| Regie, Drehbuch, Produzent |
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| * 08. Februar 1894 Galveston (Texas) USA |
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| † 01. November 1982 El Paso de Robles (Kalifornien) USA |
In EIN MENSCH DER MASSE (1928) versucht ein junger Mann in New York Fuß zu fassen, wird einer der vielen Angestellten in einem modernen Großraumbüro, aber seine Träume kann er im Sog der Wirtschaftskrise nicht verwirklichen. Der Film wird als Meisterwerk des späten Stummfilms geschätzt, da er thematisch den amerikanischen Traum hinterfragt und stilistisch neue Wege geht. Der sozialkritische Film gefällt dem Produzenten Irving Thalberg allerdings nicht: Über ein Jahr hält er ihn zurück, verändert das Ende zu einem Happy End. An den Kinokassen erfüllt der Film dann nicht ganz die Erwartungen. Gewissermaßen eine Fortsetzung wird der New Deal-Film UNSER TÄGLICHES BROT (1934), in dem ein kleiner Angestellter endlich Erfolg hat, als er sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt und sich eine neue Existenz aufbaut, in dem er mit anderen Landarbeitern eine Kooperative gründet. Da King Vidor für den Film keinen Produzenten findet, nimmt er das Risiko auf sich und finanziert er ihn selbst. Die Szene, in der am Schluss das Wasser über die Erde fließt, gehört zu den Meilensteinen der Filmkunst.
Mit dem frühen Tonfilm HALLELUJAH! (1929) wendet sich der vielseitige Regisseur wieder einem sozialen Stoff zu, welches er diesmal als Musical inszeniert, mit durchweg afroamerikanischen Schauspielern. Erzählt wird von einem schwarzen Baumwollpflücker, der schuld an dem Tod seines Bruders ist und aus Reue Wanderprediger wird. Anrührend und authentisch schildert er das Leben der schwarzen Bevölkerung, besonders mitreißend sind die Musiknummern - gekonnt gelingt es dem Regisseur, den Ton in die Geschichte einzuflechten und nimmt erstmals Ton von Originalschauplätze auf, arbeitet mit versteckten Kameras. Die erste Verfilmung des Stoffes um den gesetzlosen Billy the Kid, der von seinem Widersacher Pat Garrett zur Strecke gebracht wird, liefert er mit GEÄCHTET, GEFÜRCHTET, GELIEBT - BILLY THE KID (1930), den er in zwei Versionen dreht, im normalen und im 70-mm-Verfahren. STREET SCENE (1931) erzählt von zwei Liebesbeziehungen in einer Mietskaserne in der Lower East Side, die zerbrechen - ein Kammerspielfilm auf der Strasse. Für THE BIRD OG PARADISE (1932) reist der Regisseur nach Hawaii und arbeitet mit Eingeborenen. Erzählt wird von zwei Liebenden, die anfangs die Sprache des Anderen nicht verstehen.
In der Folge dreht der Regisseur handwerklich perfekte Filme mit den Stars der Zeit, die an den Kinokassen erfolgreich sind. Eine Romanze aus dem Bürgerkrieg dreht er mit SO RED THE ROSE (1935) mit Margaret Sullavan. Gary Cooper und Anna Sten setzt er in der dramatischen Dreiecksgeschichte DIE HOCHZEITSNACHT (1935) in Szene. In STELLA DALLAS (1937) opfert sich eine Mutter für den sozialen Aufstieg ihrer Tochter. Der Film mit Barbara Stanwyck in einer ihrer ersten Filmrollen wird zum Paradebeispiel für damalige Melodramen. Drei Monate arbeitet er als Regisseur bei dem Film DER ZAUBERER VON OZ (1939) mit. Spencer Tracy spielt im ersten Farbfilm des Regisseurs, in dem Western NORDWEST-PASSAGE (1940) die Hauptrolle. Erzählt wird von Soldaten im Indianerkrieg, die ein Massaker verüben und zu Helden werden. Der Film ist als Zweiteiler geplant. Der Held sollte im zweiten Teil an seiner Vergangenheit zerbrechen, aber der Film wird nicht gedreht. Da es auch Auseinandersetzungen bei dem Film AN AMERICAN ROMANCE (1944) gibt, verlässt er nach 24 Jahren die Produktionsfirma MGM und erhält von David O. Selznick einen Vertrag.
Mit DUELL IN DER SONNE (1941) schafft der Regisseur wieder ein Meisterwerk. Der melodramatische Western um ein verwaistes Halbblut, welches eine Eifersuchtstragödie zwischen ihren beiden Ziehbrüdern auslöst, ist erotisch aufgeladen, leidenschaftlich und wild in Szene gesetzt. Er gilt als einer der ersten "erwachsenen" Western und besonders die Technicolorbilder bleiben in Erinnerung. Der Regisseur überwirft sich wegen seiner Einmischung mit dem Produzenten und verlässt kurz vor Drehschluss die Produktion. Auch EIN MANN WIE SPRENGSTOFF (1948) mit Gary Cooper in der Hauptrolle, den der Regisseur für Warner Bros. dreht, ist wieder ein typischer King Vidor-Film. Hier setzt sich ein Architekt gegen die Konventionen zur Wehr. Der Regisseur inszeniert dies als eine visuell-dynamische Fürsprache für individuelle Freiheit und Kreativität. Der Bette Davis-Film DER STACHEL DES BÖSEN (1948) ist ein düsteres Frauenporträt im film noir-Stil. WILDES BLUT (1952) spielt in Nord-Carolina, wo sich eine Frau (gespielt von Jennifer Jones) wegen der Standesdünkel der Gesellschaft rächt.