| Regie | Claudia Lehmann |
| Kinostart | 08.03.2012 |
Kai Kupferschmidt ist hin- und hergerissen. Als deutsches B-Movie kann der Film überzeugen, als ScienceFiction-Tatort wirkt SCHILF (
) jedoch blutleer. Jedoch gewinnt der Film durch die "konsequente Reduzierung".
Louis Vazquez gefällt "die Idee des Multiversums, in dem alles passiert, was physikalisch möglich ist - nur eben in verschiedenen Parallelwelten. Langsam entwickelt der Mysterythriller sein Geheimnis und spielt geschickt mit Andeutungen und Richtungswechseln. SCHILF (
) erzählt von einem Konflikt zwischen alten Freunden, weist auf Eheprobleme und Eifersüchteleien hin, womöglich gab oder gibt es sogar eine Affäre."
Die Inszenierung nimmt sich sehr konventionell aus, findet José García. "Die Spiegelungen und Verdoppelungen, die Manuel Macks Kamera immer wieder einsetzt, stellen sich als leicht durchschaubare Mittel heraus, um die die Existenz von Parallelwelten anzudeuten. Das Interesse an den Kriminalfällen verpufft im Laufe der Zeit, ohne dass deshalb das psychologische Porträt der zwei Freunde, die Elemente des so genannten Mystery-Thrillers oder gar die Diskussion um die Viele-Welten-Theorie zu überzeugen vermöchten."
"Die Verfilmung des Bestsellers SCHILF (
) von Juli Zeh sollte ein Thriller über Paralleluniversen werden. Doch statt in parallele Welten zerteilt sich der Stoff heillos in verschiedene Genres - wenngleich auf hohem stilistischen Niveau", urteilt Andreas Günther.
Anne-Katrin Müller ist wenig angetan. "Regisseurin Lehmann hat in Physik promoviert. Gleich einer übereifrigen Jung-Akademikerin will sie demonstrieren, wie virtuos sie kühne Argumente und Motive handhabt. Dabei verfängt sie sich im Geflecht in die Irre führender Fährten, die sie auslegt. Zudem kann Mark Waschke die Hauptrolle nicht ausfüllen. Seinem biederen Schreibtisch-Täter in Strickjacke glaubt man keine Sekunde lang, dass er in waghalsigen Spekulationen allmählich den Verstand verliert. Auch das übrige Personal sagt seine cutting-edge Theorien wie Schulbuch-Weisheiten auf."
"Wer Denkspiele mag, hat hier einiges zu knabbern", stellte Thomas Volkmann fest. "Problematisch scheint vor allem der Blick in die Innenwelten der Figuren, insbesondere von Sebastian und Oskar zu sein. Dass sie unterschiedliche Ansichten zu ihren wissenschaftlichen Themen vertreten und beide von Eifersucht heimgesucht werden, ist klar und wird ebenso wie eine homoerotische Beziehung auch angesprochen. Was nicht gelingt, ist ihre Gefühle und Emotionen spürbar zu machen, was durchaus aber auch das Ergebnis der in ihren vergeistigten und verkopften Wissenschaftlerrollen gefangenen Figuren liegen kann."