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Harry Carey

Harry Carey
Drehbuch, Darsteller, Produzent

* 16. Januar 1878
Bronx (New York)
USA
† 21. September 1947
Brentwood (Kalifornien)
USA
andere Namen Harry Carey sr.

HARRY CAREY • Biographie Seite 1/1

Harry Carey ist einer der frühen Western-Helden Amerika, eine Ikone des Genres, an der sich auch spätere Cowboy-Helden wie John Wayne messen müssen. Früh beginnt er beim Film zu arbeiten. Mit dem Regisseur John Ford, selbst der größte Mythen-Produzenten unter den amerikanischen Regisseuren, geht er eine intensive Arbeitsbeziehung ein. In 26 Filmen arbeiten sie zusammen und erträumen sich einen Goldenen Westen, den es so eigentlich gar nicht gegeben hat. Dem Publikum ist das allerdings egal: Beide sind die frühen Stars des Genres.

Harry Carey wird am 16. Januar 1878 als Henry DeWitt Carey II in New York City geboren. Sein Vater ist ein Richter, der in der Bronx Recht und Gesetz vertritt. Nach seiner Schulausbildung beginnt er an der New Yorker Universität ein Studium, das er mit Erfolg abschließt. Danach nimmt er Gelegenheitsarbeiten an und beginn zu schreiben. Er veröffentlicht Melodramen und ist bemüht, von der Schriftstellerei zu leben. Dann aber entdeckt er den Film für sich.

Durch eine Bekanntschaft mit dem Regisseur David Wark Griffith lernt er das neue Medium kennen und ist fasziniert. Er wirkt in einigen Filmen des jungen Regisseurs als Darsteller mit. Er erhält einen Vertrag bei Universal Pictures. Bald entdecken ihn auch andere Filmemacher, vor allem der junge John Ford. Für dessen Stummfilm-Western steht er zwischen 1917 und 1921 mehrfach vor der Kamera und macht sich einen Namen als Cowboy-Held, wird zur Ikone des Genres. Ihre Arbeitsbeziehung ist überaus intensiv, in insgesamt 26 der frühen Filme des John Ford verkörpert Harry Carey die Titelfigur. Noch bis zum Ende der 1930er Jahre wird der dann renommierte Regisseur ihn in Nebenrollen besetzen. Harry Carey ist bei John Ford in vielen Fällen auch am Drehbuch beteiligt. Manchmal führt er auch selbst Regie.

Besonders mit der Rolle des Cheyenne Harry, die er mehrfach im Film verkörpert, bleibt er einem Millionen Publikum in Erinnerung. Zwar entspricht der Western, den er und sein bevorzugter Regisseur zeigt, in keiner Weise der Realität, aber beide leben den Traum vom Goldenen Westen und das amerikanische Publikum teilt ihren Idealismus.

Kurz bevor der Tonfilm Einzug hält, beginnt der Schauspieler, seine Stimme auszubilden. Das ist von Erfolg gekrönt, denn ihm gelingt der Übergang zum sprechenden Film. Vielen seiner früheren Kollegen bleibt dies verwehrt. Hier sind es zunächst wieder Western, in denen er zu sehen ist. In DIE GOLDENE HÖLLE (1929) von Clarence Brown ist er beim Goldrausch, der Ende des 19. Jahrhunderts Amerika erfasste, dabei und steht neben Dolores del Rio vor der Kamera. In der Rolle des Aloysius 'Trader' Horn in dem Abenteuerfilm TRADER HORN (1931) von W. S. Van Dyke treibt er Handel mit den Eingeborenen und gerät dabei in Stammenfehden. Als Ed Brant in GESETZ UND ORDNUNG (1932) von Edward L. Cahn nach einem Drehbuch von John Huston und Tom Reed sorgt er dafür, dass ein Sheriff nochmals zu den Waffen greift. In DAS TEUFELSPFERD (1932) von Otto Brower vollführt er mit dem Rennpferd "Apache" einige Kunststückchen.

Er arbeitet mit den bekanntesten Regisseuren der Zeit zusammen: Fritz Lang, Howard Hawks, Elia Kazan und King Vidor holen ihn vor ihre Kamera. Er spielt Honoratioren aller Art, wie Richter, Sheriffs oder Offiziere. Einmal wird er für den Oscar als Bester Nebendarsteller nominiert: In MR. SMITH GEHT NACH WASHINGTON (1939) von Frank Capra verkörpert er den Senatspräsidenten, der sich von Jefferson Smith (James Stewart) eines besseren belehren lässt. Erhalten hat er den Preis allerdings nicht. Mehr und mehr wird er durch jüngere Schauspieler in den Hintergrund gerückt, andere übernehmen die Rolle des Westernhelden.

In größeren Nebenrollen ist er aber noch in zwei Klassikern des Genres vertreten. In DUELL IN DER SONNE (1946) von King Vidor spielt er den Lem Smoot. Eine seiner letzten Rollen verkörpert er in RED RIVER (1948) von Howard Hawks, in dem John Wayne einen Viehtrieb über den "Chisholm Trail" von Texas nach Abilene/Kansas leitet. Harry Carey sieht in dem Schauspieler seinen legitimen Nachfolger, nach seinem Tod erhält John Wayne auch seine über Jahre gesammelten Cowboy-Utensilien. In dem Film steht er auch gemeinsam mit seinem Sohn Harry Carey jr. vor der Kamera.

Der Schauspieler ist in erster Ehe mit Alma Fern Foster verheiratet. Die Ehe scheitert. Das zweite Mal tritt er mit Olive Fuller Golden, einer Schauspielerin, vor den Traualtar. Gemeinsam haben sie eine Tochter und einen Sohn. Harry Carey jr. (geb. 1921) wird ebenfalls ein anerkannter Darsteller werden. Die Familie lebt auf einer Ranch in Saugus im Los Angeles County.

Harry Carey stirbt am 21. September 1947 in Brentwood, Kalifornien.

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