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Theodor Sparkuhl

Theodor Sparkuhl
Kamera

* 07. Oktober 1894
Hannover
Deutschland
† 13. Juni 1946
Santa Fe (Kalifornien)
USA

THEODOR SPARKUHL • Biographie Seite 1/1

Theodor Sparkuhl gehört zu den wichtigsten Kameraleuten der klassischen deutschen Filmzeit. Er beginnt seine Karriere bei den Wochenschauen während des Ersten Weltkriegs, bis er zur Spielfilmproduktion wechselt und zum Stamm-Kameramann des Erfolgsregisseurs Ernst Lubitsch aufsteigt. Theodor Sparkuhl gilt als Könner im Umgang mit der Tiefenschärfe und im Perspektiv-Wechsel, als Meister großer Massenszenen. Besonders als Licht-Stratege macht er sich einen Namen.

Theodor Sparkuhl wird am 07. Oktober 1894 in Hannover geboren. Sein Vater ist ein wohlhabender Kaufmann. Er besucht in seiner Heimatstadt das Gymnasium. Nach seiner Schulausbildung ist er als Verkäufer von Projektoren bei Léon Gaumont in Berlin tätig. Um 1912 kommt er erstmals mit dem Film in Kontakt, arbeitet für die Produktionsfirma bei Wochenschauen mit. Bereits ein Jahr später wechselt er zur Eiko-Film GmbH, Berlin und dreht während des Ersten Weltkrieges deren Wochenschaumaterial.

Um 1916 wechselt der Kameramann in den Spielfilmbereich. Dafür verläßt er die Eiko und wird bei der Projektions-AG "Union" (PAGU), Berlin engagiert. Hier entsteht eine längere Arbeitsbeziehung mit dem Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautoren Ernst Lubitsch. Bis 1923 wird Theodor Sparkuhl die meisten Filme des Regisseurs ablichten. In vielen Fällen wird die Kamera bei den Lubitsch-Filmen gelobt. Besonders die Nachtaufnahmen in DAS WEIB DES PHARAO (1922) fallen auf. Dafür läßt sich der Kameramann neue Aufnahmegeräte aus Amerika kommen und verwendet überaus leistungsstarke Scheinwerfer.

Nachdem Ernst Lubitsch in Hollywood Filme dreht, arbeitet Theodor Sparkuhl mehrfach mit den Regisseuren Ewald André Dupont, Lupu Pick und Richard Oswald zusammen. Der Kameramann ist bald bei Kostümfilmen ebenso gefragt wie bei realistischen Sozialstreifen. In DAS ALTE GESETZ (1923) werden die Kontraste gelobt, bei MANON LESCAUT (1926) von Arthur Robison sind es die malerischen Szenen des adligen Ambientes. Theodor Sparkuhl gelingen Bilder von eindringlicher Intensität, er gilt als Könner im Umgang mit der Tiefenschärfe und im Perspektiv-Wechsel, als Meister großer Massenszenen. Besonders als Licht-Stratege macht er sich einen Namen. Er spricht sich für eine enge Einbeziehung des Kameramanns bei der kreativen Entwicklung des Films aus.

1927 setzt sich der Kameramann auf den Regiestuhl. Gemeinsam mit Adolf Trotz inszeniert er den Film DER STAATSANWALT KLAGT AN (1928), in dem die Problematik der Todesstrafe aufbereitet wird. Es wird die einzige Regie-Arbeit bleiben. Danach arbeitet er mit Georg Wilhelm Pabst an dessen Klassiker ABWEGE (1928).

Ende der 1920er Jahre geht Theodor Sparkuhl nach Großbritannien. Wie viele deutsche Filmkünstler der Zeit arbeitet er dort an mehrsprachigen Filmversionen. In den meisten Fällen werden diese von deutschen Regisseuren in Szene gesetzt. Er dreht wieder Filme mit Arthur Robison und Henrik Galeen. Hier fällt der Kameramann durch seine gelungene Bilder von London auf, in denen er die Atmosphäre der Stadt einfängt. Anfang der 1930er Jahre ist Theodor Sparkuhl bei Tonfilmproduktionen in Frankreich dabei. Es kommt zur Zusammenarbeit mit Marc Allégret und Jean Renoir.

Ab 1932 geht der Künstler in die USA. Anfangs hat er wie viele seiner Berufskollegen keine Chance auf Arbeit, aber nach Monaten hat Glück und wird in die Gewerkschaft der Kameratechniker aufgenommen, trotz hoher Arbeitslosigkeit unter den einheimischen Kameraleuten. Er erhält einen Vertrag bei der Paramount und arbeitet wieder mit Ewald André Dupont zusammen, dreht für Rouben Mamoulian dessen musikalischen Liebesfilm HIGH, WIDE AND HANDSOME (1937). Auch für die Regisseure Kurt Neumann, Robert Siodmak und Erik Charell steht er in vielen unterschiedlichen Genren hinter der Kamera. Zu Theodor Sparkuhls interessanteren Filmen in Amerika gehören der düsterer Film noir THE GLASS KEY (1942) von Stuart Heisler und der noch vor Kriegseintritt der USA gedrehte PACIFIC BLACKOUT (1941).

Bald wird der innovative Kameramann überwiegend zur Produktion von B-Picture herangezogen. Seine kreativen Möglichkeiten sind dadurch arg einschränkt. Vielleicht resultiert daraus sein Abschied von Paramount. Ab 1945 wird es für Theodor Sparkuhl schwer, sich beruflich weiterhin zu behaupten. Er verläßt seine angestammte Produktionsfirma Paramount und versucht, vermittelt durch Paul Kohner, Kontakt zu anderen Produktionsfirmen aufzubauen. Dies scheitert allerdings.

Seit 1916 ist der Kameramann mit Helen Christon verheiratet. Beide haben fünf Kinder. Am 13. Juni 1946 stirbt Theodor Sparkuhl in Santa Fé.

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Autorin: Ines Walk
Stand: Juni 2006

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