Für Oliver Hüttmann ist DAS WUNDER VON BERN ein "unterhaltsamer, liebenswürdiger Film mit famosen Darstellern". Schnell hat er das "sentimentale Muster" des Films durchschaut, aber der Regisseur geht sicher mit den emotionalen Effekten um. "Zuweilen strapaziert Wortmann das Pathos etwas arg. Wenn er seinen Bildern nicht traut, will er auf Nummer sicher gehen und schießt übers Ziel hinaus."
Über der Produktion hängt ein Damoklesschwert: der "Bedeutungsmehrwert", da es um vielmehr geht, als um ein Fußballspiel, meint Jan Distelmeyer. Daran scheitert der Film: "Gerade in seinem Versuch, Geschichte rund und einheitlich darzustellen, offenbart der Film seine Zerrissenheit. Der ideologischen Eindeutigkeit steht eine mindestens ebenso große narrative Unsicherheit gegenüber."
Peter Riesbeck hat "viel Pathos und Kitsch in Bilder gepackt" wahrgenommen, eine "übertrieben schwülstige Versöhnungsgeschichte" und zudem eine "klinische Bildgeschichte eines unbeschreiblichen Heldenepos" gesehen, die den Mythos entzaubert. Es wird in diesem ernsten bundesrepublikanischen Historienfilm "immer ein wenig zu viel und ein wenig zu plakativ geredet", nur noch "der Stempel der Bundeszentrale für politische Bildung" fehlt.
Sven Goldmann und Julian Hanich führen ein Interview mit Sönke Wortmann.
Für Peter von Becker ist DAS WUNDER VON BERN der beste Fußball-Film aller Zeiten. Auch sonst ist er des Lobes voll. Er war "sofort gepackt, berührt, entführt in eine wiedergefundene Zeit der frühen Bundesrepublik". Der Film bemüht sich um "atmosphärische Dichte, Zeitkolorit und sinnfällige Momente", am "schönsten aber sind die wirklichen Fußball-Szenen".
Für Dietrich Kuhlbrodt hat Sönke Wortmann das Spiel verloren. Seine Hauptdarsteller, allen voran Peter Lohmeyer, spielen "seltsam lieblos, undifferenziert und eindimensional", die Dialoge sind hölzern und filmisch gibt's zu viel Off-Stimme und Orchester-Bombast. Gut in Szene gesetzt dagegen sind Zeitkolorit und das Fußballspiel selbst.
Andreas Lampert führt ein Interview mit dem Regisseur Sönke Wortmann.
Clemens Gerlach führt ein Interview mit Peter Lohmeyer.
Oliver Rahayel sieht "keine wirklich überzeugenden Charaktere, eher schemenhafte Andeutungen, Platzhalter für soziale Phänomene" in den Filmen von Sönke Wortmann. Peter Lohmeyer schafft es, Tiefe in das Drama zu bringen. Die "im deutschen Film verbreitete übertriebene Sucht nach Authentizität", nach "Vergegenwärtigung um jeden Preis" stört. Zudem wird dem Film zuviel "Pathos, auch in der musikalischen Untermalung" zugeschrieben. "Nur sehr vereinzelt gelingen ihm Momente mit Witz und Gefühl."