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Charles Chaplin

Charles Chaplin
Regie, Drehbuch, Musik, Darsteller, Produzent

* 16. April 1889
Brixton (London)
Großbritannien
† 25. Dezember 1977
Corsier-sur-Vevey
Schweiz
andere Namen Charlie Chaplin

CHARLES CHAPLIN • Biographie Seite 1/1

Sein Markenzeichen sind Oberlippenbärtchen, Melone, zu enger Gehrock und zu weite Hosen, dünnes Bambusstöckchen und Watschelgang wegen zu großer Schuhe. Auf der ganzen Welt wird der berühmteste Filmstar der Kinogeschichte erkannt. Er arbeitet als Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Clown, Tänzer und Komponist. Als kleiner, trauriger Landstreicher, als Tramp wird er weltberühmt.

Charlie Chaplin wird am 16. April 1889 als Charles Spencer Chaplin in London geboren. Er entstammt einer Entertainment-Familie, die durch das Land zieht. Sein Vater ist Varietesänger, seine Mutter Sängerin und Tänzerin. Zur Familie gehören noch die älteren Stiefbrüder, Guy und Wheeler Dryden sowie der ältere Bruder Sydney. Der Vater fröhnt dem Alkohol, die Mutter wird ins Sanatorium eingeliefert. Mit 8 Jahren kommt Charlie Chaplin ins Waisenhaus, lebt zeitweilig gemeinsam mit Sydney - der später sein Manager sein wird - auf der Straße. Zur selben Zeit wird er Mitglied der Kindertanz-Truppe The Eight Lancashire Lads, tritt erstmals als Clown auf. Er arbeitet außerdem als Zeitungsverkäufer, Drucker und Glasbläser, um seinen Lebensunterhalt zu sichern.

Mit 17 Jahren engagiert die beiden Brüder der Direktor der Music-Hall-Company. Sie gehen mehrfach auf Tournee, nach Frankreich, touren 1910 und 1912 durch Amerika. Nach der zweiten Tournee bleibt Charlie Chaplin in den USA. Vom Chef der Keystone-Filmproduktion Mack Sennett erhält er eine Einladung nach Hollywood. Er bekommt Ende Dezember 1913 einen Einjahres-Vertrag mit einer Gage von 175 Dollar die Woche. Zunächst arbeitet er für die Produktionsfirma als Schauspieler. Anfang 1914 feiert sein erster Film Premiere MAN SCHLÄGT SICH DURCH (1914). Bald beginnt er als Regisseur zu arbeiten. Sein erster eigener Film wird IM REGEN AUSGESPERRT (1914).

In kürzester Zeit gehört Charlie Chaplin zu den bestbezahltesten Stars in Hollywood. Nach 35 Filmen für die Keystone-Filmproduktion wechselt er zur Essanay Filmproduktion: Hier entstehen die Werke DER TRAMP (1915) und DER CHAMPION (1915). Außerdem entdeckt der Künstler hier seine langjährige Filmpartnerin Edna Purviance. In dieser Zeit entwickelt er jene Rolle, mit der er verbunden wird: der Tramp. Dafür schlüpft der kleine Schauspieler in seine Maske: Oberlippenbärtchen, Melone, zu enger Gehrock und zu weite Hosen, dünnes Bambusstöckchen und Watschelgang wegen zu großer Schuhe werden zu seinem Markenzeichen. Wechsel zu anderen Produktionsfirmen (Mutual, First National) können den Siegeszug des Schauspielers nicht stoppen, vielmehr erhöhen sich die Gagen.

1919 gründet er gemeinsam mit den Schauspielern Mary Pickford, Douglas Fairbanks und dem Regisseur David Wark Griffith eine eigene Produktionsfirma, die United Artists Corporation. Hier entwickelt er seinen ersten Langfilm THE KID (1921). Er ist der liebevolle Vater, der sein Findelkind trotz aller ökonomische Zwänge, über alles liebt. Als einsamer und melancholischer Außenseiter kämpft er um seine Existenz. In dieser Zeit erhalten seine Komödien einen tragischen Beigeschmack, mit dem er immer auch die Probleme der modernen Gesellschaft thematisiert. Charlie Chaplin entwickelt einen ganz eigenen Schauspiel-Stil. Ballett, Akrobatik gehören genauso dazu wie gestelzte Attitüden und Clownerie. Daraus entwickelt er seine Komik.

In den nächsten 15 Jahren entstehen seine künstlerisch wichtigsten Filme. GOLDRAUSCH (1925) mit Georgia Haie erzählt die Geschichte eines Goldsuchers, der auf der Strecke bleibt und - in einer eindrucksvollen Szene - aus Hunger seine eigenen Lederschuhe aufzuessen beginnt. Für seinen Leistungen als Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Produzent erhält er 1926 für den Film THE CIRCUS (1926) einen Oscar. In einem weiteren Stummfilm LICHTER DER GROßSTADT (1931) verliebt er sich in ein blindes Blumenmädchen, gespielt von Virginia Cherrill. Er gaukelt ihr Wohlstand vor und läßt sich auf die aberwitzigsten Abenteuer ein, um ihr die nötige Operation zu finanzieren. Seinen letzten Stummfilm MODERNE ZEITEN (1936) dreht er, als sich der Tonfilm schon längst etabliert hat. Er benutzt Toneffekte und selbstkomponierte Musik, um die Probleme des Maschinenzeitalter zu verdeutlichen. Sein erster Tonfilm wird DER GROSSE DIKTATOR (1941). Hier spielt Charlie Chaplin sowohl eine Hitler-Karikatur als auch den von den Nazis verfolgten jüdischen Friseur Hinkel. Der Film gehört zu den eindrucksvollsten Anklagen gegen das nationalsozialistische Deutschland.

In RAMPENLICHT (1952) steht der Künstler erstmals mit seinem Kollegen Buster Keaton vor der Kamera. Der Film gilt als sein Abschied, obwohl es noch nicht sein letzter sein wird. Kurz nach der Uraufführung seines Films in England wird Charlie Chaplin vom "Ausschuß für unamerikanische Aktivitäten" verdächtig. Ihm werden kommunistische Tendenzen vorgeworfen, in Amerika werden seine Filme boykottiert. RAMPENLICHT (1952) kommt er 20 Jahre später in amerikanische Kinos. Auf einer Europa-Tournee erfährt er, daß er in den USA bei seiner Wiedereinreise als Ausländer behandelt werden wird. Er kehrt nicht mehr zurück. Charlie Chaplin siedelt mit seiner Familie in die Schweiz über, lebt am Genfer See. 1954 wird Charlie Chaplin, nach Geprächen mit Nikita S. Chruschtschow in Moskau, mit dem Friedenspreis des Weltfriedensrates ausgezeichnet. In Amerika verhärten sich daraufhin die Fronten. Der Künstler, der mehr als 40 Jahre in den USA gelebt und gearbeitet hat, verzichtet im selben Jahr auf die amerikanische Staatsbürgerschaft.

1957 dreht er in England die Politsatire EIN KÖNIG IN NEW YORK (1957). Der Film kann als Bearbeitung der hysterischen Kommunistenhatz in den USA unter Senator J. McCarthy verstanden werden. Seinen letzten Film DIE GRÄFIN VON HONGKONG (1967) mit den Stars Sophia Loren und Marlon Brando in den Hauptrollen.

Erst 1972 reist Charlie Chaplin wieder in die USA. Ihm wird für sein Lebenswerk der Oscar verliehen. Amerika feiert seinen Kino-Helden. Drei Jahre später wird er von der englischen König in den Adelstand erhoben. Die britischen Universitäten Oxford und Durham hatten ihm bereits vorher die Ehrendoktorwürde zuerkannt.

Immer wieder hat der Künstler mit der Presse zu kämpfen. Seine amourösen Affären, die Ehen mit immer jüngeren Frauen sowie die Scheidungsprozesse sind gefundenes Fressen für die Boulevard-Presse. 1918 heiratet er die 16jährigen Mildred Harris. Ein gemeinsames Kind stirbt kurz nach der Geburt, die Ehe scheitert nach einem Jahr und wird 1920 geschieden. 1924 ehelicht er die 16jährige Schauspielerin Lillita McMurray. Der Sohn Charles Chaplin jr. kommt im Juni 1925 zur Welt, im März 1926 der zweite Sohn Sydney Chaplin. Doch auch die zweite Ehe scheitert und wird 1927 geschieden. 1933 heiratet er in aller Heimlichkeit seine spätere Filmpartnerin in MODERNE ZEITEN (1936): Paulette Goddard. Nach sechs Jahren trennen sich beide gütlich. Ein Jahr später heiratet der nunmehr 54jährige die 18jährige Oona O Neill, die Tochter des Literatur-Nobelpreisträgers Eugene O Neill. Die Ehe hält bis zum Tod des Künstlers. 1944 wird Geraldine Chaplin geboren, die ebenfalls als Schauspielerin arbeiten wird. Später kommen Michael Chaplin (*1946), Josephine Chaplin (*1949), Victoria Chaplin (*1951), Eugene Chaplin (*1953), Jane Chaplin (1955), Annette-Emilie Chaplin (1957) und Christopher Chaplin (1962) zur Welt. Insgesamt hat Charlie Chaplin 11 Kinder.

Charlie Chaplin stirbt am 25. Dezember 1977 in Manoir-de-Ban in der Schweiz. Einige Monate nach seinem Begräbnis wird sein Leichnam aus der Grabstätte gestohlen.

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