setzt, um zu verhindern, dass die ehrgeizige Schülerin Tracy Flick (Reese Witherspoon) die Wahlen zur Vorsitzenden der Schülervertretung gewinnt. Der Film setzt die Geschichte klug und witzig um und karikiert gekonnt den amerikanischen Traum. Der Regisseur erhält bei den Oscarverleihungen im folgenden Jahr eine Nominierung in der Kategorie Bestes Drehbuch. Reese Witherspoon, die sich durch ihre Darstellung als eine die besten Darstellerinnen ihrer Generation auszeichnet, wird bei den Golden Globes als Beste Schauspielerin nominiert.

Zu dem Film ABOUT SCHMIDT (2002) mit Jack Nicholson in der Titelrolle, der auf dem gleichnamigen Roman von Louis Begley basiert, schreiben Alexander Payne und Jim Taylor gemeinsam das Drehbuch. Die Geschichte dreht sich um den frisch pensionierte und verwitweten Versicherungsmakler Warren Schmidt. Schmidt begibt sich auf eine Reise zu der Hochzeit seiner Tochter Jeannie (Hope Davis), die einen Mann heiratet, den er überhaupt nicht leiden kann. Das Roadmovie ist eine lustige, zu Herzen gehende Charakterstudie, in der Jack Nicholson eine seiner besten Darstellungen der letzten Jahre gibt. Das von Hollywood vernachlässigte Thema des Alterns und der Einsamkeit wird gekonnt in Szene gesetzt. 2003 erhält der Film den Golden Globe in der Kategorie Bestes Drehbuch für einen Spielfilm und Jack Nicholson gewinnt den Preis in der Kategorie Beste Darbietung in einem Spielfilm-Drama. Bei den Oscarverleihungen erhalten sowohl Jack Nicholson als auch Kathy Bates eine Nominierung in den Kategorie Bester Schauspieler und Beste Schauspielerin, gehen jedoch beide leer aus.

Für das sich anschließende gemeinsame Spielfilmprojekt von Alexander Payne und Jim Taylor SIDEWAYS (2004) steht der gleichnamige Roman von Rex Pickett Pate. Der Film erzählt die Geschichte von Miles (Paul Giametti) und Jack Thomas Hayden Church, zwei Freunde mittleren Alters, die nicht sehr viel Glück im Leben haben. Beide machen sie auf eine einwöchige Reise durchs Weinland Kalifornien, kurz bevor Jack heiraten soll. Schnell kollidieren ihre sehr unterschiedlichen Lebenseinstellungen. Der Film sorgt nicht nur für sehr gute Einspielergebnisse und steigenden Weinabsatz in Kalifornien, auch die Kritiker lieben ihn. Für Roger Ebert, einem der bekanntesten Filmkritiker Amerikas, ist er die beste Komödie des Kinojahres. Mit SIDEWAYS (2004) gelingt es Alexander Payne und seinem Co-Autor endlich, den Oscar 2004 in der Kategorie Bestes Adaptiertes Drehbuch mit nach Hause zu nehmen. Bei den Golden Globes gewinnt der Film in den Kategorien Bestes Filmmusical/Komödie und Bestes Drehbuch und erhält außerdem eine Nominierung in der Kategorie Beste Filmmusik.

An dem Episodenfilm PARIS, JE T`AIME (2006) ist Alexander Payne neben solch gestandenen Regisseuren wie Wes Craven und Tom Tykwer beteiligt. Er dreht die Episode DAS 14. ARRONDISSEMENT Regie und schreibt dafür auch das Drehbuch. Der Filmemacher und sein Co-Autor Jim Taylor schreiben zudem auch Drehbücher für Filme anderer Regisseure. Unter ihrer Mithilfe entstehen unter anderem die Bücher für JURASSIC PARK III (2001) unter der Regie von Joe Johnston und für die Schwulenkomödie CHUCK UND LARRY – WIE FEUER UND FLAMME (2007) des Regisseurs Dennis Dugan. Auch als Produzent macht sich Alexander Payne mittlerweile einen Namen. In KING OF CALIFORNIA (2007) ist es Michael Douglas, der gerade aus der Nervenanstalt entlassen in Kalifornien nach der guten alten Welt sucht.

Alexander Payne ist kurzzeitig mit der koreanisch- kanadischen Schauspielerin Sandra Oh verheiratet, die er bei den Dreharbeiten zu SIDEWAYS (2004) kennen lernt. Ihre Ehe wird Januar 2003 geschlossen, die Scheidung tritt im Dezember 2006 in Kraft. Der Regisseur pflegt Freundschaften mit den Filmemachern Jay Roach, Spike Jonze und David O. Russell. Mit ihren teilt er die Vorliebe für die Konservierung und Restaurierung von Filmen. Für die Erhaltung eines historischen Filmtheaters in Scottsbuff, Nebraska fühlt sich der Regisseur ebenfalls zuständig.

Harald von Treuenfels (Stand: November 2007)

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