Kontroversen antizipierend, wollte Pasolini seine Sade-Adaption offensichtlich theoretisch absichern, schreibt Tina Heldt. "Pasolinis Gleichsetzung der Sadeschen Obsessionen mit dem Terror des deutschen und italienischen Faschismus bedurfte einer Rechtfertigung, denn Sade war ja für viele in der literarischen und philosophischen Avantgarde der 1960er (und früher) eine Art Held geworden. Auch wenn sie als solche nicht so originell war. "Die Einbildung von Grausamkeit wie die von Größe verfährt in Spiel und Phantasie so hart mit den Menschen wie der deutsche Faschismus in der Realität", hatten Horkheimer/Adorno 1947 in der "Dialektik der Aufklärung" über Sade geschrieben."