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Eberhard Frowein

Eberhard Frowein
Regie, Drehbuch

* 24. Mai 1891
Eberfeld-Wuppertal
Deutschland
† 15. Januar 1964
Alt Aussee
Österreich

EBERHARD FROWEIN • Biographie Seite 1/1

Der Regisseur und Drehbuchautor Eberhard macht sich in den 20er Jahren einen Namen als Regisseur von medizinisch-aufklärerischen Filmen. Anfang der 40er Jahre erscheint sein Roman "Ich klage an", der als Vorlage für den perfiden nationalsozialistischen Euthanasie-Film ICH KLAGE AN (1941) genutzt wird.

Eberhard Frowein wird am 24. Mai 1881 in Elberfeld geboren. Sein Vater ist ein wichtiger Fabrikant der Stadt. Nach seinem Abitur entdeckt er die Schriftstellerei für sich und arbeitet zunächst als Romanautor. Seine Bücher werden in diversen Auflagen veröffentlicht: "Lexikon der Liebe", "Romanze der Kleidung" oder "Das Double und der Teufel", ein Roman hinter den Kulissen des Films.

Seit 1920 arbeitet der Schriftsteller auch für den Film. Er ist vielfältig beschäftigt, arbeitet als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Anfang der 20er Jahre inszeniert er in kurzer Folge verschiedene Dramen wie DER LEIDENSWEG EINES ACHTZEHNJÄHRIGEN (1920) mit Ria Jende und DER SILHOUETTENSCHNEIDER (1920) mit Maria Merlott in der Hauptrolle.

Seit Mitte der 30er Jahre macht sich Eberhard Frowein einen Namen als Regisseur von medizinisch-aufklärerischen Filmen, die ihren erzieherischen Auftrag nicht verleugnen. Sein erster Film dieses Coleurs wird SÜNDE AM WEIB (1926). Zwei Jahre später folgt DIE EHE (1928), in dem Lil Dagover, Hertha von Walther und Gustav Diessl die Hauptrollen übernehmen. Immer wieder hat der Regisseur Schwierigkeiten mit der Zensur; meistens kommen seine Filme nur mit massiv verordneten Schnitten in die Kinos, so auch sein Beitrag FRUCHTBARKEIT (1929). 1932 inszeniert der Regisseur GOETHE LEBT...! (1932) zum 100. Geburtstag des Dichters. Bekannte Schauspieler wie Heinrich George und Friedrich Kayßler stehen dabei vor der Kamera.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 arbeitet Eberhard Frowein vorangig als Drehbuchautor. Seine Sujets sind vielfältig. Er schreibt mit an dem Expeditionsfilm DER DÄMON DES HIMALAYA (1935), verfaßt Kriminalgeschichten, entwickelt eine Fliegergeschichte um den Oberleutnants Walter von Suhr in ZIEL IN DEN WOLKEN (1938), der 1909 allen Widerständen zum Trotz das Fliegen für sich entdeckt und ein Flugzeug entwickelt. Zudem adaptiert Eberhard Frowein für den Film auch seine eigenen Romane. Nach Motiven seines Romans "Mein eignes propres Geld" entsteht mit seinem Drehbuch der Film AM SEIDENEN FADEN (1938), den Robert A. Stemmle in Szene setzt. Diesmal erzählt er von der Entwicklung des Werkstoffes Kunstseide, mit dem Heimkehrer aus dem I. Weltkrieg sich eine erfolgreiche Zukunft aufbauen. Alle seine Drehbücher tragen offen ihr Einvernehmen mit der nationalsozialistischen Ideologie zur Schau.

1940/41 entsteht nach der Romanvorlage von Eberhard Frowein und unter seiner Mitarbeit am Drehbuch der Film ICH KLAGE AN (1941), der für die "Aktion T4" - Tötung von geistig und körperlich behinderten sowie psychisch kranken Menschen - bei der Bevölkerung für Akzeptanz sorgen soll. Der Film bildet den Höhepunkt der nationalsozialistischen Euthanasie-Propaganda. Er transportiert auf melodramatische Art und Weise die Ideologie, "lebensunwertes Leben" aus der Gesellschaft zu eliminieren. Die Intentionen werden im Film als humane Sterbehilfe getarnt. Ein Medizinprofessor tötet nach langen Gewissenskonflikten seine an Multipler Sklerose erkrankte junge Frau, nachdem er erfolglos versucht hatte, durch intensive Forschungsarbeiten ein Heilmittel für sie zu finden. Der Arzt wird vor Gericht gestellt, der Urteilsspruch bleibt offen. Den Film inszeniert Wolfgang Liebeneiner, der auch an dem Drehbuch mitarbeitet. Vor der Kamera stehen namhafte Schauspieler der Zeit: Heidemarie Hatheyer, Paul Hartmann, Mathias Wieman und Harald Paulsen.

Nach Ende des II. Weltkrieges lebt Eberhard Frowein in Österreich. Er ist noch an der deutsch-österreichischen Ko-Produktion DER SONNBLICK RUFT (1953) beteiligt, in der Rudolf Prack die Hauptrolle übernimmt. Zu einem weiteren Heimatfilm DER LOIBNER-BAUER (1955) verfaßt er das Drehbuch. Danach zieht sich der Autor aus der Öffentlichkeit zurück.

Eberhard Frowein stirbt am 15. Januar 1964 in Alt Aussee, Österreich.

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