| Regie | Andreas Pichler |
| Kinostart | 06.12.2012 |
"Das Venedig Prinzip fügt seine Argumentation sorgfältig zusammen, mit Bildern, die das verrutschte Verhältnis zwischen der Stadt und der gigantomanischen Tourismusindustrie eindrücklich illustrieren", findet Thorsten Funke. "Pichler verzichtet auf einen Off-Kommentar. Man hört diesen Menschen, die sich um ihre Stadt sorgen, gern zu und kann ihre Verzweiflung, auch ihre Wut, ihre hilflose Entrüstung gut nachvollziehen. Besser kann man sich die Lust auf einen Urlaub in der vermeintlich schönsten Stadt der Welt nicht verderben lassen."
"Regisseur Pichler bleibt an der Oberfläche einer Bestandsaufnahme hinreichend bekannter Tatsachen, bietet aber leider keine Lösungsansätze. Er scheint auch nicht nach ihnen gesucht zu haben. Die morbide Lust an der schönen Leiche hat wohl wieder einmal gesiegt", stellt Marcus Woeller fest.
Evelyn Runge gefällt, dass der Regisseur zwar alle Klischees wie die singenden Gondolieri oder den Markusplatz zeigt, diese aber immer kritisch spiegelt.
"Es wäre falsch, Pichler Einseitigkeit vorzuwerfen, weil er die Politik nicht zu Wort kommen lässt", meint Oliver Kaever. "Denn sein Film zeigt auch, wie undurchsichtig die Machtverhältnisse sind, und dass in Venedig letztendlich keine Verantwortlichen, sondern nur Wildwuchs regieren."
Der Regisseur macht laucht Lida Bach "einen Kompromiss, indem er sich von der sanften Morbidität seiner sich jeder endgültigen Durchleuchtung entziehenden Stadtprotagonistin einwickeln lässt. Dabei wäre gerade mehr Nüchternheit nötig gewesen. Das Traumbild der Besucher zu zerstören sei schwer, heißt es in DAS VENEDIG PRINZIP einmal: "Aber eigentlich müsste man es.""
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