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Gustaf Gründgens

Gustaf Gründgens
Regie, Darsteller

* 22. Dezember 1899
Düsseldorf, Oberkassel
Deutschland
† 07. Oktober 1963
Manila
Philippinen

GUSTAF GRÜNDGENS • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant Gustaf Gründgens erlangt große Berühmtheit. Auf deutschen Theaterbühnen der 1930er bis 1960er Jahre wird er gefeiert, aber durch den Roman "Mephisto" (1936) von Klaus Mann wird er zum Sinnbild eines Intellektuellen, der sich und seine Karriere dem Teufel anvertraut.

Gustaf Gründgens wird am 22. Dezember 1899 in Düsseldorf geboren. Sein Vater ist kaufmännischer Angestellter. Er besucht ein katholisches Gymnasium in seiner Heimatstadt, bis er sich 1916 als Kriegsfreiwilliger an die Westfront meldet. Dort kommt er mit dem Theater in Kontakt, spielt in der Fronttheatergruppe Saarlouis, wird 1918 sogar dessen Leiter. Nach Kriegsende erhält die Gruppe den Namen Bergtheater Thale.

Nach dem I. Weltkrieg nimmt Gustaf Gründgens Schauspielunterricht an der Hochschule für Bühnenkunst in Düsseldorf. Seine Lehrer sind Luise Dumont und Gustav Lindemann. In Düsseldorf spielt er auch seine erste Rollen, bis er 1920 an den Städtischen Bühnen in Halberstadt ein Engagement erhält. Nach Stationen in Kiel und Hamburg, wo er auch bereits mehrfach Regie führt, kommt Gustaf Gründgens 1927 nach Berlin an die Kammerspiele des Deutschen Theaters.

Zu diesem Zeitpunkt beginnt der Schauspieler auch für den Film zu arbeiten. Seine Rollen sind anfangs nicht groß, er spielt Ganoven, Verbrecher, Zuhälter, bleibt auf den Bösewicht und Schurken festgelegt. Erst Anfang der 30er Jahre kann er sich auch vor der Kamera bestens beweisen. Bemerkenswert ist seine Darstellung in DANTON (1930), auffallend auch sein Schränker, der berechnende, kühle Chef der Berliner Unterwelt, der in M - EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (1931) in der Regie von Fritz Lang mit seinem Verbrecher-Kumpanen Gericht hält, um den von ihnen gefangenen Triebtäter zu verurteilen. Unter der Regie von Max Ophüls spielt er in der Arthur Schnitzler-Adaption LIEBELEI (1933) den emotionslosen Baron von Eggersdorf. Er spielt in Komödien, Abenteuerfilmen und Historienstreifen.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 beginnt seine große Bühnenkarriere. Gustaf Gründgens wird 1934 Generalintendant des Preußischen Staatstheaters in Berlin. Unter der unmittelbaren Schirmherrschaft des preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring bleibt er bis 1944 auf diesem Posten. Sein Programm wird die deutsche Klassik. Seine Faust-Inszenierungen (unter anderem 1942), in denen er selbst Mephisto spielt, sind legendär. Er bringt Opern auf die Bühne in Berlin und Wien. Zusätzlich betreut er Truppen in Norwegen, und geht sogar kurzzeitig 1943 als Gefreiter an die Front in den Niederlanden.

Zwischen 1933 bis 1945 ist Gustaf Gründgens an etwa 15 Filmen beteiligt. Dazu gehören Komödien wie PYGMALION (1935) von Erich Engel wie auch Propagandafilme wie OHM KRÜGER (1941) an der Seite von Emil Jannings. Er führt Regie bei der Fliegerkomödie CAPRIOLEN (1937). Zwei Jahre später inszeniert er mit seiner eigenen Herstellungsgruppe die Effi Briest-Verfilmung DER SCHRITT VOM WEGE (1939). Es folgen die Filme ZWEI WELTEN (1939) und FRIEDEMANN BACH (1941), denen beide kein großer Erfolg beschienen ist.

Die Rolle von Gustaf Gründgens während der Zeit des Nationalsozialismus wird vielfach diskutiert. Weder gibt es einen wirklichen Beweis dafür, daß Gustaf Gründgens ein überzeugter Nazi war noch einen für eine frühere Beziehung zur Kommunistischen Partei. Viele Zeitgenossen und spätere Kritiker stimmen darin überein, daß sein hervorstechendes Charaktermerkmal sein Trieb war, unbedingt Anerkennung zu erlangen.

Nach dem Fall von Berlin wurde Gustaf Gründgens kurzzeitig in einem russischen Kriegsgefangenenlager inhaftiert. Aber rasch kann er sich trotz seiner Nähe zur nationalsozialistischen Prominenz rehabilitieren und auf die Bühne zurückkehren. Bereits im Mai 1946 spielt er seine erste Rolle seit Kriegsende als Snob im gleichnamigen Stück von Carl Sternheim. Im gleichen Jahr zieht er nach Berlin (West) und übernimmt später die Theaterleitung in Düsseldorf und Hamburg. Er schafft es zum bekanntesten Schauspieler und Regisseur in West-Deutschland zu werden. 1954 erhält er das deutsche Verdienstkreuz mit Stern, den höchsten deutschen Orden. 1961 wird er mit dem Filmband in Gold für die Künstlerische Oberleitung bei dem Film FAUST (1960) ausgezeichnet.

Gustaf Gründgens ist in erster Ehe mit Erika Mann verheiratet. Die Ehe, die im Juli 1926 geschlossen wird, wird aber bereits im Januar 1929 geschieden. 1936 heiratet er die Schauspielerin Marianne Hoppe, von der er sich 10 Jahre später wieder scheiden läßt.

Nach seinem Abschied von Bühne und Film unternimmt der Künstler eine Weltreise. Er stirbt unter bisher ungeklärten Umständen am 07. Oktober 1963 in Manila, Philippinen.

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