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Axel Eggebrecht

Axel Eggebrecht
Drehbuch

* 10. Januar 1899
Leipzig
Deutschland
† 14. Juli 1991
Hamburg
Deutschland

AXEL EGGEBRECHT • Biographie Seite 1/1

Axel Eggebrecht zählt zu den interessanten Persönlichkeiten in der Gilde der Drehbuchautoren. 1932 veröffentlicht der Journalist einen Aufsatz mit den Worten "Wer weiter liest, wird erschossen!". 1933 stecken ihn die Nationalsozialisten für einige Monate ins Konzentrationslager. Bis 1935 bekommt er Schreibverbot, hält sich dann mit Drehbüchern für den "unpolitischen" Unterhaltungsfilm der Ufa über Wasser. Berühmt werden nach dem Krieg seine Berichte über den Frankfurter Auschwitz-Prozess. Er baut den NDR auf, lehrt den Nachwuchs an, schreibt Bücher, Essays, Gedichte.

Axel Eggebrecht wird am 10. Januar 1899 als Axel Constantin August Eggebrecht in Leipzig geboren. Sein Vater ist Arzt. Nach dem Abschluß des Gymnasiums wird er 1917 sofort als Soldat einberufen. Seinen Kriegsdienst leistet er an der Westfront ab. Nach einer schweren Verwundung im April 1918 ist er im Innendienst bis zum Ende des Krieges eingesetzt. Im Januar 1919 wird er endlich entlassen.

Axel Eggebrecht studiert Germanistik und Philosophie an der Universität in Leipzig, später in Kiel. Er nimmt 1920 am Kapp-Putsch innerhalb einer Kieler Studentenkompanie teil, ist aber über die antisemitische Ausstreitungen entsetzt. Seine politischen Ziele kehren sich um. 1920 wird er Mitglied der Kommunistischen Partei (KPD). Er bricht sein Studium ab und arbeitet zunächst bei kleineren Filmproduktionen als Hilfsarbeiter. 1921 kommt er nach Berlin. Sein Kontakt mit George Grosz verhilft ihm zu einer Stelle im Malik-Verlag. Seitdem schreibt er kleinere Artikel, unter anderem für Die rote Fahne.

1922/1923 ist Axel Eggebrecht Propagandaleiter der Deutsch-Amerikanischen Filmunion (DAFU). Er setzt sich für die Verbreitung des sowjetischen Films in Deutschland ein. Er kann in die Sowjetunion reisen, um die Filmwirtschaft vor Ort zu begutachten. Außerdem nimmt er am 5. Weltkongress der III. Internationale in Moskau teil. Danach setzt er sich zunehmend kritisch mit der kommunistischen Doktrin auseinander. Die Konsequenz ist sein Austritt aus der KPD 1925. Seitdem arbeitet er als freier Schriftsteller, ist Mitarbeiter der "Weltbühne", arbeitet als Filmkritiker beim Berliner Tageblatt. Nebenbei ist er als Regieassistent tätig und 1925 für kurze Zeit auch Filmdramaturg bei der Universum Film AG (Ufa).

Seit 1928 schreibt Axel Eggebrecht Drehbücher. Sein erstes Drehbuch erarbeitet er gemeinsam mit Constantin J. David für den Film DIE REPUBLIK DER BACKFISCHE (1928), das von seinem Co-Autor auch in Szene gesetzt wird. Gemeinsam mit dem Altmeister Max Mack schreibt er das nächste Buch für DER KAMPF DER TERTIA (1929). Danach macht Axel Eggebrecht eine größere Pause in diesem Arbeitsbereich, konzentriert sich auf seine publizistischen Arbeiten und engagiert sich aktiv in der Berliner Künstlerkolonie sowie organisiert gegen den aufkommenden Nationalsozialismus.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 wird der junge Journalist mit Berufsverbot belegt. Es folgt seine Verhaftung. Mehrere Monate bringt er im Gefängnis und im Konzentrationslager Hainwalde zu. Nach seiner Entlassung schreibt er mit verschiedenen Autoren oder unter Pseudonymen an Drehbüchern für den Film. In der Folge entstehen sogenannte "unpolitische Filme" für Veit Harlan das Drehbuch zu FRÄULEIN VERONIKA (1936), gemeinsam mit Ernst Hasselbach DAS MÄDCHEN MIT DEM GUTEN RUF (1938) und in Zusammenarbeit mit Willi Forst unnd Helmut Käutner gleich mehrere Drehbücher. Bis 1945 ist Axel Eggebrecht an 23 Drehbüchern beteiligt. Das Ende des II. Weltkrieges erlebt er als Ausgebombter, der von Berlin nach Holstein evakuiert wird.

In Hamburg baut er auf Wunsch der britischen Allierten den Nordwestdeutschen Rundfunk auf. Dort arbeitet er als Abteilungsleiter und lehrt im legendären Nachwuchsstudio. Er berichtet von den Auschwitz-Prozessen, schreibt Hörspiele, gibt Bücher heraus. Axel Eggebrecht wird Mitglied der Frankfurter Akademie der Künste, zeitweise ist er Vorsitzender des deutschen P.E.N.-Clubs.

Seit den 50er Jahre arbeitet Axel Eggebrecht auch wieder an Drehbüchern. Zusammen mit dem zurückgekehrten Peter Lorre schreibt er für dessen Film DER VERLORENE (1951) das Buch. Bis Ende der 50er Jahre verfaßt der Autor Drehbücher für das Kino, darunter RITTMEISTER WRONSKI (1954) sowie STRESEMANN (1956). Ab den 60er Jahren schreibt Axel Eggebrecht vorwiegend für das westdeutsche Fernsehen. Seine Stücke orientieren sich an Gegenwartsstoffen.

Der Publizist ist zweimal verheiratet. Seine zweite Frau ist die Schauspielerin und Journalistin Inge Stolten, mit der er auch gemeinsam an seinen Büchern arbeitet. Axel Eggebrecht stirbt am 14. Juli 1991 in seiner Wahlheimat Hamburg.

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