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Boris Karloff

Boris Karloff
Darsteller

* 23. November 1887
London-Dulwich
Großbritannien
† 02. Februar 1969
Midhurst (Sussex)
Großbritannien
andere Namen William Henry Pratt

BORIS KARLOFF • Biographie Seite 1/1

Boris Karloff hat in mehr als 150 Filmen vor der Kamera gestanden. Darunter finden sich wenige Meisterwerke, aber der Darsteller gilt als stilbildend für den Horrorfilm. Mit seinen drei Darstellungen des Frankenstein bleibt er in Erinnerung. Er schafft durch schauspielerische Nuancen und Variationen ein Monster, dass überaus menschlich wirkt und dem Zuschauer zur Sympathie verleitet.

Boris Karloff wird am 23. November 1887 als William Henry Pratt im Londoner Vorort Camberwell geboren. Sein Vater ist ein gehobener Beamter im englischen Staatsdienst. Mit 22 Jahren geht er nach Kanada. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit unterschiedlichsten Beschäftigungen. Um 1910 findet er eine Anstellung in einem Wandertheater; um 1918 ist er in Hollywood angekommen, wie er zunächst als Statist arbeitet. Er erhält kleine Nebenrollen, spielt in einigen Dutzend Stumm- und Tonfilmen mit. Er ist unter anderem als Gangster in SCARFACE (1932) zu sehen und steht neben dem Komiker-Duo Laurel & Hardy als ein brutaler Häftling in der französischsprachigen Fassung von PARDON US (1931) vor der Kamera.

Als Darsteller des FRANKENSTEIN (1931) in dem gleichnamigen Film bleibt Boris Karloff unvergessen. Der Regisseur James Whale verfilmt den Stoff von Mary Shelley. Zunächst wird die Rolle Bela Lugosi angeboten, der bereits in DRACULA (1931) die Rolle des Monsters übernommen hat. Der Schauspieler lehnt allerdings ab und verschafft damit seinem Kollegen seiner erste Hauptrolle, mit der er weltberühmt werden soll. Dem Schauspieler Boris Karloff gelingt es, trotz seiner Maske menschliche Regungen fühlbar zu machen; sein Monster wirkt unschuldig, sympathisch. Seine ebenso grauen- wie mitleiderregende Darstellung des Frankenstein-Geschöpfs zählt zu den großen Darstellerleistungen der Filmgeschichte.

In der Folge wird der Darsteller zum bekannten Monster-Darsteller, unter anderem spielt er in Karl Freunds Film DIE MUMIE (1933), den bösen Dr. Fu Manchu in DIE MASKE DES DR. FU MANCHU (1932) oder immer wieder Rollen im Frankenstein-Milieu in FRANKENSTEINS BRAUT (1935) oder FRANKENSTEINS SOHN (1939). In DAS HAUS VON FRANKENSTEIN (1944) ist er selbst als Dr. Niemann, der Wissenschaftler der die diesmal von Glenn Strange dargestellte Frankensteinsche Kreatur zum Leben erweckt. In FRANKENSTEIN 1970 (1958) ist er ein während des Dritten Reiches durch Nazi-Folterungen entstellter Frankenstein, der wie sein berühmter Vorfahre Leben erschaffen will.

Über die Festlegung auf diese Rolle ist der Schauspieler nicht besonders glücklich. Selten gelingt es dem Schauspieler, auch Rollen außerhalb des phantastischen Genres zu erhalten. Ab 1938 übernimmt Boris Karloff die Rolle des James Lee Wong, der mit fernöstlicher Bedächtigkeit kleine Mord- und Spionagefälle löst. In THE BODY SNATCHER (1945) ist er ein widerlicher Mörder. Stets haben seine Rollen etwas Melodramatisches, sind mehr Opfer der Umstände als wirkliche Schurken. In DIE SCHWARZE KATZE (1934) wird er nur aus Rache an einem verbrecherischen Arzt zum Mörder. Das Motiv der Rache tritt häufig in seinen Filmen auf: er spielt betrogene Professoren, totgeglaubte Verbrecher, Phantome. 1949 ist Boris Karloff als Kapitän Hook in PETER PAN (1949) zu sehen.

Boris Karloff spielt auch Theater. 1941 steht er als Massenmörder Jonathan Brewster in mehr als tausend Vorstellungen der Horrorkomödie "Arsen und Spitzenhäubchen" auf der Bühne und feiert mit dieser Rolle Triumphe. Er arbeitet für den Rundfunk und spricht Gute-Nacht-Geschichten, die bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt sind. Ende der 50er Jahre beginnt der Schauspieler seine Fernsehkarriere. Er moderiert seine eigene Show "Starring Boris Karloff" und tritt in verschiedenen Shows auf.

Ende der 50er Jahre siedelt er nach England über. Hier gelingen ihm nochmals gute Darstellungen. In Italien dreht der Schauspieler mit Mario Bava den Episodenfilm DIE DREI GESICHTER DER FURCHT (1963). In DER RABE (1963) führt sein Mord zum glücklichen Ende. Er dreht unter der Regie von Roger Corman diesen schwarzhumorigen Film an der Seite von Peter Lorre, Vincent Price und Jack Nicholson. Einer seiner letzten großen Filme dreht er mit dem jungen Peter Bogdanovich. TARGETS(1968) ist eine Hommage des Regisseurs an den Schauspieler Boris Karloff und eine interessante Reflexion zur Wandlung des Genres. Boris Karloff spielt einen gealterten Horrorstar.

Boris Karloff ist zweimal verheiratet; in zweiter Ehe mit der Evelyn Hope Hellmore. Der Schauspieler stirbt am 2. Februar 1969 in Midhurst (Grafschaft Sussex).

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