| Regie | Declan Donnellan |
| Nick Ormerod | |
| Kinostart | 03.05.2012 |
Thorsten Funke ist von Robert Pattinsons darstellerischen Fähigkeiten wenig überzeugt. In den TWILIGHT-Filmen spielt er einen netten Vampir, "hier soll er einen egoistischen, manipulativen, rücksichtslosen Karrieristen geben. Das versucht er durch ein kurioses Mienenspiel zu erreichen, mit dem er die Nominierung für die Goldene Himbeere schon sicher haben dürfte: Pattinson verzieht regelmäßig in verschiedenen Richtungen den Mund, lässt die Oberlippe vibrieren oder versucht sich im Zähnefletschen. Das wird schon recht bald zu einem kaum erträglichen Manierismus. Pattinson ist in jeder Szene zu sehen, und allein seine schwache Vorstellung könnte den Film schon verderben. Wenn es da noch etwas zu verderben gäbe. "
Laut Wilfried Hippen wird in BEL AMI (
) mehr wert auf das Aussehen gelegt, damit die "intellektuelle und kreative Dürftigkeit nicht auffällt". Auch Hauptdarsteller Robert Pattinson wirkt deplatziert.
Peter Claus fragt sich, ob das, was Robert Pattinson im Film gemacht hat, Schauspiel war. "Mehr als posieren wurde ihm vom Regie-Tandem Declan Donnellan und Nick Ormerod nicht abverlangt. Die Zwei haben die Adaption des weltberühmten Sittengemäldes im Wesentlichen auf die erotische Ausstrahlung des Hauptdarstellers reduziert."
Sehr enttäuscht ist Wenke Husmann über das Schauspiel von Robert Pattinson, der zwar gut aussieht und viel lächelt, bei dem ansonsten aber unklar ist, wieso ihm die Frauen zu Füßen liegen. Besonders schade ist das, weil der Rest der Schauspielerriege seine Sache gut macht.
Laut Dorian Waller ist BEL AMI (
) vor allem ein Fest für alle Robert Pattinson-Fans, denn der ehemalige Vampir wird über den gesamten Film sehr gut in Szene gesetzt. Leider bleibt sein Schauspiel eher durchschnittlich.
"Die Kriege für Öl oder Ähnliches, der unverschämte Reichtum, die schnellen Erfolge mit Börsen-Spekulationen, Politiker, die vor allem an den eigenen Reichtum denken - dieser BEL AMI (
) von den Kinoregie-Debütanten Declan Donnellan und Nick Ormerod nach dem Roman von Guy de Maupassant ist eigentlich sehr aktuell. Doch diese Themen laufen nur als Dekoration mit, während die Dekoration zur Hauptsache wird: Pattinson mit nacktem Oberkörper und langen Unterhosen, die tollen Kostüme", schreibt Günter H. Jekubzik.
Denis Sasse schaut auf den Hauptdarsteller, der "die schwere Last zu tragen hat, sich als unbegabter Herumtreiber in einem Umfeld zu bewegen, welches nicht für ihn bestimmt ist. Der Film bringt Robert Pattinson niemals in die Situation, diese innere Problematik aufzugreifen, sondern konzentriert sich auf seine Spielereien mit den Frauen, bei denen man meistens den TWILIGHT-Schwarm oben ohne sieht, während die Damen wenig von Interesse zu sein scheinen."
"Die Frage, ob Robert Pattinson ein guter Schauspieler ist oder doch nur eine schöne Fassade, bleibt auch nach diesem Film unbeantwortet", schreibt Michael Meyns. "So ganz nimmt man Robert Pattinson den herzlosen Opportunisten nicht ab. Zwar ist er redlich darum bemüht, kalt und emotionslos zu wirken, die Frauen zu benutzen, seinen eigenen Vorteil zu verfolgen, unmoralisch zu agieren, wirklich überzeugend ist das nur manchmal. Die Ambivalenz der Figur, die ein oberflächliches, korruptes System benutzt und letztlich mit den eigenen Waffen schlägt, ist weitestgehend begraben unter Bombast."
"Vieles hätte mehr Aufmerksamkeit genießen sollen", findet Elisabeth Maurer, "so vor allem die Frauen, die leider trotz ihrer wichtigen Rollen für die Geschichte wenig ausgearbeitet werden, ihre Motivationen sich meist auf Stereotypen begrenzen. Pattinson als Bel Ami ist keine schlechte Wahl, auch wenn sein Schauspiel manchmal etwas bemüht erscheint, fügt sich das gut in die Charakterisierung der Figur. Ansonsten ist BEL AMI (
) ein kurzweiliger Historienfilm, der hinten den Anlagen seiner Vorlage und seiner Figuren zurückbleibt."
"Insgesamt ist die auf dem gleichnamigen Roman von Guy de Maupassant beruhende Verfilmung wesentlicher blasser, als man bei der Besetzung vermutet hätte. Die Rolle des egozentrischen Verführers kann man Pattinson stellenweise abnehmen, von den Damen wird er jedoch an die Wand gespielt. Kurzweilige Unterhaltung ist trotzdem garantiert, und dank seines Hauptdarstellers werden eh genug Zuschauer den Weg ins Kino finden."
Die Filmemacher sind laut Peter Zander in die Kostümfalle getappt. Schuld am Disaster ist aber der Hauptdarsteller. "Robert Pattinson bringt Teenies in Scharen zum Schreien, aber dass er reife Frauen wie Uma Thurman oder Kristin Scott Thomas um den Verstand bringen soll, das nimmt man ihm nicht eine Minute lang ab."
Blutleer sind diese Bettgeschichten für Katja Lüthge. "Mehr Sorgfalt wäre angebracht gewesen, stattdessen hat man sich auf eine Bettszene nach der nächsten konzentriert. Und ja, Robert Pattinson zeigt viel Haut. Das ökonomische Kalkül dahinter ist leicht zu durchschauen."
Diedrich Diedrichsen ist entsetzt: "Ohne jeden künstlerischen oder filmischen Ehrgeiz, ohne den Versuch, das Begehrens- und Ambitionstheater dieses opportunistischen Ladies' Man in den Zügen seines Darstellers, des aus Kinderfilmen bekannten Robert Pattinson, zu finden oder herauszuarbeiten, arbeitet man hier fieberhaft an neuen, zutiefst alten Schauwerten."
Christian Schröder und Andreas Conrad stellen eine biedere Bebilderung des Romans fest. "Zylinderherren und Liebesmädchen flanieren über Postkarten-Boulevards, Kutschen rumpeln vorüber, in Herrenzimmern wird intrigiert. Und Robert Pattinson, der Teenieschwarm aus den TWILIGHT-Filmen, ist als Duroy sichtlich damit überfordert, seiner Figur Abgründigkeit und Eiseskälte zu verleihen."
"Auch wenn die Geschlechterrollen hier auf der Handlungseben erfrischend gleichberechtigt konstruiert sind, ist die männliche Hauptfigur leider die einzige, der ein komplexer Charakter zugedacht wird. Die drei Damen sind im Prinzip nur Ornamente dieses erotischen Kostümfilms: schöne Frauen in schönen Kleidern."