Oliver Hüttmann verweist auf die Gemeinsamkeiten von SEABISCUIT und DAS WUNDER VON BERN: "in Krisen wächst die Zuflucht in die Nostalgie". Außerdem findet der Regisseur "immer den passenden Ton und die richtigen Bilder aus Glanz und Wehmut, großen Gesten und stillen Momenten, mit denen er die Kunst aus anrührendem Kitsch und mitreißendem Pathos ausbalanciert."
Zwei große Schauspielerleistungen sieht Ulf Erdmann Ziegler in diesem "Film über Männer": jene von William H. Macy als Sportreporter fürs Radio und jene des Pferdes. Mehr bleibt fast nicht zu sagen über eine Geschichte, die die wirklichen Tragödien nicht erzählt, nur daß die "Rassepferde des Ostens fast schon Vertreter des europäischen Faschismus" sind.
Helmut Sorge berichtet über den Erfolg des mittlerweile Oscar-verdächtigen Films. Die Geschichte dokumentiert den Glauben Amerikas an sich selbst, innere Kraft, Charakterstärke: Tugenden, die die Hollywood gern für Amerika propagiert. Das Amerika dieser Tage würde sich nach unbekümmerten Helden und Zeiten sehnen - ein richtiger Film zur rechten Zeit.
Hans Messias resümmiert darüber, das jede Nation ihre Märchen braucht und Amerika braucht wohl gerade dieses. Dabei findet er das Märchen gar nicht gut: ein "solider Routinefilm mit guten Darstellern, der sein emotionales Potential nicht ausschöpft". Inszenatorisch findet er ihn nicht überzeugend und einmal hat er sogar den Kopf geschüttelt. Dann nämlich, wenn sich die Jockeys während des Rennens Geschichten erzählen.