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Sam Mendes

Sam Mendes
Regie, Produzent

* 01. August 1965
Reading (Berkshire)
Großbritannien

SAM MENDES • Biographie Seite 1/1

Dem aus England stammenden Filmregisseur Sam Mendes gelingt es bereits mit seinem Debütfilm AMERICAN BEAUTY (1999) Zuschauer wie Filmkritiker gleichermaßen für sich zu begeistern. Scheinbar problemlos vollzieht er einen ständigen Wechsel zwischen der Welt des Films und seiner künstlerischen Heimat der Theaterbühne.

Sam Mendes wird am 01. August 1965 in Reading, Berkshire, England als Samuel Alexander Mendes geboren. Sein Vater ist der portugiesische Autor James Peter Mendes, Mitglied der Gruppe um die Autoren CLR James und Albert Gomes, die in den frühen 1930er Jahren das literarische Magazin "The Beacon" herausbringen. Sein Mutter Valerie Helene James, eine englische Jüdin, ist eine Autorin von Kinderbüchern.

Sam Mendes verlässt Cambridge mit einem Abschluss in Englisch und tritt 1987 dem Chichester Festival Theater bei. Erstmals macht er dort mit der selbstsicheren Produktion von Anton Tschechows "Der Kirschgarten" im West End mit Judi Dench auf sich aufmerksam. 1990 beginnt er seine Arbeit als Regisseur bei der Royal Shakespeare Company, mit Produktionen wie "Troilus und Cressida" mit Ralph Fiennes, "Richard III" und "Der Sturm". 1992 wird er zum künstlerischen Direktor des wieder eröffneten Donmar Warehouse in London ernannt, bei dem er in Produktionen wie "Die Glasmenagerie" und der Neuinzenierung des Musicals "Cabaret" Regie führt. Seine Theaterarbeit bringt ihm zahlreiche Preise ein, darunter den Olivier Reward als Bester Regisseur in den Jahren 1995, 1996 und 2003 und vier Tony Awards, dem Theateroscar, für seine Neuinszenierung von "Cabaret".

Steven Spielberg holt ihn schließlich nach Hollywood. Mit AMERICAN BEAUTY (1999) feiert er seinen Einstand als Filmregisseur. Der Film zeichnet ein tragisch-komisches Porträt einer weißen, in der Vorstadt lebenden amerikanischen Familie der Mittelklasse. Lester Burnham (Kevin Spacey), der Antiheld von AMERICAN BEAUTY (1999) ist ungeliebt von seiner Tochter (Thora Birch), wird ignoriert von seiner Frau (Annette Bening) und ist eigentlich überflüssig bei der Arbeit. Der Film erzählt die Geschichte seiner Rebellion. In seiner Eröffnungssequenz erweckt der Streifen Erinnerungen an Billy Wilders BOULEVARD DER DÄMMERUNG (1950), wo dieser einen Toten rückblickend über das letzte Jahr seines Lebens erzählen lässt. Die personale Erzählstimme, die aus dem off in den Film einführt und zum Ende den Zuschauer auch wieder aus ihm entlässt, ist ein in seinen weiteren Filmen immer wieder verwendetes Stilmittel des Regisseurs. Mag ein Zuschauer Sam Mendes aufgrund seiner filmischen Stilsicherheit für einen Absolventen einer amerikanischen Filmhochschule halten, kommt es einer Überraschung gleich, dass der Regisseur seine eigentlichen Wurzeln im Theater hat. In der amerikanischen Presse trifft der Film auf großes Wohlgefallen und wird vor allem für seinen Humor und Einfühlvermögen, sowie für die herausragenden Darstellerleistungen von Annette Bening und Kevin Spacey gelobt. Bei den Oscarverleihungen im Jahr darauf gewinnt der Film gleich in fünf Kategorien, darunter auch in den wichtigsten Bester Film und Beste Regie. Trotz seines Erfolges beim Film bleibt er jedoch der Bühne treu und übernimmt zwischen den einzelnen Produktionen immer wieder Theaterengagements.

Sam Mendes zweiter Film ROAD TO PERDITION (2002) basiert auf dem gleichnamigen Comic von Max Allen Collins und Richard Piers Rayner. Das Mafiadrama, welches zur Zeit der Depression in Amerika. spielt und mit Tom Hanks, Paul Newman und Jude Law prominent besetzt ist, erzählt von mehreren tragischen Vater-Sohn-Beziehungen. Beide Filme von Sam Mendes beschäftigen sich mit Männern mit untragbar schweren Familienproblemen. Beide Werke handeln auch von Vätern, die durch ihre Art, wie sie ihr Leben führen, das Leben ihrer Familienangehörigen gefährden. Während der erste Film noch eine Mischung aus Drama und Komödie ist, ist der zweite Film ein reines Drama.

In seinem dritten Film wendet sich Sam Mendes Anthony Soffords Buch "Jarhead. Im Krieg. Erinnerungen eines US-Marines" aus dem Jahre 2003 zu, welches auf seinen Erfahrungen im ersten Golfkrieg beruht. Sam Mendes Film erinnert teilweise an Stanley Kubricks FULL METAL JACKET (1987), da er damit beginnt, wie der Rekrut Swofford (Jake Gyllenhaal) eine knallharte Grundausbildung unter der Leitung des Vorgesetzten Sykes (Jamie Foxx) durchläuft. Dieser zeigt sich von seinem Rekruten stark beeindruckt und lädt Swofford ein, seinem Team beizutreten. Bereits ihr erster Einsatz bringt sie nach Saudi Arabien, um im ersten Golfkrieg zu kämpfen. Aber sobald sie angekommen sind in der erdrückenden Hitze der Wüste ist es das lange Warten auf den bevorstehenden Kampf, das sie gefährlich nahe dahin bringt, ihren Verstand zu verlieren.

Mit Hilfe der Erfahrung des preisgekrönten Kameramannes Roger Deakins (DIE VERURTEILTEN (1994)) vermittelt der Film eine Nahaufnahme des eintönigen Kriegsalltags in der Wüste. Sam Mendes Film ruft Erinnerungen an APOCALYPSE NOW (1979) von Francis Ford Coppola wach. Der Filmemacher gebraucht ähnliche Methoden, die APOCALYPSE NOW (1979) damals so effektiv gemacht haben: Einen abwechslungsreichen Soundtrack, der in seiner Bandbreite von den Rolling Stones bis zu Public Enemy geht und einem Gefühl der Desillusionierung und Sinnlosigkeit, das im vollen Umfang zum Tragen kommt, als die Schlacht endlich beginnt.

Schon abgedreht, jedoch noch ohne einen Titel, ist ein Dokumentarfilm über den Sänger Rufus Wrainwright. Bereits in Arbeit ist das Familiendrama REVOLUTIONARY ROAD (2008) mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio in den Hauptrollen.

Am 24. Mai 2003 heiratet Sam Mendes auf Anguilla in der Karibik die englische Schauspielerin Kate Winslet. Ihr gemeinsamer Sohn, Joe Alfie Winslet- Mendes, wird am 22. Dezember 2004 geboren. Sam Mendes ist auch gleichzeitig der Stiefvater von Mia Honey Threapleton, die aus Kate Winslets erste Ehe entstammt. Die Familie pendelt immer wieder zwischen ihren Wohnsitzen in New York City und Cotswolds, England.

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Harald von Treuenfels, Stand: November 2007

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