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Rudolf Forster

Rudolf Forster
Darsteller

* 30. Oktober 1884
Gröbning (Steiermark)
Österreich
† 25. Oktober 1968
Bad Aussee (Steiermark)
Österreich

RUDOLF FORSTER • Biographie Seite 1/1

Rudolf Forster gehört zu den großen Vertretern deutsche Schauspielkunst. Seit den 1920er Jahren arbeitet er für Bühne und Film. Seine Darstellung des Schurken Mäckie Messer in dem Film DIE DREIGROSCHENOPER (1931) unter der Regie von Georg Wilhelm Pabst und nach dem Bühnenerfolg von Bertolt Brecht macht ihn unvergessen.

Rudolf Forster wird am 30. Oktober 1884 als Rudolf Heribert Anton Forster in Gröbning (Steiermark) geboren. Sein Vater ist Finanzbeamter. Er studiert nach seinem gymnasialen Abschluß am Wiener Konservatorium Schauspiel. Erste Engagements erhält er bei der Wanderbühne Vereinigte Theatern Graz, weitere Stationen führen ihn nach Linz, Wien, Berlin. Der Erste Weltkrieg unterbricht die Karriere des jungen Schauspielers. Von 1915 bis 1918 dient er als Soldat.

Nach dem Ersten Weltkrieg beginnt die Karriere des Rudolf Forster. Er arbeitet unter den bekanntesten Intendanten und Regisseuren, etwa bei Leopold Jessner am Staatstheater Berlin, bei Max Reinhardt am Deutschen Theater oder bei Berthold Viertel in "Die Truppe". Er spielt klassische Rollen wie Richard, den III., Jago, den Großinquisitor in "Don Carlos" oder Dauphin in "Die heilige Johanna". Trotz späterer intensiver Filmarbeiten wird er immer auf der Bühne stehen. Ausgedehnte Theater-Tourneen führen ihn nach St. Petersburg, Bukarest, später an den Broadway von New York.

Seit 1919 arbeitet der Schauspieler auch für den Film. In mehr als 40 Stummfilmen steht er vor der Kamera. Wie auch auf der Bühne verkörpert er eindrucksvolle Figuren, etwa den Alwa Schön in der Leopold Jessner-Verfilmung von ERDGEIST (1922) an der Seite von Asta Nielsen. Häufig arbeitet er mit den erfolgreichen Regisseuren Richard Oswald und Friedrich Zelnik zusammen.

Den Einzug des Tonfilms übersteht der Theatermime mit Bravour. Bereits sein erster Tonfilm wird ein durchschlagender Erfolg. Rudolf Forster spielt Mäckie Messer in der Georg Wilhelm Pabst-Verfilmung DIE DREIGROSCHENOPER (1931). Sein Mäckie Messer, eher gelangweilt statt durchtrieben gespielt, wird von der Kritik hochgelobt.

In der Folge arbeitet er zweimal mit dem Regisseur Paul Czinner zusammen. Er verkörpert den mondänen Lebemann an der Seite seiner Schauspiel-Partnerin Elisabeth Bergner in den Filmen ARIANE (1931) und DER TRÄUMENDE MUND (1932). Er spielt zweimal unter der Regie von Gustav von Ucicky in YORCK (1931) und vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten ist er auch bei einem der ersten Propagandafilme, bei MORGENROT (1933) dabei.

Nach dem 30. Januar 1933 arbeitet Rudolf Forster verstärkt in Österreich. 1937 begibt er sich in die USA und spielt dort am Broadway. Auch an einem Film ist er beteiligt. Er dreht Film ISLAND OF LOST MEN (1939) unter der Regie des deutschstämmigen Regisseurs Kurt Neumann. Rudolf Forster kehrt aber 1940 über Asien nach Wien und später nach Berlin an das Deutsche Theater zurück. Bis 1945 spielt er in vier Filmen mit, wobei sein Bürgermeister Dr. Karl Lueger in dem antisemitischen Tendenz-Film WIEN 1910 ihm nicht zur Ehre gereicht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentriert sich der Künstler anfangs auf die Bühne. Er arbeitet am Burgtheater in Wien, am Schiller-Theater in Berlin, zeitweilig steht er auch in Ost-Berlin auf der Bühne. Ab Mitte der 1950er Jahre spielt er in mehr als 40 westdeutschen Filmproduktionen den weltmännischen Grandseigneur mit Charme, den Gentlemen und Aristokraten, ist auch häufig in Kriminalfilmen zu sehen. Seine Gestalt und sein Auftreten prädestinieren ihn für Respektpersonen aller Art, auf diesen Tpy wird er vorwiegend festgelegt, bei den Regisseuren Helmut Käutner oder Rolf Thiele, mit denen er besonders häufig zusammenarbeitet.

1961 erscheint seine Autobiographie unter dem Titel "Das Spiel, mein Leben". Vier Jahre später erhält er den Deutschen Filmpreis in Gold.

Der Schauspieler ist seit 1944 mit Wilhelmine Karoline Klara Schachschneider verheiratet, die auch seinen Nachlass verwaltet. Es ist seine zweite Ehe.

Rudolf Forster stirbt am 25. Oktober 1968 in seinem Heimatgebiet, in Bad Auensee (Steiermark).

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