| Regie | Marius Holst |
| Kinostart | 29.03.2012 |
Michael Kienzl sah eine "bewährte Geschichte auf bewährte Weise fürs breite Publikum inszeniert. Nimmt man diese nicht besonders hohen Ansprüche, die der Regisseur damit an sich selbst stellt, ist ihm durchaus ein schöner, in sich stimmiger Film gelungen: ein Coming-of-Age-Melodram vor historischem Setting, mit großen Emotionen und einem kämpferischen Aufruf zur Zivilcourage."
Jan Schulz-Ojala lobt die leise und eindrucksvolle Inszenierung von Regisseur Marius Holst.
Die tosenden Wellen des Oslofjords bestimmen den Handlungsverlauf, bemerkt Natascha Gerold. "Das tut dem Film nicht immer gut, gerade in der ersten Hälfte beraubt er sich durch die Vorwärts-/Rückwärtsbewegungen seiner eigenen Dynamik, die er beim Einläuten des Finales, unter anderem dank guter Schnittarbeit, zum Glück wiedergewinnt."
"Marius Holsts vierter Spielfilm ist ein Gefängnisdrama, das in Sachen Analyse der rigiden Gesellschaften vom Anfang des 19. Jahrhunderts durchaus mit Das weisse Band (
) verglichen werden kann. Und auch in seiner klaren, gradlinigen und packenden Erzählweise der Flucht von Alcatraz ebenbürtig ist", so Günter H. Jekubzik.
José García ist zwiegespalten. "Die Kamera von John Andreas Andersen taucht die Bilder in kalte, monochrome Farben, die von Anfang an im Zuschauer ein Gefühl der Beklemmung hervorrufen. Dennoch sind sowohl die Kameraführung als auch die Dramaturgie konventionell gehalten. Darüber hinaus gelingt es Regisseur Marius Holst kaum, den in Gefängnisfilmen üblichen Klischees von sadistischen Wächtern über Kleinkämpfe unter den Insassen bis hin zum Selbstmord zu entkommen."
Heiko Martens lobt den Film, hätte aber etwas mehr erwartet. "Die professionellen Schauspieler liefern solide Arbeit ab. Die Aufstockung des Casts durch Laiendarsteller vor allem bei den Jugendlichen ist authentisch und gelungen. Die Inszenierung weist kaum Mängel auf – vor allem die konsequente Farbpalette, die hier gewählt wurde, kongruiert mit dem Inhalt. Das alles täuscht jedoch nicht darüber hinweg, daß Unterdrückung und Rebellion schon stärker erzählt wurden."
Gaby Sikorski ist begeistert. "Hier wird kein Wort zu viel gesprochen, die Ohnmacht der Schwachen gegenüber den Starken zeigt sich in klaren, kühlen Bildern. Die Kälte der Farben steht für die Kälte in den Seelen und Herzen der Menschen, die zu allen Zeiten bereit waren (und sind!), ihre eigenen Kinder zu opfern, wenn es um die Staatsraison oder um die Erziehung für Krieg und Vaterland ging. Ein tragisch melancholisches Statement, das vollkommen unpathetisch, großartig gespielt und fein inszeniert für Menschlichkeit und Freiheit eintritt."
Severin Auer meint: "KING OF DEVIL'S ISLAND (
) ist ein bedrückendes und aufwühlendes Drama, dessen bedrohliche Stimmung auch auf die Abgeschiedenheit der Anstalt und die Isolation der Knaben baut. Ohne Kontrollinstanz sind diese der Obrigkeit ausgeliefert, und während die Ungerechtigkeit von aussen auf die Gruppe drückt, wird der Durst nach Vergeltung immer grösser. Nur: Vergebung wird hier keinen Platz finden – höchstens Verschonung."
Markus Hauschild sah einen hochdramatischen "Film, der die historischen Begebenheiten überzeugend darstellt, allen voran durch das hervorragende Darsteller-Ensemble. Das einzige, was der Film vermissen lässt, ist etwas mehr Experimentierfreude bei Erzählweise und Darstellung."
Dies "ist ein starkes Stück norwegisches Kino. Schauspieler, Kamera und Soundtrack sind auf hohem Niveau, was ein Gesamtbild ergibt, das auch Wochen nach dem Anschauen noch nachwirkt. Nach SUBMARINE (
) der zweite Geheimtipp des Jahres."
KING OF DEVIL'S ISLAND - Offizielle Seite (Norwegisch)
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KING OF DEVIL'S ISLAND - imdb.com