| Regie | Dennis Gansel |
| Kinostart | 08.03.2012 |
Denis Sasse hat mehr erwartet. "Mit all seinen politischen Hintergründen und der aktuellen Russland-Brisanz – Die Wahl von Putin – hätte DIE VIERTE MACHT (
) ein Film werden können, der sich mit Thrillern wie der Stieg Larsson-Trilogie hätte vergleichen lassen dürfen. Aber davon ist DIE VIERTE MACHT (
) weit entfernt."
Aus Ambition allein entsteht nicht immer ein guter Film, schreibt David Hugendick und meint damit Regisseur Dennis Gansel, der in den Thriller DIE VIERTE MACHT (
), der neben der politischen Geschichte unbedingt noch eine "ostwestdeutsche Familiengeschichte" miteinbauen musste.
Nach einem spannenden Anfang verflacht die Geschichte zusehends, bedauert Wolfgang Zehentmeier. "Der Film setzt immer mehr auf Action. Dazu kommt eine mittelmäßige Vater-Sohn-Geschichte und eine wilde Verschwörungstheorie, die den Bogen vom Krieg in Tschetschenien bis zum Anschlag auf das World-Trade-Center spannt. Das ist gut gemachtes Action-Popkorn-Kino, aber letztlich überreizt Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel seine Geschichte und schwächt dadurch die eigentlich spannende Filmaussage unnötig ab."
Die Deutsche Film- und Medienbewertung vergibt das Prädikat besonders wertvoll und begründet dies so: "Nach guter alter Hegel-Regel bleibt der Held Paul lange naiv und wächst erst in scheinbar auswegloser Situation über sich hinaus. Für einen action-geladenen Thriller sind alle nötigen Elemente vorhanden und diese werden auch angemessen gehandhabt. Insofern steht dem Kinovergnügen nichts entgegen. Darüber hinaus hat der Film einen Mehrwert zu bieten: Machtstrukturen werden transparent, politische Lagen sind historisch-plausibel erfunden, kulturelle Lebensstile kenntlich und ernste Fragen werden aufgeworfen. Dennis Gansels Film liefert Zündstoff für spannende Diskussionen und besitzt daher besonderen Wert."
Die Produzenten meinen, DIE VIERTE MACHT (
) wäre der „Film zu den Tagesthemen“. Jan Schulz-Ojala musste leider feststellen, dass "die Nachrichtensendungen hier im Zweifel aufregender sind".
"Ein deutscher Klatsch-Reporter als James Bond auf eigene Faust; Regisseur Dennis Gansel mutet dem Publikum allerhand zu. Sein Drehbuch entbehrt jeder Plausibilität: Dass ein Neuling ohne Sprachkenntnisse nicht nur in der Mega-Metropole Moskau zu Recht kommt, sondern im Alleingang auch noch Miliz und Geheimdienst Paroli bietet, ist so wahrscheinlich wie freie und faire Präsidentschafts-Wahlen in Putins Reich", so Bela Akunins Resümee.
Bei DIE VIERTE MACHT (
) hakt es gewaltig, urteilt Günter H. Jekubzik. "Dass ein deutscher Society-Journalist, der nicht Russisch spricht, einen Job in Moskau bekommt, nachdem er ein Interview gefälscht hat, ist albern. Moritz Bleibtreu gibt diesen typischen Entwicklungshelfer Paul Jensen - keine Ahnung, aber viel Ignoranz."
"Das ganze Patchwork an Handlungssträngen schadet diesem Politthriller mehr als es ihm nützt. DIE VIERTE MACHT (
) sollte man sich - wenn überhaupt - besser im Kino anschauen. Denn im Fernseher würde man den Film spätestens nach der ersten halben Stunde ohnehin ausschalten. Der Schluss macht den schleppenden Anfang beinahe wieder wett und hat einige Überraschungen zu bieten."
José García schreibt: "Basierend auf wahren Ereignissen entwickelt sich Dennis Gansels DIE VIERTE MACHT (
) zu einem actiongeladenen Verschwörungsthriller über die Beteiligung der russischen Regierung an Bombenattentaten, für die tschetschenische Freiheitskämpfer verantwortlich gemacht wurden. Dank einer immer am Geschehen nahen Kamera und einer mitreißenden Musik wird der Zuschauer trotz der künstlich wirkenden Nachsynchronisierung (der Film wurde auf Englisch gedreht) in die Handlung regelrecht hineingezogen."
Durchgehend gute Unterhaltung, urteilt Antonia Dedenbach. "Der mit einem vielversprechenden Cast aufwartende Film ist ein ästhetisch-stimmiger und handwerklich gelungener Verschwörungsthriller. Die filmische Umsetzung eines komplexen Netzes aus medialen Verstrickungen, staatspolitischer Manipulation und individueller Korrumpiertheit überzeugt durch einen souverän gemeisterten Erzählrhythmus und eine ganz nach konventioneller Rezeptur enthüllende Dramaturgie."
Michael Meyns ist zwiegespalten. "Größtenteils in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gedreht, überzeugt DIE VIERTE MACHT (
) mit rohen Breitwandbildern und einigen überzeugenden Actionszenen. So gut die Bilder sind, so schlecht ist allerdings der Ton: Da komplett auf Englisch gedreht wurde, ist der Film mit teilweise erschreckend schlechter Qualität nachsynchronisiert. Eine verwunderliche technische Schwäche, die wohl dem Schielen auf den internationalen Markt geschuldet ist."
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