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Max Linder

Max Linder
Regie, Darsteller

* 16. Dezember 1883
Caverne
Frankreich
† 30. Oktober 1925
Paris
Frankreich

MAX LINDER • Biographie Seite 1/1

Max Linder ist der erste Komiker der Welt. Vor Buster Keaton und Charles Chaplin bringt er Millionen Zuschauer zum Lachen. Die berühmten Komiker zollen ihm großen Respekt. Max Linder vollführt gekonnt artistische Kunststücke und verzichtet auf übertriebene Mimik. Es sind seine Bewegungen, die das Lachen provozieren. Max Linder dreht in 20 Jahren Tätigkeit für die Leinwand ca. 500 Filme, von denen vielleicht ein Fünftel erhalten geblieben sind.

Max Linder wird am 16. Dezember 1883 als Gabriel Maximilien Leuvielle in Saint-Loubès (Frankreich) geboren. Seine Eltern arbeiten als Weinbauern. Die Schule besucht er in einem Internat in Bordeaux. Dort entwickelt sich seine Leidenschaft für das Theater und die Artistik. Er nimmt an einer Theaterschule Schauspielunterricht. Um 1905 debütiert er am Theater Ambigu, wird später ins Theater de Variété übernommen.

1905 entdeckt Max Linder den Film. Von den französischen Produzenten Charles Pathé erhält er die Möglichkeit, seinen ersten Film zu drehen. Bald wechselt er von der Schauspielerei auch auf den Regiestuhl und inszeniert sich selbst. Filme, mit denen er Erfolge feiert, sind u.a DAS DEBÜT EINES SCHLITTSHUHLÄUFERS (1908). Gekonnt setzt er Schlittschuhläufe in Szene, erfindet sich selbst als Dandy Max und er wird als Autor im Vorspann des Films benannt. Bald hat der Komiker sein Erscheinungsbild gefunden. Zu ihm gehören Zylinder und Anzug. In der Folge wird Max Linder zum Star der Produktionsfirma Pathé. Ca. 1 Film dreht er pro Woche, in denen er den smarten Junggesellen und Pariser Flaneur Max spielt, der aufgrund seiner eigenen Schwächen immer in komische Situationen gerät. Der Arbeitsstreß fordert Tribut: Max Linder erkrankt mehrmals.

Nach der Rückkehr auf der Leinwand, geht Max Linder auf Europa-Tournee und begleitet seine Filme. In ganz Europa wird er überschäumend gefeiert. Ab 1914 produziert er seine Filme selbst und verkauft sie an seine frühere Produktionsfirma. Er gründet sein eigenes Kino, das Ciné Max Linder, das ausschließlich seine Filme zeigt. Der I. Weltkrieg verändert sein Leben. Zunächst meldet er sich freiwillig zur französischen Armee, kommt während des Stellungskrieg mit Gas in Kontakt und erkrankt schwer. Es geht das Gerücht, er sei tot. Die französische Nation trauert. Aber Max Linder überlebt.

1916 geht der Komiker nach Amerika. Als Nachfolger von Charles Chaplin soll er bei der Produktionsfirma Essanay acht Filme produzieren. Aus Krankheitsgründen werden es nur drei. Er kehrt nach Europa zurück und kuriert sich am Genfer See. 1919 ist er wieder in Frankreich auf der Leinwand mit DAS KLEINE CAFE (1919), zu sehen. Aber wieder lockt Amerika. Dort inszeniert er den Alexander Dumas-Stoffes DIE DREI MUSKREPIERE (1922), die von Kritikern und Publikum gefeiert wird. Er parodiert die literarische Vorlage und auch den gleichnamigen Film mit Douglas Fairbanks. Bei Max Linder kämpfen die drei Musketiere mit damals moderner Technik - Telefon, Schreibmaschine, Auto - für die gerechte Sache. Sein Film SIEBEN JAHRE PECH (1922) gehört zu den Klassikern der Filmgeschichte, weil er gekonnt diverse Spiegelszene in die Geschichte einbaut und technische Standards setzt.

1923 spielt er unter der Regie von Abel Gance in ZU HILFE (1923). Da sein Image als Komiker in Gefahr sieht - es ist seine erste tragische Rolle - unterbindet er die Aufführung des Films. Sein letzter Film wird DER ZIRKUSKÖNIG (1924), den er in Wien dreht.

Am 30. Oktober 1925 beginnt Max Linder Selbstmord. Vorher hat er wahrscheinlich seine Ehefrau getötet, die er 1923 als unbekannte 17-jährige geheiratet hat. Sein Tod löst neben der Trauer zahreiche Gerüchte aus.

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