Keine Sentimentalitäten sieht Christina Nord in MEIN LEBEN OHNE MICH. Das Sterben wird nicht - wie in anderen Filmen - mit Sinn aufgeladen, Melancholie und Nonchalance halten sich die Waage. Ein unverbrauchtes Darsteller-Team und ein guter Kameramann komplettieren den sehenswerten Film.
Anke Westphal findet den Film melodiös und fließend. Nicht die miesen Verhältnisse bestimmen den Gang der Geschichte, sondern Geschichte und Figur transzendieren diese, weil sie nach dem Wesentlichen fragen: Was hinterlässt der Mensch? Das Credo des Films verweist auf den Einzelnen: Das Sterben kann man, wenn man Glück hat und stark bleibt, gestalten.
Der Film ist ein 'kleines Wunderwerk des Realismus', meint Michael Kohler. Aus Besonnenheit und stillen Gesten schöpft er seine Wirkung. Die Geschichte um den Tod einer jungen Frau wird nie weinerlich oder rühsehlig erzählt - allein schon das ist einzigartig.
Die Regisseurin verbindet "Elemente des Außergewöhnlichen mit einer liebevollen Alltagsbeobachtung", meint Wolfgang M. Hamdorf. Angenehm, daß sie nicht ein sentimentales, moribundes oder wehleidiges Liebesdrama dreht. Aber manchmal wird der Kritiker nicht den Verdacht los, daß sich die Protagonisten nur "ein Verlassen der Welt in heiterer Unkompliziertheit" wünscht.