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Frank Borzage

Frank Borzage
* 23. April 1893
Salt Lake City (Utah)
USA
† 19. Juni 1962
Los Angeles (Kalifornien)
USA

FRANK BORZAGE • Biographie Seite 1/1

Frank Borzage gehört zu den poetischen Romantikern von Hollywood, schafft als routinierter Unterhaltungskünstler einige große Publikumserfolge. In seinen mehr als 100 Filmen ist es immer wieder das Ideal der Liebe, welches er in den Mittelpunkt seiner Geschichten rückt. Bescheinigt wird dem Regisseur, der seine Filmkarriere als Schauspieler beginnt, eine einfühlsame Führung seiner Darsteller. Mehrere Leinwandtraumpaar arbeiten mit ihm, etwa Janet Gaynor und Charles Farrell oder Loretta Young und Spencer Tracy.

Frank Borzage wird am 23. April 1893 in Salt Lake City, Utah geboren. Seine Brüder Danny Borzage (geb. 1968) und Lew Borzage (geb. 1898) werden später ebenfalls beim Film arbeiten. Im Alter von 15 Jahren wird er Mitglied einer Wanderschauspieltruppe. Dort arbeitet er zunächst als Requisiteur, später auch als Schauspieler. Auf der Tour durch die Vereinigten Staaten kommt die Gruppe 1912 nach Kalifornien, wo Frank Borzage den Film für sich entdeckt. Er beginnt in Hollywood als Schauspieler zu arbeiten, spielt kleinere Rollen in einigen Western unter der Regie von Thomas H. Ince. Bald übernimmt er größere Hauptrollen und führt auch erstmals Regie.

Ab 1916 arbeitet Frank Borzage als Regisseur für die Universal. Sein bevorzugtes Genre wird der Western, meistens übernimmt er auch die Hauptrolle in den von ihm verfilmten Stoffen. Erste größere Aufmerksamkeit erlangt er mit dem Film HUMORESQUE (1920). Von der Zeitschrift "Photoplay" wird das Werk als Bester Film des Jahres ausgezeichnet. Bis Mitte der 1920er Jahre dreht Frank Borzage mehr als 50 Filme.

1927 wechselt er die Produktionsfirma, geht zu Fox, wo er mit dem Liebesfilm IM SIEBENTEN HIMMEL (1927) seinen ersten großen Erfolg produziert. Die Geschichte handelt von einem jungen Paar in Paris, das sich allen Widrigkeiten zum Trotz, ihre Liebe bewahrt. Mit Janet Gaynor und Charles Farrell in den Hauptrollen schafft der Regisseur ein Leinwandtraumpaar. Die Schauspielerin erhält einen Oscar für ihre Darstellung, Frank Borzage den ersten Oscar, der für die Beste Regie vergeben wird. An dem Film zeigen sich die charakteristischen Merkmale des Regisseurs: Er arbeitet mit viel Phantasie, Gefühl und Sentimentalität, wird einer der poetischen Romantiker von Hollywood, der ohne Kitsch auskommt. Das Leben der kleinen Leute hat es ihm besonders angetan, immer wieder wird er ihr Leben mit realistischen Elementen schildern. Als Geschichtenerzähler verschafft er dem Schicksal immer wieder sein Recht, wobei er nicht vor Übertreibungen zurückschreckt. Seine Filme zeichnen sich außerdem durch aufwendige Schauwerte aus.

Einer seiner letzten Stummfilme wird LUCKY STAR (1929). Erzählt wird von einem verwahrlosten Mädchen, das durch die Liebe eines Kriegsversehrten geläutert wird. Im selben Jahr erscheint auch noch das Melodram DIE ERSTE FRAU IM LEBEN (1929), welches in der Wildnis spielt und viele irreale Szenen bietet, die besonders von den Kritikern geschätzt werden. Bescheinigt wird dem Regisseur eine einfühlsame Führung seiner Darsteller. Viele Schauspieler profitieren von der Zusammenarbeit mit ihm: Er arbeitet unter anderem mit Jean Arthur, Margaret Sullavan, Joan Crawford und Marlene Dietrich zusammen. In SECRETS (1933) ist es Mary Pickford, die ihre letzte Vorstellung vor der Kamera gibt.

In der Tonfilmzeit kann der Regisseur den romantischen Effekt seiner Filme noch weiter ausbauen. Mit THEY HAD TO SEE PARIS (1929) dreht er seinen ersten Tonfilm, in dem Will Rogers und Irene Rich die Hauptrollen spielen. Für BAD GIRLS (1931), einer Geschichte um eine junge turbulente Ehe, erhält er seinen zweiten Regie-Oscar. Mit Cary Cooper und Helen Hayes arbeitet er in A FAREWLL TO ARMS (1933) zusammen, einer Verfilmung eines Ernest Hemingway-Stoffes. Das bewegende Melodram EIN SCHLOSS IN NEW YORK (1933) spielt in der Depressionszeit: Ein Vagabund lernt ein hilfloses Mädchen kennen, verliebt sich in sie und muss sich schließlich zwischen ihr und seiner Freundin entscheiden.

Von 1935 bis 1942 arbeitet der Regisseur für MGM. LIVING ON VELVET (1935) erforscht die Schuldgefühle eines Piloten, der für den Tod seiner Eltern verantwortlich zeichnet. Seine Ehefrau hilft ihm geduldig. STRANDED (1935) - in beiden Filmen spielt Kay Francis die weibliche Hauptrolle - erzählt von einer jungen Frau, die auch nach ihrer Eheschließung weiter arbeiten geht. Es entsteht die charmante Liebeskomödie SEHNSUCHT (1936) mit Marlene Dietrich und Gary Cooper in den Hauptrollen. Hier treffen eine Hochstaplerin und ein Amerikaner aufeinander. Sie versucht eine kostbare, erschwindelte Perlenkette von Frankreich nach Spanien zu schmuggeln, er soll ihr Komplize werden. Der Film überzeugt durch witzige Dialoge und gute Darsteller. In der romantischen Tragikomödie UND EWIG SIEGT DIE LIEBE (1937) findet eine reiche Ehefrau nach der Scheidung ihr Glück mit einem Oberkellner. BRENNENDES FEUER DER LEIDENSCHAFT (1937) erzählt von einer Ex-Tänzerin, die sich im mittleren Westen in den Bruder ihres Ehemannes verliebt.

Nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque entsteht DREI KAMERADEN (1938), der im Berlin der 1920er Jahre spielt: politische Unruhen, Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Not sind an der Tagesordnung. Eine Liebesgeschichte steht im Vordergrund des Films. DIE WUNDERBARE RETTUNG (1940) schildert die Flucht einiger Häftlinge aus einer Strafkolonie, bei der sich einer der Fliehenden verliebt. Mit TÖDLICHER STURM (1940) dreht der Regisseur einen der ersten Anti-Nazifilme. Berichtet wird von einem jüdischen Universitätsprofessors, dessen Familie 1933 durch die nationalsozialistische Diktatur auseinander bricht.

Gegen Ende der 1940er Jahren beendet Frank Borzage seine Laufbahn mit einigen B-Filmen. Sein Spätwerk mit den romantischen Abenteuerfilmen DIE SEETEUFEL VON CARTAGENA (1945) sowie DER FISCHER VON GALILÄA (1959) kann an seine großen Erfolge nicht mehr anknüpfen.

Frank Borzage stirbt am 19. Juni 1962 in Hollywood.

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