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WODKA LEMON

WODKA LEMON

Regie Hiner Saleem
Kinostart 10.03.2005

Kritiken • WODKA LEMON

12. März 2005 | WODKA LEMON • Kritik • Die Tageszeitung

Für Ekkehard Knörer erzählt der Regisseur "die Episoden aus dem tristen Leben seiner Helden lakonisch, verzichtet aber selten auf die Zuspitzung ins Skurrile. ... Leider fühlt es sich zumeist an wie auf Kaurismäki-Tempo heruntergebremster Kusturica. Man sehnt sich abwechselnd nach der Genauigkeit, die in Kaurismäkis Verlangsamungen liegt, und nach dem trotzigen Überschwang in den Beschleunigungen von Kusturica. Bei Saleem kippt das Skurrile immer wieder in eine falsche Versöhnlichkeit oder jene Form von Poesie, die nichts anderes ist als das Klischee, das unter den gegebenen und vor Augen geführten Umständen am nächsten liegt."

11. März 2005 | WODKA LEMON • Kritik • Der Freitag

Für Amin Farzanefar bringt der Regisseur armenische Befindlichkeiten genau auf den Punkt. Der Film ist ein kleines Schmuckstück, dessen Charme im Schrägen besteht. Der Regisseur, "der nie melodramatisch wird, immer nur melancholisch - und manchmal magisch: wenn etwa während der Busfahrt plötzlich aus dem Nichts Musik einsetzt, und der Busfahrer die russische Coverversion eines französischen Adamo-Chansons anstimmt. Wodka-Lemon ist ein trübsinniges Feel-Good-Movie. Oder auch ein Kusturica-Film in Zeitlupe."

10. März 2005 | WODKA LEMON • Kritik • Berliner Zeitung

Mühsame Plackereien in stockendem Tempo inszeniert der Film, schreibt Daniela Pogade. "Mit fortschreitendem Verlauf verlangsamt sich die Geschichte sogar noch. Das Tageslicht und den Schnee weiß die Kamera aber so zu nutzen, dass ein eindringliches Leuchten über der Mühsal liegt. Eine interessante Pointenlosigkeit macht den Reiz dieses still und schön fotografierten Films aus. Es ist eine Geschichte umfassenden Nichtgelingens, soweit es um das Materielle geht."

10. März 2005 | WODKA LEMON • Kritik • Der Tagesspiegel

Hans-Jörg Rother hat magischen Kapriolismus gesehen. Der Film "besteht aus tableauartigen Szenen, die immer auf eine Pointe hinauslaufen. ... Saleem, der auch durch seinen Roman "Das Gewehr meines Vaters" bekannt wurde, sah sich in den armenisch-kurdischen Dörfern so lange um, dass er die "kurdische Frage" darüber scheinbar vergaß. Sein Film könnte die Tradition der armenischen und georgischen Komödien wieder zum Leben erwecken. Alles muss authentisch aussehen, doch eine Handbreit über der Erde schweben: da, wo die Träume beginnen."

10. März 2005 | WODKA LEMON • Kritik • Frankfurter Rundschau

Absurdität und Optimismus gehen in WODKA LEMON eine beflügelnde Verbindung ein, meint Heike Kühn. "Wenn man gar nichts mehr hat, kann man immer noch draußen sitzen. Das halbe Dorf stellt seine Stühle in den Schnee, weil es drinnen genauso kalt ist, nur nicht so schön. Für diesen Trotz, für diesen Hunger nach Poesie hat der im kurdischen Irak geborene Regisseur ein zärtliches Gespür. ... Am Ende gönnt der Regisseur dem mittellosen Liebespaar einen Ausweg aus der Misere. In der Realität müsste Nina das Klavier ihrer Tochter verkaufen. Der Film verwandelt das Klavier in ein Instrument der Weltüberwindung."

10. März 2005 | WODKA LEMON • Kritik • Neues Deutschland

"Eine Flut skurriler Bilder macht WODKA LEMON zu einer Parabel auf die Überlebensklugheit, die im Kern Lebenswitz ist", schreibt Gunnar Decker. "Und das Erstaunliche passiert: die Geschichten klingen alle schön. Denn Hamo ist kein ewig nörgelnder deutscher Rentner, der das Privileg seiner Verbitterung wie ein Fahne vor sich her trägt, nein, Hamo ist ein weiser alter Mann, der einiges vom Lauf der Welt verstanden hat und dessen Gelassenheit von einer Stärke ist, die man glücklich nennen kann. Und weil Hamo nicht verbittert, strahlt er etwas aus, das andere zu ihm hinzieht."

März 2005 | WODKA LEMON • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare vorab bei filmz.de.

März 2005 | WODKA LEMON • Kritik • film-dienst 06/2005

Aki Kaurismäki oder Emir Kusturica lassen grüßen, meint Stefan Volk. "Reichlich skurril und lakonisch erzählt der Film die tragikomische Geschichte eines verlorenen, vergessenen Landes und seiner liebenswerten, kauzigen Bewohner, die allen Widrigkeiten zum Trotz zäh um ein wenig Glück ringen. Das Lebensgefühl, verlassen und allein zurückgelassen worden zu sein, kulminiert im Bild der weiten, weißen kaukasischen Einöde, über die sich gewaltige Überlandstrom­lei­tun­gen spannen. ... Dort, wo sich der Film erlaubt, romantisch zu werden, ist er ergreifend und wunderschön. Die absurden, grotesk-surrealen Passagen hingegen überspannen bisweilen den Bogen und wirken mitunter allzu bemüht. Auch die lakonische Erzählweise verliert mit der Zeit ihre Frische und gerät ein ums andere Mal plakativ emblematisch."

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