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René Clair

René Clair
* 11. November 1898
Paris
Frankreich
† 15. März 1981
Paris
Frankreich

RENÉ CLAIR • Biographie Seite 1/1

René Clair liebt Paris. In vielen seiner Filme zeigt er diese Liebe seinen Zuschauern: die großen Mansordenwohnungen und kleinen Hinterhöfe, die hellen Bistros und dunklen Gassen. Seine Lieblings-Pariser sind die kleinen Leuten von nebenan: die Straßenmusiker, die leichten Mädchen und die sentimentalen Ganoven. Mit leichter Hand und unwiderstehlichem Witz inszeniert der Regisseur einen magischen Kosmos, in dem Glück, Liebe, Hoffnung immer eine wichtige Rolle spielen.

René Clair wird am 11. November 1898 in Paris als René Chomette geboren. Sein Vater ist der Seifenfabrikanten Marius Chomette. Er erhält seine Schulausbildung am Lycée Montaigne und am Lycée Louis-le-Grand in Paris. Schon seit seinen Kindheitstagen schreibt er Geschichten, er will unbedingt Schriftsteller werden. Er schreibt sich an der Universität ein und möchte Philosophie studieren. Doch der I. Weltkrieg unterbricht diesen Weg. Als 19jähriger meldet er sich freiwillig an die Front. Er arbeitet im Sanitätskorps der französischen Armee, muß nach einer Rückenverletzung ins Lazarett.

Nach dem I. Weltkrieg beginnt René Clair als Reporter für die L'Intransigeant zu arbeiten. Er schreibt Filmkritiken, u.a. für die Le Théâtre et Comoedia Illustré oder arbeitet als Kulturredakteur für die "Treize". Mit einigen Freunden arbeitet er bei der Produktionsfirma Gaumont als Statist. Aus dieser Zeit stammt auch sein Pseudonym René Clair. In zahlreichen Filmen steht er vor der Kamera, bis er 1922 beginnt als Regie-Assistent von Jacques de Baroncelli zu arbeiten. Bereits ein Jahr später legt er seinen ersten eigenen Film vor: PARIS QUI DORT (1922). In der Folge dreht er fast jedes Jahr einen Film, die durch ihre Poesie auffallen. In dem 22-minütigen Avantgardefilm ZWISCHENAKT (1924) arbeitet er mit den Künstlern Marcel Duchamp, Man Ray und Erik Satie als Darstellern. Seinen ersten großen Publikumserfolg kann er mit DER FLORENTINER HUT (1927) feiern. Mit Witz und Leichtigkeit, liebevoll und mit präzisem Timing schildert der Regisseur, der meisten auch die Drehbücher zu seinen Filmen verfaßt, wie ein Pferd den Strohhut einer Dame frißt und damit für Chaos sorgt.

In der Tonfilm-Zeit schafft René Clair bereits mit seinem ersten Film UNTER DEN DÄCHERN VON PARIS (1930) weltweite Beachtung. Dieser schlichten Liebeserklärung an Paris mit seinem Alltag der "kleinen Leute", den Straßensänger, leichten Mädchen und Ganoven folgen weitere Filme mit dem Thema. Es wird sein Lieblingssujet, welches er häufig auch mit Tanz und viel Musik inszeniert. Filme wie MISS EUROPA (1930) oder DER 14. JULI (1932) zeugen von seiner Liebe zu seiner Heimatstadt.

1935 geht der Regisseur für zwei Produktionen nach Großbritannien in die Studios des Alexander Korda. Er dreht die Komödie EIN GESPENST AUF REISEN (1935), der mit überschäumender Phanatasie von einem Millionär erzählt, der sich ein Haus kauft, abbaut und es in Amerika komplett wieder aufbaut. Der Hausgeist ist ebenfalls mitgereist. Zurück in Frankreich kann er seinen nächsten Film nicht fertigstellen und verläßt nach Ausbruch des Krieges gemeinsam mit seiner Familie Frankreich in Richtung Hollywood.

René Clair hat im amerikanischen Studio-System keine Schwierigkeiten. Die romantische Komödie DIE ABENTEUERIN (1941) mit Marlene Dietrich und Bruce Cabot wird sein erster Film auf dem neuen Kontinent. Bis 1945 entstehen noch drei weitere Film, zwei Komödien und ein Kriminalfilm nach einem Roman von Agatha Christie. 1947 kehrt René Clair nach Frankreich zurück. 1950 entsteht der Film DER PAKT MIT DEM TEUFEL (1950), in dem er den Faust-Stoff verarbeitet und zugleich eine Hommage an dem Stummfilm dreht. Der Film erhält Auszeichnungen bei den Filmfestspielen in Brüssel und Locarno. Außerdem schließt der Regisseur an seine Vorkriegsproduktionen an und dreht romantische Komödien mit dem Star Gérard Philipe. Nach zwei Filmen in den 60er Jahren zieht sich René Clair ins Privatleben zurück.

René Clair veröffentlicht neben seiner Filmarbeit Novellen, Geschichten und auch zwei Romane. Außerdem hat er sich immer mit Filmkritik und Filmtheorie beschäftigt. Seit 1960 ist er gewähltes Mitglied der Académie Française. Er stirbt am 15. März 1981 in seiner Geburtsstadt Paris.

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