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Buster Keaton

Buster Keaton
Drehbuch, Darsteller

* 04. Oktober 1895
Piqua (Kansas)
USA
† 01. Februar 1966
Woodland Hills (Kalifornien)
USA

BUSTER KEATON • Biographie Seite 1/1

Buster Keaton ist neben Charles Chaplin und Harold Lloyd der größte Stummfilmkomiker Amerikas. Die Figuren, die er spielt, bewegen sich zwischen trauriger Melancholie und atemberaubender Artistik. Sein einzigartiger Stil - ein unbeweglicher Gesichtsausdruck - wird schnell zum Markenzeichen: 'Der Mann, der niemals lachte'. Sein Blick und seine Mimik nimmt gefangen; ohne das seine Augenbraune zuckt, erzählt er tausend Dinge. Dabei ist seine Komik alles andere als eine schenkelklopfende. Sie ergibt sich nicht durch platte Gags, sondern durch einfallsreiches Tempo, verblüffende Tricks und kreativen Scharfsinn.

Buster Keaton wird als Joseph Francis Keaton am 04. Oktober 1895 in Pickway (einige Quellen nennen Piqua), Kansas geboren. Sein Vater Joseph 'Joe' Hallie und seine Mutter Myra Keaton sind irischer Abstammung und tingeln als Varietè-Künstler durch das Land. Bereits im Alter von drei Jahren steht er mit seinen Eltern auf der Bühne. Von seinem Vater wird er dort malträtiert, auf den Boden fallen gelassen u.ä. Den "Drei Keatons" gelingt ein Karrieresprung, vom Straßentheater zum Vaudeville-Theater in New York. Um 1900 tritt die Gerry Society zum Schutz des amerikanisches Kindes auf den Plan, die erreicht, daß die Familie in einigen Städten nicht mehr auftreten darf.

1917 trennt sich die Familie. Buster Keaton und seine Mutter kommen mit dem Alkoholismus des Vaters nicht mehr zurecht. Während der Vater weiter in Varietés auftritt, unter anderem im legendären Winter Garden in New York, lernt Buster Keaton den Schauspieler Roscoe Arbuckle kennen. Er schließt sich dessen Filmtruppe an. Ihr erster gemeinsamer Film wird THE BUTCHER BOY (1917). Weitere Filme entstehen. Die Filmkarriere wird durch die Einberufung in die Armee unterbrochen. Buster Keaton wird 1918 in Frankreich stationiert, wo er sieben Monate dient. Zurück in Amerika erhält er von Jack Warner und William Fox lukrative Angebote, lehnt diese aber ab, um unabhängig zu sein und arbeitet wieder bei der Comicque Film Corporation von Roscoe "Fatty" Arbuckle. Zwei Jahre später erschüttert der Arbuckle-Skandal die Branche: dem Darsteller wird Mord und Vergewaltigung vorgeworfen.

1919 gründet Buster Keaton gemeinsam mit dem Produzenten Joseph M. Schenck die "Buster Keaton Comedies" und erhält sein erstes Produktionsteam nebst eigenem Studio. Ab 1920 dreht der Schauspieler seine eigenen Filme. Im September 1924 feiert sein erster abendfüllender Regie-Film THE THREE AGES (1924) Premiere. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der in der Steinzeit, im alten Rom und in den 20er Jahren um die schöne Margaret Leahy kämpft und seinen Rivalen mit Köpfchen besiegt. Als Filmvorführer in SHERLOCK, JR. BUSTER KEATON (1924) träumt er sich zum Filmhelden und Detektiv. Einen ersten Höhepunkt feiert der Schauspieler und Regisseur mit dem Film THE NAVIGATOR (1924). Als gelangweilter Millionär entscheidet er sich zu heiraten. Als er eine Absage von der Erwählten erhält, reist er allein nach Honolulu und gerät auf ein verlassenes Kriegsschiff, auf dem sich zufällig auch seine Angebetete befindet. Als das Schiff aus dem Hafen treibt, müssen sich beide einiges einfallen lassen.

Sein zweiter großer Erfolg wird OUR HOSPITALITY (1924), der zu Weihnachten des Jahres in Deutschland Premiere feiert. Erzählt wird von einer Familienfehde in den Südstaaten. Buster Keaton verliebt sich ausgerechnet in die Tochter der verfeindeten Familie. In einer Szene rettet er sie aus einem Wasserfall. Hier vollführt der Schauspieler einen der aufsehenerregendsten Stunts seiner Filmkarriere. Zudem wird sein Sinn für historische Sorgfalt deutlich: Er läßt einen der frühen Überlandzüge genau nachbauen. Mittlerweile produziert Buster Keaton einen Erfolg nach dem anderen. Auch mit BATTLING BUTLER (1926) erzielt er enorme Einspielergebnisse. Hier spielt er das Muttersöhnchen Alfred Butler, der seinen Butler zu einem Campingsausflug mitnimmt. Die Landbevölkerung kann er somit nicht überzeugen. Erst als er sich mit dem Namen seines Namensvetters, des Weltmeisterschafts-Boxer schmückt, wird er aktzeptiert. Nun kommen aber andere Schwierigkeiten auf ihn zu.

Seinen künstlerisch wichtigsten Film, der als einer seiner ersten an den Kinokassen flopt, legt Buster Keaton mit DER GENERAL (1926) vor. Hier agiert er als Johnny Gray. Der Lokomotivführer hat zwei Lieben, Annabelle Buster und die Lokomotive "The General", die er von den Feinden im amerikanischen Bürgerkrieg zurückerobert. Durch zahlreiche Zufälle erfüllt er die Aufgabe und wird zudem zum Helden. Der Film gilt als das Meisterwerk des Künstlers. In keinem anderen Werk hat er die Eindrücke seiner Jugend vom Vaudeville-Theater und die frühen Formen des Hollywood-Kinos derart virtuos miteinander verbunden. Auch filmisch bietet THE GENERAL (1926) einiges: halsbrecherische Stunts, spekuläre Kamerafahrten und hervorragende Tricks.

Nach einem weiteren Mißerfolg mit COLLEGE (1927) wechselt Buster Keaton die Produktionsfirma und geht zu Metro-Goldwyn-Mayer. Hier produziert er seinen letzten unabhängigen Film STEAMBOAT BILL, JR. (1927). Er spielt den verweichlichten Sohn des Kapitäns eines alten Dampfschiffs, der um die Anerkennung seines Vaters ringt. Auch in diesem Stummfilmklassiker beweist er Komik. Er kämpft mit stoischem Gesichtsausdruck mit den Fallen des Alltags und hat zudem noch gegen Naturgewalten zu bestehen. Im Januar 1928 unterschreibt Buster Keaton nach längerem Zögern einen Vertrag mit MGM. In THE CAMERAMAN (1928) spielt er einen kleinen Fotografen, der sich in eine MGM-Reporterin verliebt und für sie bei der Firma anfängt.

Mit WIR SCHALTEN UM AUF HOLLYWOOD (1929) dreht der Schauspieler seinen ersten Tonfilm, in dem er auch als Sänger von "Singin' In The Rain" zu hören ist. Leider deutet sich hier bereits das Ende der erfolgreichen Karriere des Schauspielers an. In der Folge ist Buster Keaton mit kurzen Auftritten und in Pantomimen-Rollen in diversen Musicals zu sehen. 1930 besucht der Künstler Deutschland, wo er euphorisch gefeiert wird. Nach Schwierigkeiten mit MGM wird er im Februar 1933 von MGM gefeuert. Danach spielt er in Baltimore Theater und unterzeichnet einen Vertrag mit Educational Pictures. Während in den USA erste Kurzfilme mit der Firma entstehen, dreht der Schauspieler auch in Frankreich und Großbritannien. Erst als die Firma 1937 Konkurs anmeldet, verschlechtert sich Buster Keatons Lebenssituation. MGM engagiert den Schauspieler als Gagman. Außerdem inszeniert er als Regisseur drei Kurzfilme für MGM. Mit Hilfe seine früheren Produzenten Joseph M. Schenck wird er bei Twentieth Century-Fox engagiert und schreibt dort zwei Drehbücher für Filme mit typischer Familienunterhaltung. 1939 arbeitet er für die Columbia und wird dort zum Star in einigen Kurzfilmen. In der Folge ist der Schauspieler in wichtigen Nebenrollen in Spielfilmen zu sehen. Berühmt ist sein einziger Satz in Billy Wilders Film BOULEVARD DER DÄMMERUNG (1950): "Pass ... Pass". In dem Film RAMPENLICHT (1952) steht er erstmals mit seinem Kollegen Charles Chaplin vor der Kamera.

1957 verfilmt Paramount die Lebensgeschichte des Künstlers. Die Situation von Buster Keaton verschechtert sich immer mehr. Er tritt im Zirkus auf, fungiert als Gagschreiber für andere Komiker, wird zur Gallionsfigur für Wodka-Werbung. 1959 erhält Buster Keaton den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Ein Jahr später veröffentlicht er seine Autobiographie. 1962 unternimmt der Schauspieler eine ausgedehnte Reise durch Europa - in Frankreich und Deutschland sind Wiederaufführungen seiner Filme zu sehen. Die erste umfangreiche Retrospektive seines Schaffens findet auf dem Filmfest in Venedig 1963 statt.

Am 31. Mai 1921 heiratet der Schauspieler Nathalie Talmadge, die Schwägerin des Produzenten Joseph M. Schenck. Ihr erster gemeinamer Sohn, James Talmadge Keaton, wird am 02. Juni 1922 geboren. Am 03. Februar 1924 meldet die Familie die Geburt des zweiten Sohnes, Robert. 1932 läßt sich seine Frau nach elf Jahre Ehe scheiden. Buster Keaton beginnt zu trinken. Im Januar 1933 heiratet er die Krankenschwester Mae Scribbens. Ab Mitte der 30er Jahre fällt der Schauspieler durch verstärkten Alkoholkonsum auf. Er unterzieht sich einigen Entziehungskuren. Seine dritte Ehe führt Buster Keaton mit der Schauspielerin Eleanor Norris. Mit ihr steht er auf der Theaterbühne, das Paar gastiert unter anderem in Paris.

Der Künstler stirbt am 01. Februar 1966 in Woodland Hills, Kalifornien.

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