| Regie | Doris Dörrie |
| Kinostart | 23.02.2012 |
Stefan Kuzmany sah einen "übersüßten Liebesfilm", den man nur ertragen kann, weil die Hauptdarstellerin Alba Rohrwacher eine überzeugende Leistung abgibt.
Anke Westphal findet, dass Doris Dörrie mit einigen Szenen ihres neuen Filmes GLÜCK (
) zu weit gegangen ist. Mit Szenen, die zwar "nichts Gewaltpornografisches haben, aber zutiefst grotesk sind, nämlich unnötig."
Peter Claus findet, dass Doris Dörrie mit Zuckerbomben um sich schmeißt. "Womit sie den Stil der Vorlage und damit auch die Figuren an schnöden Kitsch verrät. Da hilft es auch nicht, dass sie die wunderbare Alba Rohrwacher aus Italien als Hauptdarstellerin verpflichtet hat. Die schöne Schlichtheit von deren Darstellung kommt gegen den triefenden Seelenschmalz, der rundum alles verklebt, nicht an."
Denis Sasse schreibt: "GLÜCK (
) zeigt eine interessante Liebesgeschichte auf, die sich zwischen Drama, Komik und Absurdität im Kreis dreht. Am Ende haben es Kalle und Irina von der Straße ins Eigenheim geschafft und ganz nebenher noch einem Strafverteidiger aufgezeigt, dass die Liebe eine schöne Sache ist. Der Film ist eine Glücksgeschichte, die im wahren Leben niemals in dieser Form funktionieren würde. Aber man wird ja wohl noch von Glück und Liebe träumen dürfen. Das hat jedenfalls Doris Dörrie getan, ohne uns dabei einen Albtraum zu bescheren."
Günter H. Jekubzik nennt den Film "Wechselhaft. Mit einigen guten, einer eindrucksvollen und vielen netten Szenen stellt sich doch insgesamt kein guter Film ein. Ein paar Momente sind zu dick, ein paar zu dünn aufgetragen, vor allem hätte man alles anders gewichten sollen."
Gaby Sikorski zeigt sich über die Hauptdarstellerin begeistert. "Alba Rohrwacher als Irina ist es zu verdanken, dass dieser unbequeme Film nicht ins offensichtliche Melodrama abgleitet. Irina ist traumatisiert, gestört, verwundet, eine Frau, die allen Grund hätte zu verzweifeln. Aber sie gibt nicht auf, sondern arbeitet zielstrebig an ihrem Leben: eine graziöse Power-Elfe, die für den Moment lebt und alles ausblenden will, was nicht zu ihren Zielen passt."
Das ist Trivialkitsch, sagt Cristina Nord unumwunden zu dem Film. ". Wann immer eine Ambivalenz auftauchen könnte, die sich jenseits von Gut und Böse bewegt, zwingt er seinen Figuren eine bescheuerte Kindlichkeit auf. Die beiden Protagonisten verbringen denn auch mehrere Szenen auf dem Spielplatz, wo sie ihre Probleme bewältigen, indem sie sich auf die Schaukel setzen."
Peter von Becker ist enttäuscht: "Eigentlich ist die Idee ganz schön, zwei junge, spürbar unerfahrene Schauspieler eine spürbar scheue, schwierige Liebesglücksgeschichte erzählen zu lassen. Wenn Doris Dörrie sie einfach nur ließe. Aber sie macht’s hier so absichtsvoll plakativ. So abgeschmackt fernsehfilmkompatibel. Leider kein Kinoglück."
Ciprian David kritisiert den Pathos. Die "glänzenden Oberflächen nagen hartnäckig an der Wirkung des Films, selbst bei den emotionentrunkenen Zuschauern, denn sie zeichnen eine unglaubwürdige Welt. Eine, die durch die inkonsistenten Figuren es nur noch schlimmer hat. Als würde Doris Dörrie nur an die Fläche der Leinwand glauben, nicht an ihre Tiefe, an das unmittelbar Gezeigte, nicht an die Aufmerksamkeit des Publikums."
GLÜCK - imdb.com