Die wunderbare Landschaft des Dschungels wird in TRÄNEN DER SONNEN nur benutzt, damit sie "einen Kontrast zur Tugend der Figuren bilden", findet Christina Nord. Der Handlungen sind überspitzt und monokausal inszeniert. Den nigerianischen Konfikt spielen dann auch noch Sudanesen: "Von Los Angeles aus betrachtet sind alle Afrikaner schwarz".
Der Film hat kein inhaltiches Gerüst, meint Daniel Haas. Das "moralische Duell, Humanitas versus Pragmatismus" wird bebildert mit Bruce Willis' bohrendem Blick und dem Dekolleté von Monica Bellucci. Alles andere ist Selbstmystifizierung.
Für Bert Rebhandl kommt der Film "dem Ideal der amerikanischen Interventionspolitik" sehr nahe, u.a. weil die Probleme erst vor Ort erkannt werden, man sich durch eine Überdosis Humanismus vor Politik drückt und das Gut-Böse-Schema des Früh-Kolonialismus aufgreift. In der wichtigsten Szene des Films töten die amerikanischen Soldaten "mit dem Gleichmut der Gerechtfertigten". Fazit: eine Größenfantasie.
Ein "Meta-Invasionsfilm" kommt in die Kinos, der im "Stadium totaler Autosuggestion" jegliche amerikanische Invasion als humantitäre Angelegeheit verkauft. Für Katja Nicodemus ist das "wüster Kriegsfilmpop auf karnevalistischem Niveau". Lustig in ihrer Kritik ist der Vergleich zu UNITED TRASH von Christoph Schlingensief. Beide Filme würden sich nur graduell unterscheiden.