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Jürgen von Alten

Jürgen von Alten
Regie

* 12. Januar 1903
Hannover
Deutschland
† 28. Februar 1994
Lilienthal, bei Bremen
Deutschland
andere Namen Karl Westerkamp

JÜRGEN VON ALTEN • Biographie Seite 1/1

Jürgen von Alten ist ein Multitalent. Er beginnt seine Karriere 1923 als Schauspieler, inszeniert später als Regisseur zahlreiche Filme, über 50 Kurzspielfilme. Seine Lang-Spielfilme überzeugen durch gekonnt inszenierte Unterhaltung. Als er sich 1942 weigert, ein den Nazionalsozialisten nicht genehmes Drehbuch zu verfilmen, wird er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen.

Jürgen von Alten wird am 12. Januar 1903 als Jürgen Claus Eugen von Alten in Hannover geboren. Sein Vater ist Offizier. Nach seinem Schulabschluß beginnt er ein Studium in Heidelberg, beendet es aber nicht. Er will Schauspieler werden. Seine Familie verbietet es ihm. Als Konsequenz arbeitet er als Transportarbeiter und läßt sich nebenbei in Schauspiel ausbilden. Mit 20 Jahren debütiert er in seiner Heimatstadt an den Städtischen Bühnen und wandert danach durch die Provinz. Stationen sind Detmold, Allenstein, Leipzig und Gera, bis er 1929 in Berlin angekommen ist.

Bald wird Jürgen von Alten ein erfolgreicher Theaterschauspieler und -regisseur. Er spielt in dem Kabarett "Kohlkopp" oder gründet selbst ein 1932 in Paris. Er arbeitet als Direktor und Regisseur in Dresden am Komödienhaus. Ab 1934 spielt er unter Gustaf Gründgens am Staatstheater Berlin, später wird er kurzzeitig Leiter des Schillertheaters.

Anfang der 30er Jahre spielt Jürgen von Alten seine ersten Filmrollen in YORCK (1931). Zudem beginnt er Kurzspielfilme zu drehen. Er wird mehr als 50 dieser kleinen Filme drehen, durch alle Genre hindurch. Durch seinen Erfolg erhält er von der Minerva-Tonfilm GmbH die Möglichkeit, auch Lang-Spielfilme zu inszenieren. Auch hier zeigt der Regisseur sein Talent für geschickte Unterhaltung. Er inszeniert Gegenwartsstoffe ebenso wie anspruchsvolle Literaturverfilmungen etwa die Gerhart Hauptmann-Adaption DER BIBERPELZ (1927) mit Heinrich George in der Hauptrolle. 1938 inszeniert der Regisseur für das Fernsehen, welches gerade in verschiedenen Versuchen ausprobiert wird. Er schreibt sein erstes eigenes Drehbuch DAS VERLORENE LÄCHELN (1938), daß er unter live-Bedingungen inszeniert.

Ab Ende der 30er Jahre gehört Jürgen von Alten zu den angesehenen Regisseuren. Er inszeniert Agenten- und Kriminalfilme, Melodramen oder Komödien. Viele der bekannten Schauspieler der Zeit arbeiten mit ihm: Olga Tschechowa, Johannes Heesters oder Grethe Weiser. Der Regisseur dreht auch nationalsozialistische Propagandafilme. Sein GEWEHR ÜBER (1939) erzählt von den Sohn eines deutschen Auswanderers, der in Australien lebt. Um diesen zur 'Vernunft' zu bringen, plant der Vater geschickt eine Reise nach Deutschland, wo der Sohn sofort den Einberufungsbefehl der Deutschen Wehrmacht erhält. In 6 TAGE HEIMATURLAUB (1941) findet der Unteroffizier Werner Holt (!) in eben jenen 6 Tagen seine Liebe Agnes Forbach. Gustav Fröhlich und Maria Andergast spielen die Hauptrollen in diesem "schmucken" Wehrmachts-Urlaubsfilm. Nach seiner Weigerung, ein Drehbuch filmisch umzusetzen, wird er 1942 zur Wehrmacht eingezogen

Nach Ende des II. Weltkrieges arbeitet der Regisseur zunächst in Hannover. Er gründet dort die Kammerspiele und die Schauspielschule. Zudem beginnt er wieder für den Film zu arbeiten. Er dreht mit Ilse Werner und Viktor Staal typische westdeutsche Unterhaltung in DIE HERRIN VOM SÖLDERHOF (1955). Sein letzter Film, den er selbst inszeniert, wird TISCHLEIN DECK DICH (1956). Jürgen von Alten arbeitet wieder als Schauspieler beim Film, später auch beim Fernsehen. Er konzentriert sich auf die Theaterarbeit, spielt und inszeniert bevorzugt an Berliner Bühnen.

Ab den 80er Jahren hat der Schauspieler ein spätes Comeback beim Film. Er spielt in internationalen Produktionen wie EINE LIEBE IN DEUTSCHLAND (1980) von Andrzej Wajda. Außerdem steht er unter der Regie von Mika Kaurismäki in HELSINKI-NAPOLI ALL NIGHT LONG (1985) vor der Kamera.

Jürgen von Alten ist mit der Sängerin und Schauspielerin Hilde Seipp verheiratet. Der Schauspieler und Regisseur stirbt am 28. Februar 1994 in Lilienthal bei Bremen.

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Autor
Ines Walk

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