| Regie | Jacques Rivette |
| Kinostart | 10.08.2006 |
Bert Rebhandl ist immer noch von dem Werk angetan. "Die Kunst kreist um ein schwarzes Loch des Absoluten, von dem Jacques Rivette nur das zeigen kann, was noch dem Leben angehört. Frenhofers Selbsterlösung mit seinem "ersten posthumen Bild", wie er pathetisch sagt, müssen wir nicht nachvollziehen. Das Publikum bleibt zwischen Komödie und Tragödie, zwischen Vampirgeschichte und Sommernachtstraum, zwischen dem Buch der Könige und der Mythologie des Voodoo, zwischen Kapitalismus und Rätsel, in der Schwebe eines offenen Kunstwerks."
Das Wiedersehen nun mit Jacques Rivettes einzigem internationalen Hit findet Jan Schulz-Ojala schlichtweg faszinierend. "Mit majestätischer Beiläufigkeit hebt das Drama um den Neuanfang eines müde gewordenen Malers an und zieht den Zuschauer mit betörender Gelassenheit in seinen Bann – so wie die Kamera den seltsamen menschlichen Gegenständen ihres Interesses unmerklich näher und näher rückt. ...
Natürlich ist Rivettes Film eine Dreiecks- und Vierecksgeschichte, aber alles, was das genretypische Assoziationsmaterial in Sachen französisches Kino gemeinhin evoziert, bleibt hier aus."
Für Daniel Kothenschulte hat der Film das Verhältnis von Film und Kunst verändert. "Jacques Rivettes Film Die schöne Querulantin verwischte die Grenzen zwischen den Künsten schlagartig und vollkommen, und vielleicht kann man das erst heute wirklich würdigen - zu einer Zeit, da bildnerische Probleme ganz selbstverständlich in bewegten Bildern verhandelt werden. Wo immer die Vierstundenfassung des Films lief, schmolz der Kinosaal gewissermaßen dahin und wurde so unsichtbar wie das Meisterwerk des Malers Frenhofer in Balzacs Geschichte, die als Vorlage diente."