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Lillian Gish

Lillian Gish
Darsteller

* 14. Oktober 1893
Springfield (Ohio)
USA
† 28. Februar 1993
New York (New York)
USA
andere Namen Lilian Gish; Dorothy Elizabeth Carter; Lillian de Guiche; Lillian Diana Gish

LILLIAN GISH • Biographie Seite 1/1

Lillian Gish ist neben Mary Pickford die bedeutenste Filmschauspielerin in der frühen amerikanischen Stummfilmzeit. In über 100 Filmen steht sie vor der Kamera. Auf über 75 Jahre Präsenz im Kino- und Fernsehfilm kann die Schauspielerin zurückblicken. Damit stellt sie wahrscheinlich einen Rekord auf.

Lillian Gish wird am 14. Oktober 1893 in Springfield (Ohio) geboren. [... Andere Quellen nennen das Jahr 1986 oder auch 1898...] Schon mit sechs Jahren stand das junge Mädchen auf der Bühne. Das Stück heißt "Baby Lilian" und steht auf dem Spielplan in Rising Sun, Ohio. Zusammen mit ihrer Mutter, die als Schauspielerin ihr Geld verdient, und ihrer Schwester Dorothy Gish tourt sie durch die Vereinigten Staaten, spielt 1905 in New York.

Auf Empfehlung von Mary Pickford unterschreibt sie 1912 gemeinsam mit ihrer Schwester einen Vertrag bei der American Biograph Company. Ihr Filmdebüt gaben die beiden Schwestern bei dem damals bedeutendsten Regisseur David Wark Griffith. In den folgenden Jahren gehören Lillian und Dorothy zum festen Darstellerkreis des Regisseur. Sie drehen zwischen 1912 bis 1914 zahlreiche Ein- und Zweiakter, zum Beispiel JUDITH OF BETHULIA (1913) und THE BATTLE AT ELDERBUSH GULCH (1913).

1915 entsteht der Film DIE GEBURT EINER NATION (1915). Dieses Epos über den amerikanischen Bürgerkrieg zählt zu den Meilensteinen früher Filmkunst. David Wark Griffith entwickelt wichtige Elemente der Filmsprache. Lillian Gish spielt Elsie Stoneman, eine eingeschlossene Weißen im Finale des Films. Während die aufständischen Sklaven die weiße Familie bedrohen, reitet der Ku-Klux-Klan zu deren Rettung an. Beide Handlungsstränge sind in einer Parallelmontage geschnitten, so daß die Spannung bis zuletzt ausgereizt wird.

Ein Jahr später erscheint ein weiteres Meisterwerk von des Regisseurs, in dem Lillian Gish eine Rolle spielt: INTOLERANCE (1916). Die junge Schauspielerin gibt die Frau an der Wiege, eine immer wiederkehrende Einstellung, mit der der Regisseur die vier historischen Episoden seines nicht chronologisch erzählten Films miteinander verbindet.

Bis 1922 arbeitet Lillian Gish weiter mit David Wark Griffith: Es entstehen zahlreiche Filme wie zum Beispiel das frühe Melodram GEBROCHENE BLÜTEN (1919) an der Seite von Richard Barthelmes oder gemeinsam mit ihrer Schwester ZWEI WAISEN IM STURM DER ZEIT (1921). Ihre Filme werden enorme Kassenerfolge. Sie ist neben Mary Pickford der weibliche Star des neuen Mediums.

Ab 1920 macht sich die Schauspielerin selbständig von ihrem Mentor. Sie führt unter anderem Regie und arbeitet als Co-Autorin bei dem Film REMODELING HER HUSBAND (1920). 1924 verläßt sie ihre langjährige Produktionsfirma und wechselt zu MGM. Dort arbeitet sie mit bedeutenden Regisseuren zusammen, King Vidor, Henry King oder Victor Seastrom. Immer mehr überzeugt sie auch als gereifte Charakterdarstellerin, zum Beispiel in DER ROTE BUCHSTABE (1926).

Als der Tonfilm seinen Siegeszug hält, ist die Schauspielerin nur noch selten auf der Leinwand zu sehen. Sie arbeitet als Sprecherin beim Radio. Außerdem steht die Schauspielerin immer wieder auf der Theaterbühne in klassischen Stücken wie "Hamlet" oder "Onkel Wanja". Bis ins hohe Alter ist sie der Star auf den Bühnen am Broadway.

Erst Ende der 50er Jahre wird die nunmehr fast 50jährige Schauspielerin wieder mit Filmrollen bedacht. In dem Klassiker DUELL IN DER SONNE (1946) in der Regie von King Vidor spielt sie Laura Belle McCanles. Für ihre Darstellung wird als beste Nebendarstellerin für den Oscar nominiert. Diesen erhält sie aber erst 1970 für ihr Lebenswerk.

Bis dahin spielt sie aber noch in vielen wichtigen Filmen mit. Sie gibt die alte und unerschrockende Farmerin in Charles Laughtons DIE NACHT DES JÄGERS (1955), spielt die Mutter von Burt Lancaster in DENEN MAN NICHT VERGIBT (1960) oder ist die Film-Schwester von Bette Davis in WALE IM AUGUST (1987), ihrer letzter Filmrolle.

Seit den 70er Jahren reist Lillian Gish durch Amerika und hält Vorträge über ihre Arbeit mit David Wark Griffith und die Arbeitsmethoden in der frühen Stummfilmzeit. Zudem tritt die Schauspielerin in zahlreichen Filmen als Interviewpartner auf.

Lillian Gish stirbt am 27. Februar 1993 im Alter von 99 Jahren in New York.

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