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Willi Trenk-Trebitsch

Willi Trenk-Trebitsch
Darsteller

* 11. März 1902
Wien
Österreich
† 21. September 1983
Berlin
Deutschland
andere Namen William Trenk

WILLI TRENK-TREBITSCH • Biographie Seite 1/1

Mit seiner Brecht-Interpretation bleibt Willi Trenk-Trebitsch immer in Erinnerung. Er ist der Sprecher des Maggie Messer auf der ersten "Dreigroschenoper"-Schallplatte, die Anfang der 30er Jahre in Berlin produziert wird.

Willi Trenk-Trebitsch wird am 11. März 1902 in Wien geboren. Nach seiner Schulausbildung studiert er in Wien Musik. Nach seinem Abschluß geht er nach Prag. Dort debütiert er als 25jähriger auf der Theaterbühne als Schauspieler.
Besonders in modernen Stücken macht sich der Schauspieler und Sänger einen Namen. Mit dem Bertolt Brecht-Stück "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" in der Musik von Kurt Weil feiert er Erfolge. Sein Weg führt daraufhin folgerichtig nach Berlin. Er wird von Max Reinhardt und Leopold Jessner engagiert. Besonders erfolgreich ist er wieder mit seiner Brecht-Interpretation. "Die Dreichgroschenoper" wird als Schallplatte produziert. Willi Trenk-Trebitsch spricht die Rolle des Maggie Messer. Die Rolle wird die wichtigste seines Leben.

Für den Film arbeitet Willi Trenk-Trebitsch bis 1933 selten. In RASPUTIN – DÄMON DER FRAUEN (1930) spielt er eine kleine Nebenrolle. Noch dreimal steht er vor der Kamera in kleineren Rollen, bis er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Deutschland verlassen muß. Anfangs geht er in seine Heimatstadt Wien und arbeitet dort bis zum "Anschluß" 1938 als Sprecher beim Rundfunk, ab und zu steht er auf der Theaterbühne. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen verläßt Willi Trenk-Trebitsch Österreich in Richtung Frankreich. Dort ist er auch wieder beim Film tätig. Als Regie-Assistent arbeitet er mit Robert Siodmak zusammen, der in Paris seinen Film MÄDCHENHÄNDLER (1939) realisiert.

Als sich die Deutsche Wehrmacht auf dem Weg nach Paris befindet, reist Willi Trenk-Trebitsch mit falschen Papieren nach Trinidad und gelangt 1941 endlich nach New York. In den USA arbeitet er am Theater und erhält auch kleinere Rollen beim Film in Hollywood. Für den amerikanischen Markt nennt er sich nun William Trenk. Mit einigen Schauspielkollegen, die wie er häufig ohne Rollenangebot existieren müssen, gründet er die "My L.A. Ltd.", eine Schauspiel-Wandertruppe, die aber nicht lange besteht.

Mitte der 50er Jahre kehrt der Schauspieler nach Europa zurück. Er arbeitet in Wien und Berlin. In Berlin steht er auch wieder auf der Theaterbühne, u.a. an der Freien Volksbühne. Er erhält auch in westdeutschen Nachkriegsfilmen kleinere Rollen. In der Helmut Käutner-Inszenierung DER SCHINDERHANNES (1958) spielt er den Reichsgraf von Cleve-Boost. Der Regisseur Hans Jürgen Syberberg, der für seinen Film KARL MAY (1974) viele Alt-Stars des deutschen Films vor der Kamera versammeln kann, u.a. Kristina Söderbaum und Lil Dagover, holt auch Willi Trenk-Trebitsch für die Rolle des Rodolf Lebius.

Willi Trenk-Trebitsch stirbt am 21. September 1983 in Berlin.

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Autorin: Ines Walk
Stand: September 2003

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