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Carl Theodor Dreyer

Carl Theodor Dreyer
Regie, Drehbuch

* 03. Februar 1889
Kopenhagen
Dänemark
† 20. März 1968
Kopenhagen
Dänemark

CARL THEODOR DREYER • Biographie Seite 1/1

Carl Theodor Dreyer ist ein kompromißloser und perfektionistischer Einzelgänger des dänischen Films, der als einer der bedeutendsten Schöpfer der Filmkunst gilt. Zentrales Thema seiner Filme sind die Auseinandersetzung mit christlichen Motiven sowie Irrungen und Wirrungen der menschlichen Psyche.

Carl Theodor Dreyer wird am 03. Februar 1889 in Kopenhagen geboren. Sein Vater ist ein schwedischer Bauer, seine Mutter dessen Haushälterin. Er kommt unehelich zur Welt, wird von der Mutter in ein Waisenhaus gegeben. Im Alter von 2 Jahren wird er von der Familie eines Schriftsetzers adoptiert.

Carl Theodor Dreyer beginnt als Buchhalter zu arbeiten. Nebenbei jobt er erfolglos als Musiker, tritt in Cafes und Bars auf. Um 1910 beginnt er als Sportjournalist zu schreiben. Er arbeitet für große Tageszeitungen wie die Berlingske Tidende und das Extrabladet. Zwei Jahre später kommt er mit dem Film in Kontakt und wird als freier Mitarbeiter bei der damals erfolgreichsten Filmproduktion Nordisk Films Kompagni von Ole Olsen angestellt. Zunächst ist er Drehbuchautor und Cutter tätig, schreibt für über 20 Filmproduktionen die Drehbücher, unter anderem zu dem damals viel beachteten Adaption von Berta von Suttners pazifistischen Roman DIE WAFFEN NIEDER! (1916).

Erst Jahre später debütiert er mit einem eigenen Film: PRÄSIDENTEN (1919). Kurze Zeit später inszeniert er ebenfalls für die Nordisk BLÄTTER AUS DEM BUCHE SATANS (1919). Der Film ist der Produktionsfirma zu düster; der Episodenfilm zu intellektuell. Carl Theodor Dreyer dreht seine nächsten Filme mal in Schweden, mal in Deutschland, die Produktionsfirmen wechseln. Bei der Universum Film AG (Ufa) dreht er Michael (1924), einen Film über einen homosexuellen Künstler, der sich selbst quält.

Nach seinem Film DU SOLLST DEIN WEIB EHREN (1925) erhält er eine Anstellung bei einer französischen Filmgesellschaft, für die er eines seiner berühmtesten Werke DIE PASSION DER JUNGFRAU VON ORLÉANS (1928) inszeniert. Der Film zählt zu den Meisterwerk der Stummfilmkunst. Zwar kann der Künstler mit seinem Werk seinen Ruf als namhafter Regisseur festigen, er gilt aber als schwierig, mit finanziellen Risiken belegt und zudem nicht sonderlich am kommerziellen Erfolg seiner Filme insteressiert. Die Filmgesellschaft gerät in finanzielle Schwierigkeiten. Der nächste Film von Carl Theodor Dreyer - ebenso künstlerisch bedeutsam - kann nur gedreht werden, weil sich ein finanzkräftiger Mäzene findet. VAMPYR - DER TRAUM DES ALLAN GRAY (1932) wird von der Kritik und den Zuschauern abgelehnt. Carl Theodor Dreyer kehrt nach Dänemark zurück, zieht sich für zehn Jahre aus dem Filmgeschäft zurück.

Erst 1942 erhält der Regisseur wieder die Möglichkeit zu arbeiten. Er dreht den Dokumentarfilm MØDREHJAELPEN (1942), der die Situation dänischer Mütter schildert. Noch während der deutschen Okkupation entsteht der Film TAG DER RACHE (1943) - eine tragische Liebesgeschichte, die in der Zeit der Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert spielt. Zu deutlich sind die Verweise auf die deutschen Besetzer; der Regisseur emigriert nach Schweden und dreht dort den Film ZWEI MENSCHEN (1944). Nach 1945 dreht der Regisseur zahlreiche Kurzfilme, unter anderem SIE ERREICHTEN DIE FÄHRE (1948).

1952 wird der Regisseur aus Anerkennung für seine Verdienste zum Leiter des Dagmar Bio, Kopenhagens berühmten Filmpalast, berufen. Erst Mitte der 50er Jahre legt er seinen nächsten Spielfilm vor: DAS WORT (1955). Hier verfilmt der Regisseur meisterhaft das Theaterstück von Kaj Munk. Der Film verschafft den Regisseur internationale Anerkennung, in Venedig wird er mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet, aber es vergehen wieder 10 Jahre bis zu seinem nächsten und letzten Film. Nach einem Bühnenstück des schwedischen Dramatikers Hjalmar Söderberg erzählt er die Geschichte einer verängstigten Frau, die im Laufe der Zeit aus ihrer Isolation ausbricht. GERTRUD (1964) ist nach der Premiere sehr umstritten, gilt heute aber als eines der Meisterwerke moderner Filmkunst.

Carl Theodor Dreyer stirbt am 20. März 1968 in Kopenhagen.

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