| Regie | David Wnendt |
| Kinostart | 19.01.2012 |
Jochen Werner war nicht ganz zufrieden. "KRIEGERIN (
) versucht dabei durchaus vieles, um nicht in die Falle des intellektuell vorportionierten deutschen Förderfilms zu gehen, und es gibt Sequenzen darin, die jene rohe Wucht haben, die man sich häufiger wünschen würde im deutschen Hochschulfilm – der kraftvoll-brutale Anfang wäre etwa zu nennen. Letztlich aber ist er an jenem diffusen Gefühl, hier einer allzu gemachten Geschichte bei der Durchführung zuzuschauen, immerhin äußerst respektabel gescheitert, denn ein allzu erwartetes Bild, so schreibt schon der große Robert Bresson, wird niemals richtig erscheinen."
Denis Demmerle lobt den schonungslos authentischen Einblick in «national befreite Zonen» Ostdeutschlands und die Hauptdarsteller. "...der so knabenhaften wie explosiven Alina Levshin, der furiosen Jella Haase, die bereits in Lollipop Monster (
) auf sich aufmerksam machte, und dem körperlich einschüchternden Gerdy Zint."
Es ist zu spüren, dass der Regisseur David Wnendt eingehend recherchiert hat, meint José García. "Die Stärke von KRIEGERIN (
) besteht indes in der authentischen Schilderung des alkoholgetränkten, gewalttätigen Rechtsradikalen-Milieus, das eine immer nah am Geschehen agierende (Hand-)Kamera halbdokumentarisch beobachtet. Ohne einfache Antworten zu geben, verdeutlicht KRIEGERIN (
) einige Ursachen für den Rechtsradikalismus und Rassismus."
Arezou Khoschnam war gespannt, wie der Regisseur die Hauptdarstellerin darstellt und war am Ende angetan. "Wnendt entscheidet sich für den direkten Weg und hält uns die häßliche Realität vor Augen. Er schickt Marisa pöbelnd durch den Zug und hält die Kamera auch dann drauf, als sie und ihre Freunde rohe Gewalt anwenden. Daneben aber zeigt er uns ihre Verletzlichkeit. Er zeichnet ein facettenreiches Porträt von Marisa, die von der wahnsinnig talentierten Alina Levshin grandios verkörpert wird. Marisa ist gleichzeitig Opfer und Täter und erhält genau dadurch Glaubwürdigkeit. Hin- und hergerissen zwischen Abscheu und Empathie, Nähe und Distanz, findet der Zuschauer keine Ruhe."
Laut Heinz-Jürgen Rippert ist KRIEGERIN (
) ein provokanter Film, der uns drastisch vor Augen führt, was Rechtsextremismus mit Menschen macht, wie sie sich verändern, verrohen, nur noch hassen können, ohne jegliche Perspektive. Das gilt nicht nur für junge Leute. Rechtes Gedankengut ist schon längst bis in die Mitte der Gesellschaft gelangt und paradoxerweise ist die Ausländerfeindlichkeit dort am größten, wo der Ausländeranteil am geringsten ist."