| Regie | Fatih Akin |
| Kinostart | 06.12.2012 |
Birgit Glombitza findet es gut, dass sich der Regisseur kein Protagonist im eigenen Film ist, sondern stattdessen zeigt, wie sich in einem Dorf das Moderne und die Tradition verbinden können, um den Kampf gegen einen Müllberg aufzunehmen.
Obwohl Fatih Akin persönlichen Bezug zu dem Ort des Müllskandals hat, unterscheidet sich die Dokumentation laut Philipp Bühler kaum von anderen Dokus ihrer Art. Besonders wird sie jedoch durch die Menschen.
Obwohl der Dokumentarfilm laut Barbara Schweizerhof recht konventionell geworden ist, ist er doch ein kraftvoller, parteiergreifender Film geworden.
Die Dokumentation ist laut Jörg Schöning sehr gut recherechiert und penibel geführt, sie ist aber auch eine melancholische Familienchronik.
"Fatih Akin zieht das Publikum in dieses Dorf des Schreckens", schreibt Peter Claus. "Dabei macht Akin klar: Der wesentliche Schrecken, das ist die Ignoranz der Herrschenden. Da ist dieses Dorf in der Türkei wohl jedem hier in Deutschland plötzlich ganz nah."
"Sieht man von der versteckten Liebeserklärung an einen Ort ab, wo Akin seine „Wurzeln“ entdeckt hat, ist MüLL IM GARTEN EDEN eine fast ambitionslose Langzeitdoku. Doch so „kunstlos“ die auch gemacht sein mag. Das facettenreiche Konfliktbild, das dabei entstanden ist, widerlegt auch das Klischee von den zurückgebliebenen Provinztürken und Kopftuchfrauen, die nicht reif für Europa und die Demokratie sind", schreiben Cigdem Akyol und Ingo Arend.
"So wird Müll im Garten Eden vielleicht nicht zu einem Film, der das Müllproblem erschöpfend erfaßt, dafür aber zu einem persönlichen Portrait über Land und Leute an der anatolischen Schwarzmeerküste, an der langsam auch Phänomene Einzug halten wie Wutbürgertum, Landflucht – und eben die Entsorgung, stellt Sven Lohmann fest.
"So wohlinformiert und wehrhaft stellt man sich türkische Wut-Bürger hierzulande kaum vor: eine paradoxe, aber schöne Einsicht. Die paar Längen, die der Film hat, verzeiht man ihm dafür gern", findet Katharina Granzin.
"Was der Film vermissen lässt, ist eine packende Dramaturgie", meint Harald Mühlbeyer. "Erratisch werden einzelne Phasen von Bau, Einwänden, Umweltkatastrophen abgehakt. Das ist szenisch, im Einzelnen spannend, in den Porträts einzelner Menschen, in der Kette der Rücksichtslosigkeiten und obrigkeitlichen Willkürlichkeiten. Im Ganzen aber hat der Film nicht die Kraft, die seinem Thema innewohnt."
Oliver Kaever schreibt: "Überhaupt scheint der Film streckenweise etwas weit entfernt von den handelnden Personen, die häufig nur in Form von talking heads inszeniert werden. Auch ein wirklicher Erzählrythmus will sich nicht einstellen. Damit wird MüLL IM GARTEN EDEN den Charakter eines Nebenprojektes nicht ganz los. Ein eindrucksvolles Dokument fehlgeleiteter Politik bleibt der Film aber allemal!"
MÜLL IM GARTEN EDEN - Offizielle Website (deutsch)
MÜLL IM GARTEN EDEN - Filminformation des deutschen Verleihers
MÜLL IM GARTEN EDEN - imdb.com