Christine Tilmann lobt die visuelle Stärke des Filmes: "Nein, Schauspielerleistungen sind es nicht, von denen DIE NIBELUNGEN - 1.TEIL: SIEGFRIED leben. Es ist das bis heute innovative Setdesign. Der Wald, den Fritz Lang aus riesigen Betonbäumen errichten ließ, um dann zu warten, bis Schnee darauf fiel. [...] Die an Art Nouveau geschulte geometrische Ornamentik mit ihren Diagonalen und farbigen Feldern, die Schilde und Kleider, Wände und Wandvorhänge zieren. Dass ihm die Form, die Ausstattung wichtiger waren als der Inhalt, kann man Fritz Lang immer zum Vorwurf machen, bei DIE NIBELUNGEN - 1.TEIL: SIEGFRIED wie bei Metropolis (
). Für das Kino als visuelle Kunst hätte es anders nicht sein dürfen.
Peter Uehling bewundert die Musikbegleitung: "Gleichwohl findet Huppertz wunderbare Leitmotive, etwa das zerbrechliche für Kriemhild, er schreibt starke, geschlossene Blöcke wie etwa den Wettkampf mit Brunhild. Eine schöne Idee ist es, Siegfrieds Motiv nach seinem Tod nur noch in zartester Instrumentation wie eine Erinnerung erklingen zu lassen, und die Motive für alles, was finster und bedrohlich ist, wie etwa die Zwerge, den Drachen oder Hagen, auf der Ganztonleiter aufzubauen."
Jürgen Otten sieht den Film auch als Mahnung an die Deutschen: "Vor uns läuft ein Kunstwerk ab, das von einer Sage berichtet, die von deutscher Seele kündet, was uns wiederum etwas über die deutsche Seele mitteilt, wie sie finster-abgründig scheint: eine Seele, die nach Blutrache dürstet und ewige Treue über Frieden und Versöhnung stellt und überhaupt äußerst seltsame menschliche Triebstrukturen evoziert. Das ist das Aktuelle an Langs Filmepos. Wir wissen, dass wir diese destruktiven Nibelungen nicht wieder haben wollen. Es sei denn, als großes, bedeutendes Kunstwerk. Und dann gern auf der Bühne oder auf der Leinwand."