Dieter Kuhlbrodt will sich im Kino nicht bekehren lassen. Ihm ist der ganze Film zu gradlinig, kein Konflikt - nirgendwo. Das Heldenlied auf die "Frau, die einfach den Besen in die Hand nimmt" ist ein schicker, rasanter Clip, der zum Weinen einladen will.
Bei Jan Distelmeyer kommt DIE JOURNALISTIN nicht gut weg. Grund dafür ist u.a. das aufwendiges Lady Di-Kostüm, in das Cate Blanchett gepreßt wird. Es ist ihr so unmöglich, ein komplexes und lebendiges Bild der Heldin zu zeichnen. Durch die "schematischen Stringenz" kann der Film kein Denk- oder Mahnmal errrichten.
Christina Tilmanns Worte sind hart: ausgesprochen langweilig inszeniert ist diese Heldenbiographie. Ein spannendes, rastloses und zwiefältiges Leben wird allzu gradlinig und aus nur einer Perspektive erzählt. Alles, was aus der Figur einen Menschen machen würde, wird weggelassen.
Ein Porträt zur Hauptdarstellerin Cate Blanchett schreibt Daniela Sannwald.
Für Ulrich Kriest ist der Film leider nur "eine spannungsarme Hagiografie [...wer's nicht weiß: Lebensbeschreibung einer Heiligen...] mit einigen erstaunlichen Leerstellen". Es gibt keine psychologische Vertiefung der Figur oder des familiären Umfeldes. Er bleibt unausgegorenen in den Klischee stecken. Nur bei den Gangster-Szenen lebt er etwas auf.