| Regie | Oliver Ziegenbalg |
| Kinostart | 29.03.2012 |
Christian Böhme ist enttäuscht. Hier "nicht nur – von ein paar Kalauern abgesehen – der Humor weitgehend auf der Strecke, sondern auch das Subtile, Pointierte und subversiv Kuriose, das die literarische Vorlage auszeichnet. Hier ein paar Vietnamesen, die mit Zigaretten handeln, dort ein Asylbewerber-Heim für Albaner, Afrikaner und die vielen anderen Glückssucher aus aller Welt. Mal gibt’s die Off-Theaterszene zu bestaunen, mal einen kauzigen Rabbiner. Von allem ein bisschen, aber nichts Ganzes. Alles wirkt irgendwie zusammengebastelt."
Laut Anke Westphal hat Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer zwar einen ganz eigenen Charme, das sollte aber nicht dazu führen, dass er alle Hauptrollen spielt, die ihm angeboten werden. Ihrer Meinung nach passt Matthias Schweighöfer so gar nicht in die Rolle des Wladimir Kaminer, der viel eindrucksvoller wirkt, als der eher schmächtige Matthias Schweighöfer ihn spielt.
Für Susanne Messmer ist der Film kein Meisterwerk. RUSSENDISKO (
) hat sich die besten Stücke aus Wladimir Kaminers Roman geklaut und daraus etwas ganz Anderes gemacht. Dennoch gefielen ihr die Bilder des alten Ostberlins.
Peter Claus ist durchaus angetan. "Der Film hat mit der Vorlage außer dem Titel nur wenig gemein. Was ich höchst angenehm finde. Die Melange aus Witz, Kalauern, Melancholie und Rückschau auf ein Berlin, das es so nur ein paar Monate gab, ist rundum vergnüglich. Und wenn dann das Vergnügen verrauscht ist (was schnell geschieht), bleiben einem sogar ein paar Gedanken ernsthafterer Art zur Zeitgeschichte."
Für Christian Schröder zerfällt RUSSENDISKO (
) in viele einzelne Episoden, die alle abgearbeitet werden müssen und deshalb nicht besonders wirken. Einzig die Szenen, in denen Matthias Schweighöfer als Wladimir im Radio Ratschläge erteilt, fand er gelungen.
"RUSSENDISKO (
) ist kein Bio-Pic, sondern eine Art Großstadtmärchen, das weder die Figur Wladimir Kaminer, noch den Schauplatz Berlin realistisch abbilden, sondern das Publikum mit seiner märchenhaften Atmosphäre und der rührenden Liebesgeschichten in seinen Bann ziehen möchte. Partiell kann der Funke überspringen und den romantischen Zauber transportieren. Insgesamt aber verbleiben die Charaktere zu eindimensional."
"Musik spielt naturgemäß in dem Film eine gewichtige Rolle", fand Heinz-Jürgen Rippert heraus. "Mehr noch. Sie ist der Träger der russischen Seele, die nicht nur folkloristisch, sondern auch punkig durch die Handlung geistert. Da russische Authentizität zwangsläufig nur oberflächlich durch deutsche Schauspieler vermittelt werden kann, ist der musikalische Aspekt die breite Basis, die mit einer phantasievollen Ausstattung und einer ins Dunkle gehenden, stark farbgesättigten Kamera korrespondiert."
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