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Conrad Wiene

Conrad Wiene
Regie, Drehbuch, Darsteller

* 03. Februar 1878
Wien
Österreich

CONRAD WIENE • Biographie Seite 1/1

Conrad Wiene hat es nicht schwer, sich neben seinem berühmten Bruder, dem Regisseur Robert Wiene, zu behaupten. Zwar ist Conrad Wiene nicht so bekannt, aber er hat trotzdem seinen Platz in der Geschichte des deutschen Films.

Conrad Wiene wird am 3. Februar 1878 in Wien geboren. Er ist der Sohn des erfolgreichen Wiener Schauspielers und Übersetzers zeitgenössischer Bühnenstücke Karl Wiene. Die Mutter ist Pauline Loevy, die aus Bratislava stammt. Sein größerer Bruder Robert Wiene wird später als Regisseur des weltbekannten DAS CABINETT DES DR. CALIGARI (1920) berühmt. Häufig werden sie auch zusammenarbeiten. Da der Vater an vielen deutschsprachigen Bühnen arbeitet, verbringen die Brüder ihre Kindheit in Breslau, Hannover, Wien, Stuttgart und Dresden.

Conrad Wiene schlägt den Weg seines Vaters ein. Nach seinem Abitur, welches er in Dresden absolviert, nimmt er 1899 ein Engagement bei einem Sommertheater an. Bereits kurze Zeit später wechselt er ans Geraer Hoftheater. Er gibt Gastspiele im Ausland, arbeitet in Lübeck am Stadttheater, am Deutschen Theater in Hannover, in Magdeburg. 1905 hat er ein Engagement am Schillertheater in Berlin. Hier bleibt er und spielt an mehreren Berliner Bühnen.

Wie sein Bruder - und wahrscheinlich durch ihn - kommt er mit dem Film in Berührung. In der ersten Filmarbeit DIE WAFFEN DER JUGEND (1912) von Robert Wiene übernimmt er eine Darstellerrolle. Seine Karriere wird durch den I. Weltkrieg unterbrochen. Er wird in die österreichische Armee einberufen. Aber bereits 1916 arbeitet er in Wien als Regisseur und Autor, unter anderem bei Film DEM FRIEDEN ENTGEGEN (1917), einer österreichisch-deutsch-ungarischen Koproduktion. Mindestens 8 Filme entstehen bis 1921 in Österreich. Dann kehrt Conrad Wiene nach Berlin zurück.

In Berlin inszeniert Conrad Wiene zahlreiche leichte Unterhaltungsfilme. Seine bekannteste und ambitioniertes Arbeit ist die Verfilmung einer Tolstoi-Vorlage DIE MACHT DER FINSTERNIS (1923), die er mit dem Stanislawski-Ensemble des Moskauer Künstler Theaters inszeniert. Überliefert sind positive Kritiken über die Authenzität der russischen Darsteller, über die Bauten, die das Milieu eines russischen Dorfes treffen und die Werktreue, mit der die literarische Vorlage von Tolstoi angemessen bearbeitet wird. Sein Bruder Robert Wiene schreibt für den Film das Drehbuch. Zu einer Zusammenarbeit beider kommt es nochmals zu Beginn der Tonfilm-Zeit. Robert Wiene schreibt für Conrad Wiene das Drehbuch für den Film HEUT SPIELT DER STRAUSS (1928), eine Film-Biographie über die Familie Strauß.

Nach 1933 verliert sich die Spur von Conrad Wiene. Er verläßt Deutschland in Richtung Wien. Danach ist nichts mehr über ihn bekannt.

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Autorin: Ines Walk
Stand: August 2003

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