Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Walter Rilla

Walter Rilla
Regie, Darsteller

* 22. August 1894
Neunkirchen
Deutschland
† 21. November 1980
Rosenheim (Bayern)
Deutschland

WALTER RILLA • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Walter Rilla ist ein vielbeschäftigter Darsteller im deutschen Film ab den 20er Jahren. Er gilt als intellegent und kultiviert, spielt anfangs junge schöne Liebhaber, später elegant charmante Herren der gehobenen Gesellschaft. Im westlichen Nachkriegs-Deutschland agiert Walter Rilla als Schurke - in den Mabuse-Filmen der 60er Jahre gibt er den wahnsinnigen Professor Pohland.

Walter Rilla wird am 22. August 1894 als Walter Wilhelm Karl Ernst Rilla in Neunkirchen, an der Saar geboren. Sein Vater ist Eisenbahn-Ingenieur, der mehrfach von seiner Firma versetzt wird. Walter Rilla wächst in Elberfeld und Königsberg auf. Er besucht in Königsberg das traditionsreiche Fridericianum und später die dortige Universität. Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte sind die Fächer, die ihn interessieren. Für sein Studium geht er zeitweise auch nach Breslau (heute Wroclaw), Berlin und Lausanne.

Zunächst schlägt Walter Rilla eine journalistische Laufbahn ein. Mit 19 Jahren schreibt er Texte für das Feuilleton der Neuesten Breslauer Nachrichten. Mit 25 Jahren gründet er die Zeitschrift "Erde", die sich mit Literatur, Kunst und Politik beschäftigt. Zu den Autoren der Zeitschrift gehören unter anderem Bertolt Brecht und Heinrich Mann.

Seit 1920 lebt Walter Rilla in Berlin. Er wird als Dramaturg an die Berliner Tribüne engagiert. Als er am Theater am Kurfürstendamm kurzfristig für einen Schauspieler einspringt, entscheidet er sich ganz für die Schauspielerei. Bereits 1922 debütiert er beim Film, spielt den Todesengel unter der Regie des dänischen Künstlers Urban Gad in HANNELES HIMMELFAHRT (1922). In der Folge wird der Darsteller vielfach besetzt, gibt junge Studenten, Adlige, Künstler sowie Liebhaber. Er arbeitet mit bekannten Regisseuren der Zeit zusammen, unter anderem Max Mack, Friedrich Wilhelm Murnau und mehrfach mit Victor Janson. Eine seiner bekanntesten Rollen wird ein italienischer Maler in DER GEIGER AUS FLORENZ (1925), der einem jungen Mädchen zur Versöhnung mit seiner Familie verhilft. In seinen ersten fünf Jahren beim Film ist er an 30 Stummfilmen beteiligt, bis zum Ende der Stummfilmzeit kommen nochmals 14 Filme dazu. Auch in der frühen Tonfilmzeit wird der Schauspieler häufig besetzt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 verlagert der Künstler seinen Arbeitsschwerpunkt nach England; arbeitet mit dem Produzenten Alexander Korda zusammen. Bis Mitte der 30er Jahre ist er noch in Deutschland beschäftigt, emigriert aber 1936 ganz nach Großbritannien. Hier erhält er wichtige Nebenrollen, arbeitet unter anderen mit den Regisseuren Harold Young, Robert Siodmak und Herbert Wilcox zusammen. Während des II. Weltkrieges betätigt sich der Schauspieler auch in anderen Bereichen. Er arbeitet als Produzent und schreibt Hörspiele für den BBC, veröffentlicht Romane. Mitte der 40er Jahre nimmt er die britische Staatsbürgerschaft an.

Auch nach dem Ende des II. Weltkrieges ist der Schauspieler in Großbritannien vielfach beim Film beschäftigt. Erst Mitte der 50er Jahre kehrt der vielseitige Künstler nach Deutschland zurück. Er übernimmt die Rolle des Lord Kilmarnock in dem Kurt Hoffmann-Film BEKENTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL (1957). Im westdeutschen Film findet der Darsteller danach zahlreiche Beschäftigung. In den Mabuse-Filmen und den Edgar Wallace-Filmen der 60er Jahre wird er häufig besetzt. Mittlerweile lebt Walter Rilla wieder in Deutschland, ist dazu immer wieder in internationalen Produktionen zu sehen.

Neben seiner intensiven Filmtätigkeit spielt Walter Rilla auch Theater. 1957 erhält er ein Engagement an der Kleinen Komödie in München. Meistens spielt er gereifte Herren, elegant, gelassen und charmant. Außerdem schreibt er weiterhin Hörspiele. Den Fernsehen entzieht sich der Schauspieler nicht. Zusätzlich arbeitet er in diesem Medium als Regisseur, der sich mit sorgfältig inszenierten TV-Spielen einen Namen macht, etwa mit dem Fernsehspiel "Platons Gastmahl" (1965) und "Der Tod des Sokrates" (1967). 1966 wird der mit dem Deutschen Filmpreis in Gold für seine Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet.

Walter Rilla ist in erster Ehe mit der Jüdin Theresa Klausner verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn Wolf Rilla, der 1920 geboren wird, entscheidet sich später auch für die Filmbranche und arbeitet als Regisseur. 1948 stirbt seine Ehefrau. Elf Jahre später heiratet der Schauspieler die französische Schriftstellerin Alix Degrelle-Hirth du Frênes.

Walter Rilla stirbt am 21. November 1980 in Rosenheim.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,85213