| Regie | Malgorzata Szumowska |
| Kinostart | 29.03.2012 |
"Zugegeben, das Spiel der Binoche ist hervorragend; allein ihr Gesicht trägt den über weite Strecken fahrig wirkenden, in nervösen Wackelbildern förmlich erzitternden Film, es spiegelt den Abscheu, die Überraschung, die Geilheit ihrer Reaktionen auf die Antworten der beiden Frauen durchaus eindrucksvoll wider, allerdings verlässt sich Szumowska etwas zu sehr auf die Präsenz der Hauptdarstellerin. Damit verspielt Das bessere Leben die Gelegenheit, die wesentlich an einem Einzelschicksal vorgeführten gesellschaftlichen Missstände auf zwischenmenschlicher Ebene zu diskutieren und damit in die Sphäre des Sozialen zurückzuführen", kritisiert Tobias Radlinger.
Daniel Kothenschulte nennt DAS BESSERE LEBEN (
) unbefriedigend und enttäuschend. Ein Film, dem weniger Dialoge besser getan hätten.
Laut Claudia Lenssen brilliert Juliette Binoche in einem oberflächlich inszenierten Film, dessen Ironie in aufdringlichen Product Placements untergeht.
"Regisseurin Malgorzata Szumowska hat ein Händchen dafür, die eher konventionell anmutende Story unkonventionell umzusetzen. Und sie hat mit Juliette Binoche eine charismatische Hauptdarstellerin, die das Publikum geradezu magisch anzieht", so Peter Claus.
Renée-Maria Richter bemängelt das schwache Drehbuch. "Es umkreist das Phänomen Prostitution so oberflächlich wie jeder x-beliebige «Insider-Report» aus dem Rotlicht-Milieu. Dazu passt die Hochglanz-Optik, die Regisseurin Szumowska ihrem Film verpasst – als sei’s eine Kino-Sonderausgabe von Cosmopolitan."
Günter H. Jekubzik schreibt: "Szumowska bleibt jedoch trotz viel nackter Haut und einigem Sex weniger offen und emotional als in dem sehr bewegenden 33 Szenen aus dem Leben (
). Die nicht so neue Erkenntnis, dass sich alle Frauen irgendwie prostituieren, wird aber mit vielen witzigen Momenten garniert, vor allem, wenn Binoches Anne an den Tücken des Haushalts scheitert."
Oliver Kaever ist begeistert. "Aus DAS BESSERE LEBEN (
) hätte eine unerträgliche Moralfabel werden können, ja fast müssen. Denn die Grundhaltung des Films ist dezidiert feministisch und kapitalismus-kritisch. Aber das Wunder geschieht, und es entsteht ein mitreißendes Drama, das genau beobachtet, ohne zu bewerten – und aus der sich klug entfaltenden Geschichte heraus dann doch klar Stellung bezieht. Die kreative Kraft hinter dem Film besteht aus einem rein weiblichen Quartett – neben Szumowska und Binoche die Drehbuchautorin Tine Byckel und die Produzentin Marianne Slot –, und dieser weibliche Blick auf das Geschehen ist unerlässlich für sein Gelingen."
Jan Schulz-Ojala ist von Juliette Binoches Gesicht hingerissen und bezeichnet es als "eine perfekte Landschaft der Seele". Er fügt hinzu, dass dieser recht glatt geratene Spielfilm ein Film für Binoche-Fans ist.
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