| Regie | Gore Verbinski |
Nach einer Meuterei hat Pirat Sparrow sein Schiff verloren. Mit dem jungen Schmied Turner verfolgt er seine ehemalige Crew, die Turners große Liebe, Gouverneurstochter Elizabeth, entführt haben. Mit ihrem Blut und einer goldenen Medaille will Sparrows Ex-Maat Barbossa den Fluch aufheben, der ihn und seine Männer zu lebenden Toten machte.
Zombies im Piratenmeer sind eine schöne Metapher auf das Genre selbst, findet Peter Zander. Die Wiederbelebung funktioniert, spektakulär und unterhaltend. Was der Zuschauer sehen kann, sind die sattesten Cinemascope-Bilder, eigens angefertigte Schiffe, schillernde Kostüme, klirrende Waffe und neueste Computer-Animation. Außerdem gibts mit Johnny Depp noch die "Drag-Queen der Karibik" gratis dazu.
FLUCH DER KARIBIK ist ein aseptischer Familienfilm, findet Andreas Kilb, aber das wird kompensiert durch "den Charme des Virtuellen". Hervorragende Verwandlungseffekte verweisen selbstreflexiv auf das Kino im digitalen Zeitalter. Außerdem sieht Andreas Kilb eine Verbindung zwischen derzeitiger Filmpiraterie und der Renaissance des Piratenfilms - lustig.
Fritz Göttler findet den Film visuell bestechend, aber ihm fehle die "klassische Eleganz, der Rhythmus". [...Warum, wird mir aus der Kritik allerdings nicht klar...] Johnny Depp spielt den Antihelden des Sommers, der an Fred Astaire erinnern würde.
Für Oliver Hüttmann ist der Film "ein Kuddelmuddel aus Zitaten und Effekten, Seemannsgarn und Degenduellen, Slapstick und Schauwerten, bei dem beängstigend die Schiffsbalken knirschen". Johnny Depp gibt dem Ganzen einen anarchischen Hauch. Fazit: Alles ist irgendwie richtig, aber allzu beliebig.
Harald Peters sieht eine Logik darin, daß Johnny Deep nun auch einen Piraten spielen muß, allerdings erinnert er "an einen stark alkoholisierten, schwulen Friseur". Und ansonst gibt es viel Spaß.
Der Film ist ein 'nichtiges wie großspuriges Stück Unterhaltungskino, bunt, laut, inhaltsleer', meint Holger Römers. Er kommt als irritierender Genre-Mix mit altbekannten Versatzstücken und ausgiebig computergenerierten Bildern daher. Alles ist überaus sorgfältig inszeniert und macht Spaß.
Anke Leweke findet die "Synthese von Genreklassik und digitalem Brimborium" gelungen. Wie mit einer "großen Schmachtromanze" "Wertkonservatismus" erzählt wird, ist sehenswert. Johnny Deep gibt dem Film das gewisse etwas, er ist ein "Mischung aus barockem Lebemann und abgehalftertem Rock'n- Roller".
Johnny Deep ist kongenial und ideal besetzt, findet Stefan Volk. Und auch sonst gibt es etliche einprägsame Gestalten. Zudem ist der Film üppig ausgestattet und opulent in Szene gesetzt. Der Plot ist kurzweilig und immer für eine unvorhergesehene Überraschung gut, ähnlich wie der humorvolle Computer-Piratenklassiker "Monkey Island". Fazit: Einer der gelungensten Abenteuerfilme seit Indian Jones.