| Regie | Jeff Nichols |
| Kinostart | 22.03.2012 |
Der Regisseur Jeff Nichols ist laut Nino Klingler ein "Traditionalist, seine Bildsprache ist die maximaler Nüchternheit, sein Instrumentarium ist das des Effizienzgläubigen. So wurden Filme seit jeher gemacht, so sollen sie gemacht werden. Aber dennoch: wenn er die Gefilde seiner Visionen auch nicht bis in die hinteren Winkel abzuschreiten vermag, so kartographiert er sie zumindest präzise. Und die geniale doppelte Schlussfigur gibt dem Film eine Coda echter Verunsicherung."
Sebastian Schwittay lobt: "Mit Jeff Nichols ist nach Todd Field nun erneut ein amerikanischer „Heimatfilmer“ auf dem Weg nach ganz oben - der von subtilem gesellschaftspsychologischen Subtext und intellektuell fundierter Rauminszenierung geprägte, herausragend gespielte TAKE SHELTER (
) zählt (trotz einiger überfrachteter Effekt-Einstellungen) zu den intelligentesten und vielschichtigsten US-Autorenfilmen des Jahrgangs 2011."
Für Michael Pekler vereint TAKE SHELTER (
) meisterhaft Endzeit-Drama und Paranoia-Thriller. "Derart erzeugt Take Shelter weniger eine Spannung, als eine Anspannung; und dem entsprechend beim Zuschauer weniger eine Gespanntheit auf das Kommende, als eine permanente Angespanntheit."
Peter Claus blickt auf den Schluss. "Am Ende gibt es einen wahrlich überraschenden Twist. Jeff Nichols kassierte dafür von einigen Kritikern ziemliche Schelte. Was ich nicht nachvollziehen kann. Gerade das Finale entlässt einen in die beunruhigende Situation, durch Curtis LaForche die Schattenseiten des eigenen Daseins wahrzunehmen."
Rajko Burchardt schreibt: "In der Unklarheit einer sich anbahnenden Natur- oder eben doch vielleicht nur inneren Katastrophe erinnert TAKE SHELTER (
) sehr konkret an den zeitnahen MELANCHOLIA (
), der sich im aktuellen Kino der apokalyptischen Entwürfe vielleicht nicht zufällig als ein filmischer Zwilling herausstellt.... Dem intimen Depressionssog Lars von Triers fügt Jeff Nichols noch die zerstörerischen Angstkräfte unserer Gegenwart hinzu: Weltuntergang und Wirtschaftskrise, Wahn und Wirklichkeit – da hilft dann vielleicht tatsächlich nur noch der Rückzug in den eigenen finsteren Schutzbunker."
Florian Keller nennt TAKE SHELTER (
) eine meisterhafte Parabel für ungewisse Zeiten und lobt die schnörkellose Inszenierung von Jeff Nichols, die schon fast klassisch wirkt.
Nikolaus Perneczky beurteilt das Ende von TAKE SHELTER (
). "Man kann dem Film sein Ende vorhalten, weil Nichols' Buch an dieser entscheidenden Stelle tatsächlich recht wohlfeilen Versuchungen nachgibt. Aber wann ist man schon glücklich, wenn ein guter Film zu Ende geht?"
Laut Peter Steger strotzt TAKE SHELTER (
) nur so vor Intensität. "Das katastrophale Ende in TAKE SHELTER (
) kündigt sich in den Vorstellungen von Curtis LaForche durch Boten von beinahe biblischem Ausmaß an. Und diese mystische Gespanntheit hebt diese Apokalypse von den vielen anderen, die um das angebliche Schicksalsjahr der Menschheit 2012 kreisen, ab."
Cristina Nord war begeistert von dem Gespür, das Regisseur Jeff Nichols für den Hochsommer hat. Sie spürte regelrecht den Schweiß auf der Haut. Zudem fand sie es bemerkenswert, wie das Psychodrama um Elemente des Horrorkinos erweitert wurde.
Julian Hanich kann den Hauptdarsteller gar nicht genug loben. Seiner Meinung nach besitzt Michael Shannon als einer der wenigen zeitgenössischen Schauspieler die Gabe, die Seelenpein seines Charakters deutlich spürbar zu machen.
Für Dominik Kamalzadeh ist das Gesicht von Michael Shannon der eigentliche Mittelpunkt des Filmes. Besonders gefällt ihm, dass die Hintergründe zu den Visionen der Hauptfigur in der Schwebe gehalten werden.
Andreas Günther schreibt: "Doch TAKE SHELTER (
) - EIN STURM ZIEHT AUF ist komplexer als es das Genre gemeinhin gestattet. Die Mystery-Elemente sind Metaphern in einer publikumswirksamen filmischen Sprache. Was zählt, ist das, was sie ausdrücken und ebenso sensibel wie intelligent erkunden helfen: Die tiefen Verunsicherungen über das unübersichtliche Leben von heute."
Johannes Güssefeld lobt: "Michael Shannon glänzte bereits 2007 in Nichols Debütfilm SHOTGUN STORIES. Auch diesmal spielt er die Hauptfigur so überzeugend, dass man seinen apokalyptischen Visionen gerne Glauben schenken will. Bei solch einer leidenschaftlichen Vorstellung lässt sich selbst der leichte Abwind im Spannungsbogen unbeschadet überstehen."
Ein toller Film, schreibt Günter H. Jekubzik. "Auch dieser Film ist ein Anpacker, ergreift von ersten Moment an, verstärkt die spannende und auch unheimliche Atmosphäre zunehmend. TAKE SHELTER (
) hat etwas von M. Night Shyamalans Filmen, besonders von SIGNS - ZEICHEN, bleibt aber in jedem Moment glaubwürdig."
Martin Thomson stellt Vergleiche an: "Zeitweise meint man sich hier aber auch in eine Stephen King-Verfilmung aus den 1980er Jahren zurückversetzt: Diese wohlige Stimmung im amerikanischen Kleinstadt-Milieu, die mit antizipierbarer Gewißheit von der freudianischen Wiederkehr des Verdrängten heimgesucht wurde, läßt sich nun auch in TAKE SHELTER (
) finden. Aber wo die King-Filme zumeist in überzogene Schockmomente wegkippten, um die unterdrückten Ängste ihrer Hauptfiguren zur fantastischen Wirklichkeit zu erklären, beschränkt sich Nichols ganz auf die Verdichtung dessen, was ihre unnachahmliche Atmosphäre ausmachte."
Denis Sasse schreibt: "Michael Shannon zeigt die innere, stets präsente Angst vor Dingen, die dort kommen mögen. Ohne diese unter Kontrolle zu haben, erscheinen die Visionen wie Ängste, die eigentlich jeden von uns plagen. Insofern ist Nichols‘ Film nicht etwa eine Weltuntergangs-Vorhersage, sondern die bildliche Wiedergabe der alltäglichen Realität."
Carsten Happe vergibt 8 von 10 Punkten und lobt: "Mit zunächst bedächtigem Tempo arbeitet sich TAKE SHELTER (
) der Unausweichlichkeit eines großen Dramas entgegen. Ganz bewusst ist der Film in einer Kleinstadt in Ohio angesiedelt, die Weite der Landschaft macht die Kräfte der Natur geradewegs spürbar. Aus der Ferne, nicht zuletzt in der mitunter poetischen Kameraarbeit von Adam Stone, klingt ein wenig von Terrence Malicks Inszenierungsstil an - und dass die ungemein talentierte Jessica Chastain ebenso wie in The Tree of Life (
) um die Balance kämpft und die Stimme der Vernunft repräsentiert, ist mehr als nur ein hübscher Zufall."
"TAKE SHELTER (
) fesselt als bestürzende Studie einer seelischen Störung und der Flüchtigkeit des Glücks, schreibt Oliver Kaever. "Doch auch eine metaphorische Ebene drängt sich geradezu auf. Jeff Nichols erzählt mit seinem Film von einem Land, das durch die Anschläge vom 11. September 2001, durch Immobilien- und Wirtschaftskrise sowie politische Spaltung und Lähmung zunehmend mit der Diskrepanz aus der Selbstwahrnehmung als "God's own Country" und der bitteren Realität des beständigen Niedergangs zu kämpfen hat. In diesem Sinn gelingt Nichols auch das erschütternde Bild des Zustands der USA."
David Avazzadeh vergibt 9 von 10 Punkten. "TAKE SHELTER (
) ist der Inbegriff einer beklemmenden Bedrohung. Von der ersten Szene an liegt ein apokalyptisches Unheil in der Luft, das erst am Ende so richtig greifbar wird. Dank einer Tour de Force des Hauptdarstellers Michael Shannon bleibt dem Zuseher nichts anderes übrig, als dem Geschehen mit elektrisiertem Entsetzen zuzusehen. Lediglich das Ende mag mitunter ein wenig enttäuschen."
"TAKE SHELTER (
) ist als Film das Gegenteil eines Luftschutzkellers. Ist man erst einmal drin, wird die Unsicherheit, je länger man einsitzt, desto grösser. Die chronologische Erzählung einer an sich simplen Ausgangslage für einen Mann, der sich selber helfen will, aber aus finanziellen und geographisch-soziologischen Gründen nicht kann, fesselt bis zur allerletzten Einstellung, die windgleich alles davor Gesehene durcheinanderwirbelt."
TAKE SHELTER - Offizielle Website (englisch)
TAKE SHELTER - Offizielle Facebook-Seite (englisch)
TAKE SHELTER - imdb.com
TAKE SHELTER - filmmag.de
TAKE SHELTER - moviepilot.de